
Daveigh Chase: Vom Kinderstar, der eine Generation prägte, zum stillen Tod mit 35
Die offizielle Todesursache der Schauspielerin, die als Samara in „The Ring“ und als Stimme von Lilo weltberühmt wurde, offenbart ein Leben voller Schatten.
In den letzten Tagen ihres Lebens richtete ihr Freund Roy Hernandez einen Spendenaufruf auf GoFundMe ein. „Daveigh wurde mit Meningitis und mehreren schweren Blutinfektionen diagnostiziert“, schrieb er. „Ihr Zustand ist kritisch, und die Ärzte haben mir gesagt, dass ihr vielleicht nicht mehr viel Zeit bleibt.“ Wenig später, am 16. Juni, starb die 35-Jährige in einem Krankenhaus in Los Angeles. Die Nachricht von ihrem Tod verbreitete sich rasch über Kontinente hinweg – von US-amerikanischen Branchenblättern über indonesische und malaysische Portale bis hin zu lateinamerikanischen Zeitungen.
Zwei Wochen danach veröffentlichte das Los Angeles County Medical Examiner’s Office die offizielle Todesursache: erworbenes Immundefektsyndrom (AIDS). Als wesentlicher Begleitfaktor wurde „chronischer polysubstanzgebrauch“ – der langjährige gleichzeitige Konsum mehrerer Drogen – vermerkt. Die ersten Angaben von Hernandez und Chases Vater John Schwallier hatten noch auf bakterielle Meningitis, Blutvergiftung und schwere Mangelernährung hingewiesen. Schwallier erklärte gegenüber NBC News, seine Tochter sei obdachlos gewesen und habe seit ihrem 13. Lebensjahr mit Suchtproblemen gekämpft. Ihre Mutter Cathy schilderte der Daily Mail, wie Chase nach Gefängnisaufenthalten spurlos verschwand und sie jahrelang vergeblich nach ihr suchte.
Dabei hatte Daveigh Chase, geboren 1990 in Las Vegas, eine der bemerkenswertesten Kinderkarrieren des frühen 21. Jahrhunderts hingelegt. 2002, im Alter von zwölf Jahren, lieh sie der hawaiianischen Waise Lilo in Disneys Animationsfilm „Lilo & Stitch“ ihre Stimme und verkörperte im selben Jahr das unheimliche Geistermädchen Samara Morgan in Gore Verbinskis Horrorfilm „The Ring“. Für diese Rolle erhielt sie 2003 den MTV Movie Award als beste Filmbösewichtin – vor Schauspielern wie Willem Dafoe und Daniel Day-Lewis. Zuvor war sie bereits in „Donnie Darko“ zu sehen und sprach die englische Fassung von Chihiro in Hayao Miyazakis „Chihiros Reise ins Zauberland“. Beide Filme erreichten auch im deutschsprachigen Raum ein Millionenpublikum und prägten das Kinoerlebnis einer ganzen Generation.
Die Berichterstattung über ihren Tod spiegelte diese globale Resonanz wider. Während US-Medien wie die Los Angeles Times und Fox News vor allem die medizinischen Details und die familiären Konflikte um die GoFundMe-Kampagne in den Vordergrund rückten, erinnerten indonesische und malaysische Nachrichtenseiten an ihre ikonischen Rollen und die juristischen Probleme der späteren Jahre. In Brasilien und Argentinien wurde ausführlich über ihre Obdachlosigkeit und den Drogenkonsum berichtet, oft mit einem Ton der Bestürzung über den Kontrast zwischen der Unschuld ihrer Figuren und der Härte ihres eigenen Lebens. Die britische Zeitung The Independent zitierte ausführlich die verzweifelte Suche der Mutter und die vergeblichen Rehabilitationsversuche ihres früheren Managers.
Nach 2016 trat Chase nicht mehr vor der Kamera auf. Ihre letzten Instagram-Posts aus dem Jahr 2017 zeigen eine junge Frau, deren Leben aus den Fugen geraten war. Zurück bleibt das Bild einer Stimme, die Millionen Kinder zum Lachen brachte, und einer Darstellerin, die das Horrorgenre mit einer einzigen, verstörenden Geste für immer veränderte – während die Spendenkampagne ihres Freundes noch Tage nach ihrem Tod online stand, von der Familie als nicht autorisiert zurückgewiesen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Daveigh Chase, die ehemalige Kinderdarstellerin, die Lilo ihre Stimme lieh und Samara in The Ring spielte, starb mit 35 Jahren. Die Gerichtsmedizin von Los Angeles stellte als Todesursache AIDS-Komplikationen fest und wertete den Tod als natürlich.
Daveigh Chase, bekannt aus The Ring und Lilo & Stitch, starb mit 35 Jahren nach einem Leben, das von Obdachlosigkeit und Drogenabhängigkeit geprägt war. Die Gerichtsmedizin nannte AIDS-Komplikationen und chronischen Substanzkonsum als Ursachen und offenbarte ein tragisches Ende für den ehemaligen Kinderstar.
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