
Nach vergebener Großchance: Todesdrohungen gegen Kolumbiens Campaz
Der kolumbianische Fußballverband verurteilt die Drohungen gegen Jaminton Campaz und seine Familie nach dem WM-Aus gegen die Schweiz und fordert strafrechtliche Ermittlungen.
In der 114. Minute des WM-Achtelfinals zwischen Kolumbien und der Schweiz in Vancouver vergab Jaminton Campaz die größte Chance der Partie. Nach einem Abwehrfehler tauchte der 26-jährige Angreifer frei vor dem Tor auf, setzte den Ball jedoch über die Querlatte. Die kolumbianische Nationalmannschaft schied später im Elfmeterschießen mit 3:4 aus, nachdem es nach 120 Minuten 0:0 gestanden hatte. Campaz selbst verwandelte seinen Strafstoß, doch die Niederlage war besiegelt.
Wenige Stunden nach dem Abpfiff sah sich Campaz in den sozialen Medien einer Welle von Hasskommentaren und Todesdrohungen ausgesetzt. Die Angriffe richteten sich auch gegen seine Familie, darunter seine fünfjährige Tochter. Der Spieler von Rosario Central aus Argentinien schränkte die Kommentarfunktion auf Instagram ein und veröffentlichte ein emotionales Bild, das ihn niedergeschlagen auf dem Rasen zeigt. Dazu schrieb er: „Mein Kolumbien, bitte lasst uns niemals den Respekt verlieren. Keine Leidenschaft rechtfertigt Hass oder ein Leben in Angst.“ Aus Sicherheitsgründen trat Campaz den Rückflug nach Bogotá nicht gemeinsam mit der Mannschaft an, sondern blieb in Vancouver.
Der kolumbianische Fußballverband (FCF) reagierte am Freitag mit einer scharfen Verurteilung. In einer offiziellen Mitteilung forderte er die Generalstaatsanwaltschaft auf, die Urheber der Drohungen „mit größter Dringlichkeit“ zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen. Der Verband betonte, dass kein Sportler wegen seines Einsatzes für das Land eingeschüchtert werden dürfe. In kolumbianischen und internationalen Medien wird der Vorfall mit dem dunkelsten Kapitel der Fußballgeschichte des Landes in Verbindung gebracht: 1994 wurde der Verteidiger Andrés Escobar in Medellín erschossen, wenige Tage nachdem er bei der WM in den USA ein Eigentor erzielt hatte. Die Parallelen wecken in der Öffentlichkeit tiefe Besorgnis.
Auch außerhalb Kolumbiens sorgt der Fall für Aufsehen. Sein argentinischer Vereinskollege Ángel Di María, Weltmeister von 2022, richtete eine Solidaritätsbotschaft an Campaz: „Du hast alles für dein Land gegeben.“ Die FCF rief die kolumbianische Bevölkerung dazu auf, sportliche Enttäuschungen nicht in Aggression umschlagen zu lassen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft stehen nun im Mittelpunkt, während Campaz vorerst nicht in seine Heimat zurückgekehrt ist. Das sportliche Aus Kolumbiens, das in der regulären Spielzeit ungeschlagen blieb, wird damit von einer schweren außersportlichen Krise überschattet.
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Arabische Golfpresse | −0.50 | critical |
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
| Iranische & verwandte Presse | −0.70 | critical |
Colombia condemns the threats and defends the player's dignity through the federation and his own appeal.
Colombia institutionalizes the crisis by turning a personal threat into a public order case, using official condemnation to restore normalcy.
Does not mention the parallel with Andrés Escobar's murder, which other blocs use to amplify the gravity.
The Gulf evokes the ghost of Escobar to denounce insecurity in Colombia and the vulnerability of its athletes.
The Gulf uses the historical parallel with Escobar's murder to amplify the perception of danger and delegitimize the Colombian state's ability to protect its athletes.
Does not report Campaz's plea for respect nor the official condemnation by the federation.
Russia records the incident as a news fact, without emphasis or judgment.
Russia minimizes the event's scope by reducing it to a brief news item, stripping it of emotional and historical context.
Does not include the historical reference to Escobar nor the reactions of the player and federation.
Iran prophesies the repetition of the Escobar tragedy, warning about the fate of the player and his family.
Iran establishes a direct analogy with the 1994 Escobar murder, creating narrative tension that turns a sporting mistake into an imminent death threat.
Does not mention the Colombian federation's condemnation nor Campaz's appeal for respect.
Erweitere deinen Horizont
US-Senator Lindsey Graham unerwartet gestorben – Unsicherheit für Trumps Kongressmehrheit
13 Sprachen · 55 Quellen
Aus Economy & MarketsKI-Wettbewerb verlagert sich auf Kosteneffizienz
6 Sprachen · 18 Quellen
Aus TechnologyOpenAI bündelt KI-Agenten: ChatGPT Work startet, Browser Atlas wird eingestellt
7 Sprachen · 7 Quellen