
Neuer britischer Premier Burnham signalisiert Distanz zu Trump und hält an Basispolitik im Iran-Konflikt fest
In seinem ersten BBC-Interview kündigt Andy Burnham an, notfalls gegen Donald Trump Position zu beziehen, während London zugleich US-Operationen auf britischen Stützpunkten gegen Iran ermöglicht.
Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat sich in seinem ersten großen Interview als Regierungschef von der Linie seines Amtsvorgängers Keir Starmer abgesetzt, ohne die grundsätzliche transatlantische Ausrichtung infrage zu stellen. In dem Gespräch mit der BBC erklärte Burnham, er werde „jederzeit die nationalen Interessen Großbritanniens verteidigen“ und sei bereit, „eine andere Meinung als Präsident Trump zu vertreten, wenn dies dem Land diene“. Zweimal ausdrücklich gefragt, ob er Trump vertraue, verweigerte Burnham eine direkte Antwort und verwies auf die Dynamik des Weltgeschehens. Er erwähnte seine „Besorgnis“ über Trumps Entscheidung, den Konflikt mit Iran zu beginnen, und versicherte, er werde nicht zögern, „das zu sagen, was er für richtig halte“. Die britische Regierung hatte unter Starmer den Vereinigten Staaten gestattet, vom Luftwaffenstützpunkt Fairford in England und von Diego Garcia aus „verteidigende Operationen“ gegen Iran durchzuführen – eine Politik, die Burnham nach Angaben aus seinem Amt fortsetzt. Iranische Revolutionsgarden reagierten mit der Drohung, Großbritannien werde bei einer Unterstützung der USA zu einem „bestimmten und legitimen Ziel“. Außenminister Ed Miliband, ein bekannter Kritiker des bisherigen Kurses, soll im Weißen Haus Besorgnis ausgelöst haben. Verteidigungsminister Wes Streeting wies die Rhetorik Teherans zurück und erklärte, London „lasse sich nicht von iranischem Säbelrasseln einschüchtern“; zugleich betonte er, Großbritannien beteilige sich nicht an offensiven Militäraktionen und strebe eine internationale Konferenz zur Sicherung der Straße von Hormus an.
Innenpolitisch setzt Burnham auf einen spürbaren Akzentwechsel. Bereits in der ersten Amtswoche verkündete er Maßnahmen zur Senkung der Lebenshaltungskosten, darunter die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Haushaltsstrom, eine Deckelung von Busfahrpreisen und eine zwanzigprozentige Ermäßigung der Gewerbesteuer für Pubs, Clubs und Veranstaltungsorte. Die konservative Opposition bezichtigte ihn, „unfinanzierte Wahlgeschenke“ zu machen, und der parteiunabhängige Thinktank Resolution Foundation bezifferte die Kosten der Ankündigungen auf über zwei Milliarden Pfund bis zum Ende des Jahrzehnts. Burnham selbst sprach von einer „Neugewichtung der Ausgaben“, nannte jedoch keinen Deckungsvorschlag. Zudem schloss er vorgezogene Neuwahlen vor 2029 erstmals kategorisch aus. Zugleich räumte er ein, die von seinem Kanzler John Healey geforderte Anhebung der Verteidigungsausgaben auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2030 müsse noch mit einem Finanzierungsplan unterlegt werden; Healey war unter der Vorgängerregierung wegen dieser Frage zurückgetreten.
Das Verhältnis zu Washington blieb in den ersten Kontakten formal freundlich, aber nicht spannungsfrei. Trump, der Burnham zuvor als „extrem liberal“ bezeichnet hatte, sprach nach dem ersten Telefonat von einer „sehr guten Unterhaltung“ und sagte dem neuen Regierungschef „viel Arbeit“ voraus. Burnham beschrieb den Austausch als „wirklich herzlich“, vermied jedoch jedwede persönliche Vertrauensbekundung. Die Positionierungen deuten in europäischen Hauptstädten auf eine britische Strategie hin, die das traditionelle Bündnis nicht aufkündigt, aber nationale Vorbehalte signalisiert und gleichzeitig die Rolle Londons als Verhandlungspartner in der Nahost-Krise über die geplante Hormus-Konferenz profiliert.
Für Burnham birgt die Ausgangslage mehrere Hypotheken. In der Labour Party bereiten Anhänger des abgelösten Keir Starmer nach Presseberichten eine „Rache im Herbst“ vor, etwa über die Besetzung des vakanten Postens des Labour-Generalsekretärs mit einem Statthalter des alten Kurses. Zudem belasten die ungeklärte Finanzierung der Haushaltsversprechen und die volatilen Energiepreise den Handlungsspielraum. International bleibt der Balanceakt zwischen transatlantischer Rücksichtnahme und europäischer Erwartungshaltung bestimmend; die für kommende Woche in London avisierte Konferenz zur Sicherheit der Straße von Hormus gilt als erster Test dafür, ob Burnhams Anspruch, „Großbritanniens Interessen an erste Stelle“ zu setzen, mit den Realitäten der Krise vereinbar ist.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.20 | neutral |
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
Burnham carries the weight of his old prophecy: Brexit is terrorism. Now he must win Europe back.
The comparison with terrorism amplifies the stakes and makes any hesitation appear as betrayal.
Omits that Burnham ruled out an early election and the warm tone of his first call with Trump.
Tehran sees Burnham as a premier who does not bow to Washington but keeps dialogue open.
It highlights the contradiction between personal warmth and lack of trust, implying the cordiality is merely diplomatic.
Ignores the Defence Secretary's efforts to mend ties with Trump, focusing only on Burnham's statement.
Moscow reports that the real work is behind the scenes: the Defence Secretary is reconnecting with Trump.
By focusing on reconciliation efforts, it downplays the confrontation narrative and projects a pragmatic relationship.
Omits Burnham's interview where he says he is ready to challenge Trump, concentrating instead on the Defence Secretary's overtures.
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