Anmelden
Ausgabe von 16:00 CETFreitag, 3. Juli 2026
311 Quellen · 17 Sprachen1125 Briefings heute
TechnologieDienstag, 30. Juni 2026

NASA startet Rettungsmission für abstürzendes Weltraumteleskop Swift

Ein robotischer Schlepper soll das Observatorium in eine höhere Umlaufbahn heben und so den Wiedereintritt verhindern – ein Novum für die amerikanische Raumfahrt.

Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA leitet in dieser Woche eine bislang einmalige Rettungsaktion ein, um das 2004 gestartete Weltraumteleskop Swift vor dem Verglühen in der Erdatmosphäre zu bewahren. Der ursprünglich auf zwei Jahre ausgelegte Gammastrahlen-Observatorium hat durch erhöhte Sonnenaktivität und den daraus resultierenden atmosphärischen Widerstand kontinuierlich an Höhe verloren. Ohne Eingriff würde die Sonde, die derzeit auf etwa 360 Kilometern kreist, voraussichtlich im Oktober die kritische Marke von 300 Kilometern unterschreiten und anschließend unkontrolliert abstürzen.

Für die Rettung hat die NASA das Startup Katalyst Space Technologies mit der Entwicklung des Roboters Link beauftragt. Der rund 1,6 Tonnen schwere, kühlschrankgroße Apparat mit zwölf Metern Spannweite und drei Greifarmen soll an Bord einer Pegasus-XL-Rakete von einem Flugzeug aus über dem Pazifik gestartet werden. Nach dem Aussetzen in der Nähe des Teleskops wird Link autonom an Swift andocken und es mit seinen bordinternen Triebwerken innerhalb mehrerer Monate schrittweise auf eine Zielhöhe von 600 Kilometern anheben. Die Kosten der Mission belaufen sich auf etwa 30 Millionen Dollar – ein Bruchteil des ursprünglichen Teleskopwerts von mehreren hundert Millionen Dollar.

Aus Washingtoner Sicht markiert der Einsatz den Beginn einer neuen Dienstleistungsklasse in der orbitalen Infrastruktur. Bislang verfügte nur China über vergleichbare Fähigkeiten, nachdem es vor vier Jahren einen Satelliten erfolgreich in eine höhere Friedhofsbahn manövriert hatte. Katalyst-Chef Ghonhee Lee sieht darin ein neues Werkzeug, von dem auch andere alternde Großobservatorien wie das ebenfalls höhenverlierende Hubble-Teleskop profitieren könnten. Die NASA betont, dass Swift nie für Wartungs- oder Bergungseinsätze konstruiert wurde, was die technische Herausforderung erhöht. Die Erfolgsaussichten werden von Beteiligten als offen eingeschätzt.

Parallel zu diesem robotischen Außeneinsatz findet am selben Tag eine bemannte Reparatur an der Internationalen Raumstation statt. Die NASA-Astronauten Chris Williams und Jessica Meir werden bei einem etwa sechseinhalbstündigen Außenbordeinsatz ein defektes Handgelenk des kanadischen Roboterarms Canadarm2 austauschen. Der 17 Meter lange Manipulator, seit 2001 im Einsatz, hatte Ende Mai durch erhöhten Stromverbrauch und Bewegungsstörungen auf sich aufmerksam gemacht. Ein Ersatzteil ist bereits auf der Station vorhanden.

Der Start des Rettungsschleppers ist für Dienstag, den 30. Juni 2026, um 10:23 Uhr GMT vorgesehen. Nach dem Erreichen der Umlaufbahn wird Link etwa einen Monat benötigen, um zu Swift aufzuschließen. Die eigentliche Anhebung des Teleskops wird danach voraussichtlich zwei weitere Monate in Anspruch nehmen. Bei planmäßigem Verlauf könnte das Observatorium bereits im September wieder in Betrieb gehen.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 4 Sprachen

38%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Atlantische / angloamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse/ Progressiv
TriumphDringlichkeit

Die NASA bereitet eine gewagte Rettungsmission vor, um das alternde Swift-Teleskop vor dem Absturz auf die Erde zu bewahren. Die 30 Millionen Dollar teure Operation schickt einen von einem Startup gebauten Roboter, um das Observatorium in eine höhere Umlaufbahn zu bringen. Eine kühne Mischung aus Innovation und Pragmatismus, um die Lebensdauer des Teleskops zu verlängern.

