
Ölpreis schnellt nach US-Blockade gegen Iran und Gefechten in der Straße von Hormus empor
Die Wiedereinführung der Seeblockade und eine von Washington angekündigte 20-Prozent-Abgabe auf Fracht lassen die Rohölnotierungen auf den höchsten Stand seit einem Monat steigen und nähren weltweit Inflationssorgen.
Die Rohölpreise sind zu Wochenbeginn sprunghaft gestiegen, nachdem die Vereinigten Staaten eine Seeblockade gegen den Iran wieder in Kraft gesetzt und eine Abgabe von 20 Prozent auf den Wert aller den Hormus-Kanal passierenden Frachten angekündigt haben. Brent-Rohöl der Nordseesorte schloss am Montag mit einem Plus von 9,6 Prozent bei 83,30 US-Dollar je Barrel und kletterte im asiatischen Handel am Dienstag weiter auf bis zu 85 Dollar – das höchste Niveau seit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen Washington und Teheran zur Beendigung des Krieges am 17. Juni. Parallel dazu flog das US-Zentralkommando die dritte Nacht in Folge Luftangriffe auf Ziele im Iran, während die iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben zwei Öltanker unter der Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate im südlichen Fahrwasser der Meerenge mit Marschflugkörpern trafen, wobei ein indisches Besatzungsmitglied getötet und acht weitere verletzt wurden.
Aus Washingtoner Sicht dient die Blockade, die nach Angaben des Gemeinsamen Maritimen Informationszentrums am Dienstagabend New Yorker Zeit in Kraft tritt und sämtliche iranischen Häfen, Terminals und Küstengewässer umfasst, dem Schutz der internationalen Schifffahrt. Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden künftig für diese Schutzleistung eine Kompensation verlangen, und nannte Saudi-Arabien, die Emirate, Katar, Bahrain und Kuwait als Länder, die davon profitierten. Teheran wiederum wertet die Maßnahme als völkerrechtswidrigen Eingriff und bekräftigte, die Straße von Hormus für nicht genehmigte Schiffe geschlossen zu halten. Die emiratische Regierung verurteilte die Angriffe auf ihre Tanker als schwerwiegende Verletzung internationalen Rechts und behielt sich eine Reaktion vor. Die jemenitische Huthi-Bewegung, die mit Iran verbündet ist, feuerte ihrerseits Raketen auf Saudi-Arabien ab, nachdem sie Riad die Bombardierung eines von ihr kontrollierten Flughafens vorgeworfen hatte.
Die Eskalation hat die Sorge vor einer längerfristigen Beeinträchtigung der globalen Energieversorgung neu entfacht. Vor dem Konflikt passierten täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl und Flüssigerdgas die Meerenge; Schiffsdaten vom Montag zeigten, dass die Zahl der den Kanal durchquerenden Tanker auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten gefallen ist. Analysten des Handelshauses KCM Trade erklärten, die widerstreitenden Ziele beider Seiten machten das Angebotsbild höchst unsicher. An den Aktienmärkten in den USA, Brasilien und Asien gaben die Kurse nach, während der Dollar-Index zulegte. In Brasilien stieg der Dollar auf 5,13 Real, und der Leitindex Ibovespa verlor 1,2 Prozent, obwohl die Aktien der staatlichen Ölgesellschaft Petrobras von der Hausse profitierten. In Deutschland und der Eurozone wächst unterdessen die Befürchtung, dass ein anhaltend hohes Ölpreisniveau die Inflation erneut anheizen und die Spielräume der Zentralbanken für Zinssenkungen einengen könnte.
Völkerrechtlich stößt die von Trump angekündigte Transitgebühr auf scharfe Ablehnung. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation der Vereinten Nationen hat nach Darstellung von Rechtsexperten klargestellt, dass es keine Rechtsgrundlage für eine obligatorische Abgabe auf die bloße Durchfahrt durch eine Meerenge gibt. Kommentatoren in Brasilien und anderen Schwellenländern warnen, ein solcher Präzedenzfall könne andere Mächte – etwa China in der Taiwanstraße – zu ähnlichen Schritten ermutigen und das Prinzip der freien Schifffahrt aushöhlen. Die weitere Entwicklung hängt nun wesentlich davon ab, ob die physischen Rohölströme durch Hormus trotz der Militärschläge aufrechterhalten werden können. Die Internationale Energieagentur hatte zuletzt für Juni eine deutliche Erholung des Angebots vermeldet, die nun wieder in Frage steht. Mit dem Inkrafttreten der Blockade am Dienstagabend und der Fortsetzung der US-Luftangriffe bleibt die Lage an der wichtigsten maritimen Energieachse der Welt akut angespannt.
| Indische & südasiatische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
India mourns its killed citizens and demands accountability for the ongoing violence.
Personalization of the conflict through the story of Indian victims, turning a geopolitical crisis into a national tragedy.
Does not report the Iranian position or the motivations behind the attacks, nor the announcement of the Strait closure.
The Latin American consumer fears rising gasoline prices and views Trump's measures with skepticism.
Reduction of a complex geopolitical conflict to a direct impact on the wallet, using the 'toll' as a symbol of an imposed cost.
Omits the human victims of the conflict, focusing only on economic consequences.
The Gulf fears a supply crisis and calls for regional stability.
Emphasis on the systemic threat through the oil shock scenario, legitimizing regional concern as a global interest.
Does not mention civilian casualties or Iranian motivations, focusing on stability of energy flows.
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