
Doppelte Qualifikation durch ein 3:3: Österreich und Algerien weisen Kollusionsvorwürfe zurück
Nach einem dramatischen 3:3 in der WM-Gruppenphase, das Österreich und Algerien das Weiterkommen sicherte, wies Österreichs Trainer Ralf Rangnick Spekulationen über eine Absprache entschieden zurück.
Das 3:3 zwischen Österreich und Algerien im Arrowhead Stadium von Kansas City ließ beide Mannschaften jubeln – Österreich zog als Gruppenzweiter in die K.-o.-Runde ein, Algerien als einer der besten Gruppendritten. Für Iran hingegen bedeutete dieses Ergebnis das Aus, weil das Team in der Wertung der Drittplatzierten nur den neunten Rang belegte. In Teheraner Medien und von Kommentatoren des staatlichen Rundfunks wurde umgehend der Vorwurf der Kollusion laut, doch die dramatische Schlussphase des Spiels entzog solchen Theorien weitgehend den Boden.
Auf dem Rasen entwickelte sich ein Spektakel, das selbst Routinier Rangnick an Alfred Hitchcock erinnerte. Österreich ging zweimal durch Marco Arnautović und Marcel Sabitzer in Führung, Algerien glich durch Rafik Belghali und Riyad Mahrez jeweils aus. Als Mahrez in der dritten Minute der Nachspielzeit das 3:2 erzielte, schien die Entscheidung gefallen – doch der österreichische Joker Saša Kalajdžić traf mit dem letzten Schuss des Spiels zum 3:3. Rangnick kommentierte: „Wenn mir drei Minuten vor Schluss jemand diesen Ausgang prophezeit hätte, ich hätte ihn für verrückt erklärt. So ein unberechenbares Drama habe ich in 40 Jahren Trainerlaufbahn nicht erlebt.“
Vor dem Anpfiff hatte die Konstellation an die „Schande von Gijón“ 1982 erinnert, als ein Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und Österreich Algerien eliminierte. In iranischen Medien wurden nun Parallelen gezogen und von einer „unfairen Absprache“ geschrieben. Aus spieltheoretischer Sicht hatte ein Unentschieden für beide Teams tatsächlich einen maximalen Nutzen, doch die wilden Minuten der Nachspielzeit sprechen gegen eine bewusste Verabredung. Rangnick wies jeglichen Verdacht zurück: „Bei einem 3:3 kann niemand von einer Absprache reden – vor allem nicht nach diesen letzten 90 Sekunden.“ Auch Algeriens Coach Vladimir Petković sagte, das Ergebnis spreche für sich und der Sport habe gesiegt.
Mit dem Remis wahren beide nun Chancen auf das Achtelfinale: Österreich trifft auf Europameister Spanien, Algerien auf die Schweiz – eine Paarung, die Petković aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Nationalcoach der Eidgenossen besonders nahe geht. Rangnick zeigte sich erleichtert und fassungslos zugleich: „Ich muss mich noch zwicken, um zu begreifen, dass Österreich zum ersten Mal seit 44 Jahren wieder in der K.-o.-Runde steht. Und wer hätte gedacht, dass die Türkei nach zwei Spielen ausscheidet? Alles ist möglich.“
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Iranische Staatsmedien stellen das 3:3-Unentschieden als eine abgesprochene Kollusion zwischen Österreich und Algerien dar und verweisen auf das bequeme Ergebnis, das den Iran aus dem Turnier warf. Sie empören sich über die empfundene Ungerechtigkeit und erwähnen zwar das Dementi des österreichischen Trainers, deuten aber an, dass es wenig überzeugend sei.
Europäische Medien weisen Kollusionsvorwürfe zurück und betonen den chaotischen, packenden Charakter des Spiels. Sie zitieren den österreichischen Trainer, der darauf besteht, dass ein 3:3 mit Last-Minute-Drama nicht abgesprochen sein kann, und feiern das Spektakel und die sportliche Integrität.
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