
Merinos später Treffer bringt Spanien ins Halbfinale gegen Frankreich
Der eingewechselte Mikel Merino erzielte in der 88. Minute den 2:1-Siegtreffer gegen Belgien und besiegelte das erste WM-Halbfinale Spaniens seit 2010.
Es war die 88. Minute im SoFi Stadium von Los Angeles, als Mikel Merino zum zweiten Mal binnen fünf Tagen zum späten Helden der spanischen Nationalmannschaft wurde. Der Mittelfeldspieler des FC Arsenal, erst zwei Minuten zuvor für Dani Olmo eingewechselt, staubte einen von Belgiens Ersatztorhüter Senne Lammens nur nach vorne abgewehrten Fernschuss von Pau Cubarsí ab und sicherte dem Europameister einen 2:1-Erfolg im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 2026. Merino hatte bereits im Achtelfinale gegen Portugal in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer erzielt – ein Novum in der WM-Geschichte, dass ein Spieler in zwei verschiedenen K.-o.-Partien als Einwechselspieler das Siegtor markiert.
Dabei hatte Spanien die Partie über weite Strecken dominiert, ohne die letzte Konsequenz zu zeigen. Fabián Ruiz, von Trainer Luis de la Fuente überraschend anstelle von Pedri in die Startelf beordert, brachte die Iberer in der 30. Minute in Führung, als er einen Abpraller nach einem Schuss von Dani Olmo verwertete. Belgien, das bereits vor dem Anpfiff den verletzten Kapitän Youri Tielemans ersetzen musste, glich kurz vor der Pause durch einen Kopfball von Charles De Ketelaere aus – das erste Gegentor für Spaniens Torhüter Unai Simón nach einer Rekordserie von 650 Minuten ohne WM-Gegentreffer. Die Partie blieb in der zweiten Halbzeit zäh, bis sich in der 71. Minute das Blatt wendete: Thibaut Courtois, der belgische Schlussmann von Real Madrid, musste mit einer Oberschenkelverletzung unter Tränen vom Platz. Sein Vertreter Lammens, 24-jähriger Keeper von Manchester United, unterlief dann der folgenschwere Fehler.
Aus belgischer Sicht endete mit dieser Niederlage eine Ära. Die sogenannte „Goldene Generation“ um Courtois, Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku, die 2018 WM-Dritter wurde, scheiterte erneut an einem großen Titel. Courtois selbst deutete nach dem Spiel an, über seine Zukunft im Nationalteam nachdenken zu wollen. Spanische Beobachter hingegen feierten den Einzug in das erste WM-Halbfinale seit dem Titelgewinn 2010 und verwiesen auf die nunmehr 36 Pflichtspiele andauernde Serie ohne Niederlage. Lamine Yamal, der erneut als bester Spieler ausgezeichnet wurde, äußerte sich selbstbewusst: „Wenn Frankreich jemanden fürchten muss, dann uns.“
Im Halbfinale kommt es am Dienstag in Dallas zur Neuauflage des EM-Halbfinals von 2024, das Spanien mit 2:1 für sich entschieden hatte. Auch in der Nations League 2025 behielt die Mannschaft von Luis de la Fuente gegen die Équipe Tricolore die Oberhand. Für Spanien, das in diesem Turnier erst ein Gegentor kassierte, ist es die Chance, nach 16 Jahren wieder in ein WM-Finale einzuziehen. Frankreich, das zuvor Marokko mit 2:0 bezwang, strebt derweil die dritte Endspielteilnahme in Folge an.
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Spanien sucht Revanche nach dem Ausscheiden von 1986, eine Gelegenheit, einen historischen Kreis zu schließen.
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Spanien ist der Favorit, aber Belgien kann überraschen.
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