Kontinentaleuropäische Presse/ Nordisch
AlarmDistanz

Die NASA startet eine Operation, um ein fallendes Teleskop zu stoppen. Scheitert die Mission, droht die Raumsonde auf die Erde zu stürzen. Die Raumfahrtbehörde versucht, einen gefährlichen unkontrollierten Wiedereintritt abzuwenden.

Erweitere deinen Horizont

Mehr lesen
Aktuell
Acht Tunesier bei WM positiv auf Clenbuterol getestet – Fleischkontamination vermutet·Familienfehde der Bolsonaros spaltet Brasiliens Rechte vor Präsidentschaftswahl·Kanadas 200-Milliarden-Plan: Pipeline, LNG und Hafenausbau für den Asienhandel·Das Heft mit dem Superhelden: Was eine Kinderhand in Teheran über die Suche nach Vorbildern verrät·Real Madrid dementiert Interesse an Enzo Fernández – Offizielle Stellungnahme beendet Spekulationen·Trump eröffnet 250-Jahr-Feiern am Mount Rushmore – Hitze und Polarisierung überschatten Jubiläum·USA ziehen Grossteil der für Anti-IS-Mission entsandten Truppen aus Nigeria ab·Südkoreas WM-Scheitern: Trainer Hong Myung-bo tritt zurück und verlässt das Land·Acht Tunesier bei WM positiv auf Clenbuterol getestet – Fleischkontamination vermutet·Familienfehde der Bolsonaros spaltet Brasiliens Rechte vor Präsidentschaftswahl·Kanadas 200-Milliarden-Plan: Pipeline, LNG und Hafenausbau für den Asienhandel·Das Heft mit dem Superhelden: Was eine Kinderhand in Teheran über die Suche nach Vorbildern verrät·Real Madrid dementiert Interesse an Enzo Fernández – Offizielle Stellungnahme beendet Spekulationen·Trump eröffnet 250-Jahr-Feiern am Mount Rushmore – Hitze und Polarisierung überschatten Jubiläum·USA ziehen Grossteil der für Anti-IS-Mission entsandten Truppen aus Nigeria ab·Südkoreas WM-Scheitern: Trainer Hong Myung-bo tritt zurück und verlässt das Land·
Akt. 06:444 Sprachen · 4 Quellen
4 Quellen|4 Sprachen|2 Min. Lesezeit
Dienstag, 30. Juni 2026

NASA startet Rettungsmission für abstürzendes Weltraumteleskop Swift

Ein robotischer Schlepper soll das Observatorium in eine höhere Umlaufbahn heben und so den Wiedereintritt verhindern – ein Novum für die amerikanische Raumfahrt.

Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA leitet in dieser Woche eine bislang einmalige Rettungsaktion ein, um das 2004 gestartete Weltraumteleskop Swift vor dem Verglühen in der Erdatmosphäre zu bewahren. Der ursprünglich auf zwei Jahre ausgelegte Gammastrahlen-Observatorium hat durch erhöhte Sonnenaktivität und den daraus resultierenden atmosphärischen Widerstand kontinuierlich an Höhe verloren. Ohne Eingriff würde die Sonde, die derzeit auf etwa 360 Kilometern kreist, voraussichtlich im Oktober die kritische Marke von 300 Kilometern unterschreiten und anschließend unkontrolliert abstürzen.

