
Trump nennt LeBron James „vielleicht einen Rassisten“ – und lobt Jordan
Der US-Präsident verschärft die jahrelange Fehde mit dem Basketballstar, indem er ihn als möglichen Rassisten bezeichnet und im GOAT-Vergleich Michael Jordan den Vorzug gibt.
US-Präsident Donald Trump hat den Basketballstar LeBron James als „vielleicht einen Rassisten“ bezeichnet und zugleich die strittige Frage nach dem besten Spieler der NBA-Geschichte mit einer persönlichen Wendung beantwortet. Auf Reporterfragen im Oval Office sagte Trump am Freitag: „Michael Jordan ist ein Freund von mir, ein wirklich guter Kerl. LeBron ist, vielleicht ist er ein Rassist, vielleicht mag er mich einfach nicht. Ich mag nur Leute, die mich mögen – also ganz klar Michael Jordan.“ Mit dieser Äußerung weitete Trump einen seit Jahren schwelenden Konflikt aus, der bis in den Wahlkampf 2016 zurückreicht.
Die Spannungen begannen, als James sich öffentlich für Hillary Clinton aussprach und Trump eine spaltende Politik vorwarf. Nach Trumps Wahlsieg eskalierte der Streit, nachdem der Präsident die Einladung der damaligen NBA-Meister ins Weiße Haus zurückzog; James reagierte mit harschen Worten. In späteren Jahren unterstützte James die demokratischen Kandidaten Joe Biden und Kamala Harris und kritisierte Trump wiederholt wegen rassistischer Äußerungen. Aus Washingtoner Sicht folgt Trump damit einem bekannten Muster: Er bewerte öffentliche Figuren nach persönlicher Loyalität, nicht nach sportlichen Kriterien. Michael Jordan, der politisch zurückhaltend auftritt und zum Golfpartner Trumps zählt, gilt ihm hingegen als Vorbild.
In der amerikanischen Sportwelt wird die Debatte um den besten Spieler aller Zeiten (GOAT) zumeist anhand von Statistiken und Titeln geführt; James weist in mehreren Karrierekategorien Führungswerte auf, Jordan errang sechs Meisterschaften. Trump fügte dieser Debatte nun eine subjektive Dimension hinzu, die in internationalen Medien aufmerksam registriert wurde. Brasilianische Kommentatoren etwa betonten, der Präsident nutze die rassistische Unterstellung als politisches Instrument. Europäische Beobachter ordnen den Vorgang in eine Reihe von Attacken Trumps gegen prominente Sportler ein, darunter Stephen Curry und Kevin Durant, die sich ebenfalls offen gegen ihn gestellt hatten.
Eine offizielle Reaktion von LeBron James oder seinem Management steht bislang aus. James hatte kurz zuvor seinen Wechsel zu den Philadelphia 76ers für eine 24. NBA-Saison bekannt gegeben. Nach Einschätzung von Beobachtern der US-Sportpolitik ist davon auszugehen, dass die verbale Auseinandersetzung andauert, zumal sich Trumps zweite Amtszeit und das Karriereende von James überschneiden. Konkrete nächste Schritte sind nicht angekündigt; die Kontroverse illustriert jedoch, wie Spitzensport und Politik in den USA zunehmend zur Bühne persönlicher Konflikte werden.
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