
Nikkei schließt erstmals über 72.000 Punkten – KI-Boom und Regierungspläne befeuern Rekordjagd
Japans Leitindex erreichte ein neues Allzeithoch, während Fortschritte in den US-iranischen Gesprächen den Ölpreis sinken ließen und die Aussicht auf eine Fed-Zinserhöhung den Dollar stützte.
Der japanische Aktienindex Nikkei 225 hat am Montag erstmals in seiner Geschichte die Marke von 72.000 Punkten überschritten und schloss bei 72.353,96 Zählern – ein Anstieg von 1,5 Prozent gegenüber dem Freitag. Der breiter gefasste Topix-Index erreichte ebenfalls ein Rekordhoch von 4.095,05 Punkten. Auslöser der sechsten Rekordsitzung in Folge war eine anhaltende Kauflaune bei Titeln aus den Bereichen künstliche Intelligenz und Halbleiter.
Die japanische Regierung unter Premierministerin Sanae Takaichi plant laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung Nikkei, bis 2040 öffentliche und private Investitionen von rund 370 Billionen Yen (2,29 Billionen Dollar) in strategische Sektoren wie KI und Chips zu lenken. Vor diesem Hintergrund legten Aktien wie SoftBank Group (plus 2,4 Prozent) und Tokyo Electron (plus 2,3 Prozent) deutlich zu. In Seoul stieg der Kospi um 0,4 Prozent, angeführt vom Speicherchip-Hersteller SK Hynix mit einem Kurssprung von 4,7 Prozent. Wataru Akiyama, Aktienstratege bei Nomura Securities, konstatierte, dass KI-nahe Unternehmen erneut die Führungsrolle im Markt übernähmen, warnte jedoch vor anhaltend hoher Wachsamkeit hinsichtlich der Lage im Nahen Osten.
Parallel dazu sorgten Fortschritte in den Friedensgesprächen zwischen den USA und Iran für Entspannung an den Rohstoffmärkten. Vermittler aus Katar und Pakistan erklärten, die erste Verhandlungsrunde in der Schweiz sei abgeschlossen und es seien Fortschritte auf dem Weg zu einem endgültigen Abkommen binnen 60 Tagen erzielt worden. Die iranische Ankündigung, die Straße von Hormus erneut gesperrt zu haben, wurde von US-Seite relativiert: Der Schiffsverkehr habe fortgedauert. Brent-Rohöl gab daraufhin um 1,4 Prozent auf 79,42 Dollar je Barrel nach, nachdem es im Mai zeitweise über 126 Dollar notiert hatte. ING-Rohstoffstrategen wiesen indes auf die Herausforderungen eines dauerhaften Abkommens und das Risiko erneuter Feindseligkeiten hin.
Die asiatischen Märkte zeigten ein gemischtes Bild: Während der Hang Seng in Hongkong 1 Prozent verlor und der Shanghai Composite kaum verändert schloss, stieg der Taiex in Taiwan um 2,8 Prozent. In Europa notierten die Futures auf den Euro Stoxx 50 geringfügig im Minus, der Dax-Future nahezu unverändert. Der Euro gab auf 1,1454 Dollar nach, das Pfund Sterling geriet durch Spekulationen über die politische Zukunft von Premierminister Keir Starmer unter Druck. Die hawkishe Wende der US-Notenbank in der Vorwoche ließ die Märkte eine Zinserhöhung bereits im September mit 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit einpreisen; die Rendite zweijähriger US-Anleihen stieg auf den höchsten Stand seit Anfang 2025. Der Dollar festigte sich auf 161,68 Yen.
Das nächste richtungsweisende Datum ist der für Donnerstag erwartete PCE-Kerninflationsindex der USA, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed. Zudem stehen Äußerungen von Fed-Gouverneur Christopher Waller und dem New Yorker Fed-Präsidenten John Williams an. Die technischen Gespräche auf niedrigerer Ebene zwischen den USA und Iran werden im Laufe der Woche fortgesetzt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Nikkei-Index schloss erstmals über 72.000 Punkten und verlängerte eine Rekordserie auf sechs Sitzungen. Die KI- und Halbleiter-Euphorie trieb die Käufe an und ließ auch den Topix auf ein neues Allzeithoch steigen.
Die asiatischen Märkte waren gemischt: Der Nikkei erreichte dank KI-Euphorie ein Rekordhoch, während US-Futures fielen. Fortschritte bei den USA-Iran-Gesprächen dämpften Ängste und ließen die Ölpreise sinken.
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