
US-Rapper D4vd vor Gericht: Textnachrichten belegen Schwangerschaft der 14-jährigen Celeste
Die Staatsanwaltschaft in Los Angeles legte bei der Voranhörung Chatverläufe vor, die eine intime Beziehung und einen erzwungenen Schwangerschaftsabbruch des Mädchens enthüllen – der Sänger plädiert auf nicht schuldig.
Am vierten Tag der Voranhörung gegen den US-amerikanischen Rapper D4vd – mit bürgerlichem Namen David Anthony Burke – präsentierte die Staatsanwaltschaft des Los Angeles County am Freitag eine Reihe von Textnachrichten, die ein neues Licht auf die mutmaßliche Ermordung der 14-jährigen Celeste Rivas Hernández werfen. Demnach war das Mädchen im Alter von 13 Jahren von Burke schwanger geworden und hatte sich auf sein Drängen hin einer Abtreibung unterzogen. In einer Nachricht fragte der heute 19-jährige Sänger: „Es ist doch von mir, oder?“, worauf Celeste antwortete: „Natürlich ist es deins, David.“ Die Chats, die das Gericht in Los Angeles sichtete, stammen aus dem Frühjahr 2024 – etwa ein Jahr bevor die Jugendliche im April 2025 erstochen und mit einer Kettensäge zerstückelt in einem Tesla des Musikers gefunden wurde.
Aus Sicht der Ermittler belegen die nun vorgelegten Beweise das Motiv: Burke habe verhindern wollen, dass die seit August 2022 andauernde illegale sexuelle Beziehung und die Abtreibung an die Öffentlichkeit gelangen und damit seine noch junge Musikkarriere gefährden. Der 2022 mit dem TikTok-Hit „Romantic Homicide“ bekannt gewordene Sänger hatte noch einen Monat vor Celestes Verschwinden versucht, die Beziehung auf Abstand zu halten; in einem Chat vom März 2025 erklärte das Mädchen jedoch: „Ich will nichts mehr persönlich mit dir zu tun haben.“ Die Verteidigung betonte hingegen Unstimmigkeiten bei den forensischen Beweisen und legte nahe, dass sich das Opfer selbst verletzt haben könnte – dem widersprach allerdings der Gerichtsmediziner, da keine typischen „Zögermale“ gefunden wurden.
Die Anhörung offenbarte zudem die akribische Vorbereitung der mutmaßlichen Tat und Beseitigung der Leiche: Laut Aussage eines Kriminalbeamten bestellte Burke kurz nach der Tat unter dem Alias „Trayvion Davis“ eine Leichensack, drei Kettensägen, ein Planschbecken und eine Schaufel – die Zahlungen erfolgten jedoch mit seiner eigenen Kreditkarte und die Waren wurden an seine Adresse in den Hollywood Hills geliefert. Auf seinem Telefon fanden die Ermittler zudem zahlreiche sexuelle Aufnahmen des Mädchens sowie Fotos des zerstückelten Körpers. Die Autopsie konnte wegen der starken Verwesung keine exakte Todeszeit bestimmen, doch DNA-Spuren in Blutlachen im Haus und in der Garage des Angeklagten stimmten mit dem genetischen Profil Celestes überein.
Dem aus Houston stammenden Sänger drohen im Falle einer Verurteilung lebenslange Haft oder die Todesstrafe. Er hat die Vorwürfe des Mordes, des fortgesetzten sexuellen Missbrauchs einer unter 14-Jährigen und der widerrechtlichen Leichenzerstückelung zurückgewiesen. Die Voranhörung, die entscheidet, ob die Beweise für einen Prozess ausreichen, wird am Montag fortgesetzt.
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