
Iran exekutiert zwei Beteiligte der Januar-Proteste
Der iranischen Justiz zufolge wurden die Männer wegen "bewaffneten Aufruhrs" und der Tötung von vier Polizisten hingerichtet; Menschenrechtsorganisationen verurteilen die zunehmende Anwendung der Todesstrafe als Unterdrückungsinstrument.
In Iran sind am frühen Morgen zwei Männer hingerichtet worden, die im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten vom Januar 2025 in Isfahan festgenommen worden waren. Nach Angaben der Justizbehörden wurden Erfan Esfandiari (18) und Gol-Mohammad Mohammadi (23) in der Strafanstalt Dastgerd in Isfahan durch Erhängen exekutiert. Die Urteile ergingen in dem als "Fall Ali-Khani-Platz" bekannten Verfahren. Die beiden Männer seien verurteilt worden, weil sie während der Proteste am 18. Januar vier Polizeibeamte getötet haben sollen, indem sie diese an ein Verkehrsschild fesselten, mit Steinen verletzten, mit Benzin übergossen und anzündeten.
Die iranische Justiz, deren Sprachrohr die Nachrichtenagentur Mizan ist, stellt die Ereignisse als Teil einer "amerikanisch-zionistischen Verschwörung" dar. Demnach hätten die Verurteilten gewalttätige und bewaffnete Ausschreitungen angeführt, bei denen auch Molotowcocktails und Schusswaffen zum Einsatz gekommen seien. In den staatlichen Medien werden zudem Vorwürfe erhoben, die Angeklagten hätten die Leichen der Beamten geschändet und Filmaufnahmen an "feindliche Fernsehsender" übermittelt. Die Justiz betont, die Gerichtsverfahren seien unter Anwesenheit der Anwälte und nach Überprüfung von Überwachungsvideos ordnungsgemäß durchgeführt worden. Das Oberste Gericht habe die Todesurteile bestätigt.
Menschenrechtsorganisationen und die Vereinten Nationen berichten hingegen von einer drastischen Zunahme der Hinrichtungen in Iran, die im Kontext der Niederschlagung der Proteste und des seit Ende Februar andauernden Krieges mit den USA und Israel stehen. Laut Amnesty International und der norwegischen NGO Iran Human Rights wurden 2025 mindestens 1.639 Menschen hingerichtet, mehr als je zuvor seit 1989. Der UN-Sonderberichterstatter zur Menschenrechtslage in Iran erklärte, die Todesstrafe werde gezielt als Repressionsinstrument eingesetzt. In dem konkreten Fall kritisieren Rechteaktivisten, den Angeklagten sei der Zugang zu unabhängigen Anwälten verwehrt worden und die Geständnisse seien unter Folter erzwungen worden. Zudem wird hervorgehoben, dass Esfandiari zum Zeitpunkt der Tat erst 17 Jahre alt gewesen sei und Mohammadi afghanischer Staatsbürger war.
Die Proteste hatten sich im Dezember 2024 zunächst an der hohen Inflation entzündet, weiteten sich aber rasch zu einer regimekritischen Bewegung aus, die am 8. und 9. Januar ihren Höhepunkt erreichte. Die iranische Regierung spricht von mehr als 3.000 Todesopfern und macht dafür "Terrorakte" verantwortlich, die von den USA und Israel gesteuert worden seien. Unabhängige Quellen gehen dagegen von einem massiven Gewalteinsatz der Sicherheitskräfte aus. Seit dem Ausbruch des offenen Krieges zwischen dem Iran und den USA/Israel am 28. Februar hat sich die Hinrichtungswelle beschleunigt. Justizchef Gholamhossein Mohseni-Ejei hatte die Staatsanwälte angewiesen, Verfahren gegen Festgenommene ohne Nachsicht und zügig abzuschließen.
Die Hinrichtung dieser beiden Männer ist Teil einer Serie von Exekutionen im Zusammenhang mit den Januar-Protesten; zuvor waren bereits neun andere Demonstranten hingerichtet worden. Im Fall des Ali-Khani-Platzes bleiben zehn weitere Angeklagte, darunter mehrere Jugendliche, in Todeszellen, nachdem sie Berichten zufolge in Einzelhaft verlegt wurden. Menschenrechtsorganisationen warnen vor unmittelbar drohenden weiteren Hinrichtungen. Die iranische Justiz hat angekündigt, die restlichen Urteile nach Bestätigung durch das Oberste Gericht zu vollstrecken; Beobachter rechnen mit einer Fortsetzung der Vollstreckungen in den kommenden Wochen.
| Iranische & verwandte Presse | +0.70 | aligned |
|---|---|---|
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.20 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.60 | critical |
| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.20 | neutral |
The Iranian regime reaffirms its sovereignty by executing two 'agents of the enemy' and describes the action as a necessary defense against public order threatened by external forces.
The narrative constructs a duality between 'us' (the legitimate state) and 'them' (foreign agents), justifying the death penalty as a response to extreme and premeditated violence.
Iranian sources omit that the executed were very young (18 and 23) and that human rights groups have warned of further executions, as well as the lack of transparency about their trial.
Arab media record the execution as a fact, balancing the official version with human rights concerns without openly taking sides.
The balance between official and critical sources creates an ambivalent narrative that leaves room for interpretation while signaling implicit alarm.
The Arab coverage omits the broader context of the January protests and the fact that many other detainees face execution.
The Western press denounces the execution as a brutal act of repression, highlighting the young ages of the victims and the lack of procedural safeguards.
The use of personal details (ages, missing dates) and references to human rights group warnings evoke empathy and indignation, delegitimizing the state's rationale.
Atlantic sources omit the official version that the men killed four police officers in a violent armed attack.
African news agencies report the story as an official communication, without adding commentary or context, adopting a stance of detached observer.
The choice to reproduce the judicial statement without filtering or integrating other voices neutralizes potential criticism, presenting facts as objective data.
Sub-Saharan African sources omit the ages of the executed and the warnings from human rights groups.
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