
Südkoreas WM-Aus: Trainer Hong Myung-bo tritt zurück, Präsident kritisiert Führung
Nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2026 trat der umstrittene Nationaltrainer zurück, während Staatspräsident Lee Jae-myung eine Untersuchung der Verbandsführung forderte.
Die südkoreanische Nationalmannschaft schied in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2026 aus und zog unmittelbare personelle Konsequenzen: Cheftrainer Hong Myung-bo erklärte am Sonntag in Guadalajara seinen Rücktritt. Zuvor war das Team in der Gruppe A nach einem 2:1-Auftaktsieg gegen Tschechien mit zwei 0:1-Niederlagen gegen Mexiko und Südafrika auf dem dritten Platz gelandet. Drei Punkte und eine negative Tordifferenz reichten nicht, um sich als einer der acht besten Gruppendritten für das Sechzehntelfinale zu qualifizieren. Hong übernahm die Verantwortung und bat die Anhänger um Entschuldigung: „Ich habe die erwarteten Ergebnisse nicht geliefert. Die Verantwortung liegt allein bei mir.“
Das sportliche Scheitern löste in Seoul eine politische Kontroverse aus. Staatspräsident Lee Jae-myung äußerte sich auf der Plattform X „fassungslos“ über das unerwartete Ergebnis und kritisierte scharf die Personalentscheidungen im Verband. Wenn Loyalität und Fraktionsdenken über Kompetenz gestellt würden und unfähige Personen in Führungspositionen berufen würden, sei der Ausgang vorhersehbar, schrieb Lee. Er kündigte an, das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus mit einer gründlichen Untersuchung der Vorgänge zu beauftragen, um Wiederholungen zu verhindern und die Sportverwaltung zu reformieren. Der Präsident, der sich selbst als leidenschaftlichen Fan bezeichnete, entschuldigte sich bei der Bevölkerung für die „inakzeptable Enttäuschung“.
Begleitet wurde die Debatte von ungewöhnlich scharfen medialen Reaktionen. Der öffentlich-rechtliche Sender KBS pixelte in seinen Berichten das Gesicht des Trainers – eine in Südkorea übliche Praxis bei der Berichterstattung über Tatverdächtige. Hong musste nach seiner Rückkehr in den frühen Morgenstunden Protesten von Fans ausweichen. Bereits seine Ernennung im Juli 2024 als Nachfolger von Jürgen Klinsmann war in südkoreanischen Medien auf Vorwürfe der Intransparenz und Günstlingswirtschaft gestoßen. Besonders die Entscheidung, Kapitän Son Heung-min im entscheidenden Spiel gegen Südafrika zunächst auf die Bank zu setzen, wurde ihm als folgenschwerer Fehler angelastet.
Hong Myung-bo, der als Spieler 136 Länderspiele bestritt und die Mannschaft 2002 als Kapitän ins Halbfinale geführt hatte, scheiterte damit zum zweiten Mal als Trainer in der WM-Vorrunde – bereits 2014 war Südkorea unter seiner Leitung nach der Gruppenphase ausgeschieden. In seiner Rücktrittserklärung räumte er ein, sich stets die Frage gestellt zu haben, ob seine Entscheidungen dem koreanischen Fußball dienten. Er werde die Nationalmannschaft weiterhin unterstützen, sagte er, doch seine Amtszeit endete nach knapp zwei Jahren.
Für den südkoreanischen Fußball steht nun eine richtungsweisende Phase bevor. Der Verband hat noch keinen Nachfolger benannt, während die von Präsident Lee geforderte Untersuchung tiefgreifende Reformen nach sich ziehen könnte. Auch die Zukunft von Son Heung-min, der mit 34 Jahren sein letztes WM-Spiel bestritten haben dürfte, ist offen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Trainer trat nach dem frühen Ausscheiden zurück; die Mannschaft holte nur drei Punkte und kam nicht weiter.
Das WM-Fiasko wird zur Staatsaffäre, der Präsident geißelt die Verschwendung öffentlicher Gelder und fordert eine Untersuchung. Er greift Trainer und Verband wegen Vetternwirtschaft und Inkompetenz an und nennt das Ergebnis inakzeptabel.
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