Für die Rettung hat die NASA das Startup Katalyst Space Technologies mit der Entwicklung des Roboters Link beauftragt. Der rund 1,6 Tonnen schwere, kühlschrankgroße Apparat mit zwölf Metern Spannweite und drei Greifarmen soll an Bord einer Pegasus-XL-Rakete von einem Flugzeug aus über dem Pazifik gestartet werden. Nach dem Aussetzen in der Nähe des Teleskops wird Link autonom an Swift andocken und es mit seinen bordinternen Triebwerken innerhalb mehrerer Monate schrittweise auf eine Zielhöhe von 600 Kilometern anheben. Die Kosten der Mission belaufen sich auf etwa 30 Millionen Dollar – ein Bruchteil des ursprünglichen Teleskopwerts von mehreren hundert Millionen Dollar.

Aus Washingtoner Sicht markiert der Einsatz den Beginn einer neuen Dienstleistungsklasse in der orbitalen Infrastruktur. Bislang verfügte nur China über vergleichbare Fähigkeiten, nachdem es vor vier Jahren einen Satelliten erfolgreich in eine höhere Friedhofsbahn manövriert hatte. Katalyst-Chef Ghonhee Lee sieht darin ein neues Werkzeug, von dem auch andere alternde Großobservatorien wie das ebenfalls höhenverlierende Hubble-Teleskop profitieren könnten. Die NASA betont, dass Swift nie für Wartungs- oder Bergungseinsätze konstruiert wurde, was die technische Herausforderung erhöht. Die Erfolgsaussichten werden von Beteiligten als offen eingeschätzt.

Parallel zu diesem robotischen Außeneinsatz findet am selben Tag eine bemannte Reparatur an der Internationalen Raumstation statt. Die NASA-Astronauten Chris Williams und Jessica Meir werden bei einem etwa sechseinhalbstündigen Außenbordeinsatz ein defektes Handgelenk des kanadischen Roboterarms Canadarm2 austauschen. Der 17 Meter lange Manipulator, seit 2001 im Einsatz, hatte Ende Mai durch erhöhten Stromverbrauch und Bewegungsstörungen auf sich aufmerksam gemacht. Ein Ersatzteil ist bereits auf der Station vorhanden.

Der Start des Rettungsschleppers ist für Dienstag, den 30. Juni 2026, um 10:23 Uhr GMT vorgesehen. Nach dem Erreichen der Umlaufbahn wird Link etwa einen Monat benötigen, um zu Swift aufzuschließen. Die eigentliche Anhebung des Teleskops wird danach voraussichtlich zwei weitere Monate in Anspruch nehmen. Bei planmäßigem Verlauf könnte das Observatorium bereits im September wieder in Betrieb gehen.

Divergenz der Quellen

Technologie · 4 Quellen · 4 Sprachen

38%Mittel

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Gunstig75%
Neutral25%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 4 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Atlantische / angloamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse/ Progressiv
TriumphDringlichkeit

Die NASA bereitet eine gewagte Rettungsmission vor, um das alternde Swift-Teleskop vor dem Absturz auf die Erde zu bewahren. Die 30 Millionen Dollar teure Operation schickt einen von einem Startup gebauten Roboter, um das Observatorium in eine höhere Umlaufbahn zu bringen. Eine kühne Mischung aus Innovation und Pragmatismus, um die Lebensdauer des Teleskops zu verlängern.

Kontinentaleuropäische Presse/ Nordisch
AlarmDistanz

Die NASA startet eine Operation, um ein fallendes Teleskop zu stoppen. Scheitert die Mission, droht die Raumsonde auf die Erde zu stürzen. Die Raumfahrtbehörde versucht, einen gefährlichen unkontrollierten Wiedereintritt abzuwenden.

Diese Nachricht erschien in

4 Quellen · 4 Sprachen

Erweitere deinen Horizont

Aus Geopolitics & Politics

Trump fliegt erstmals mit von Katar geschenkter Präsidentenmaschine

10 Sprachen · 26 Quellen

Aus Economy & Markets

BYD vor Rückkehr an die Weltspitze – Europas Autobauer unter Druck

3 Sprachen · 13 Quellen

Aus Science & Health

Brasiliens Kinder besitzen erstmals weniger Handys – ein globales Umdenken bei digitalen Medien?

4 Sprachen · 5 Quellen

Mehr lesen