
Gelbe Stummfilmstars und ein rosa Plüsch-Teenager: Zwei Ikonen der Jahrtausendwende kehren zurück
Während die Minions im neuen Film ins Hollywood der 1920er stolpern, beginnt die junge Elle Woods auf Prime Video ihre Highschool-Jahre im grungegrauen Seattle – beide mit erstaunlichem Echo.
Als die Minions versehentlich auf ein Hollywood-Filmset der Stummfilmära geraten, geschieht etwas, das selbst die gelben Chaoswesen nicht planen konnten: Die Studiobosse erkennen in dem zufällig belichteten Material eine magnetische Kraft, und binnen kürzester Zeit werden die kleinen Wesen zu gefeierten Leinwandstars. Regisseur und Minion-Stimme Pierre Coffin schildert diesen Handlungsbogen von „Minions & Monsters“ als eine Liebeserklärung an das goldene Zeitalter Hollywoods, in dem Rhythmus, Bewegung und Expressivität alles galten – Eigenschaften, die die Minions instinktiv beherrschen, ohne eine einzige verständliche Zeile sprechen zu müssen.
Zur selben Zeit, nur einen Klick entfernt auf Prime Video, betritt eine andere Ikone der frühen 2000er die Bühne: Elle Woods, noch keine Jurastudentin in Harvard, sondern eine Teenagerin, die 1995 mit ihrem Vater von Los Angeles ins flanellgraue Seattle ziehen muss. Die von Reese Witherspoon produzierte Serie „Elle“ zeigt die Titelfigur, gespielt von Newcomerin Lexi Minetree, in einer Welt, in der Bikini Kill keine Bademodenmarke und Nirvanas Smiley ohne Strasssteine auskommen muss. „Pink ist keine Persönlichkeit“, schleudert ihr eine Mitschülerin entgegen – ein Satz, der für manche Kritiker zum unfreiwilligen Motto der Serie wurde.
Beide Werke sind Kinder einer Unterhaltungsindustrie, die zunehmend auf die Wiederbelebung vertrauter Figuren setzt. Während die Minions mit ihrem siebten Film längst ein globales Sprachphänomen geworden sind – ihr „Minionés“ ist ein spontan entstandenes Gemisch aus Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Japanisch, das ohne Grammatik auskommt und weltweit verstanden wird –, spaltet die Vorgeschichte der rosa Anwältin das Publikum. In den USA lobte die „Seattle Times“ die Serie als „charmant“ und Minetrees Darstellung als „unheimlich gut darin, die junge Witherspoon zu kanalisieren“. Das britische Magazin „NME“ nannte „Elle“ ein „prickelndes, pinkfarbenes Vergnügen“. Dagegen urteilte das US-Branchenblatt „IndieWire“, die Serie sei „stumpf und verblendet“, und der britische „RadioTimes“ befand, so „fades“ Fernsehen „sollte illegal sein“.
Jenseits der Nostalgie-Debatte öffnet sich ein Fenster in die Werkstatt der Filmemacher. Pierre Coffin, der den Minions seit 2010 seine Stimme leiht, äußerte sich im Gespräch mit der italienischen Nachrichtenagentur Adnkronos skeptisch zur Rolle künstlicher Intelligenz: „Ich verstehe nicht, warum so viel Geld in diese Technologie investiert wird, die als ‚die Zukunft‘ gepriesen wird, während sie gleichzeitig alles zu zerstören droht, was sie berührt.“ Sein Film hingegen setzt auf handgemachte Referenzen: von Harold Lloyds Akrobatik über Buster Keatons stoische Präzision bis zu den surrealen Cartoons von Tex Avery – ein Bilderbogen, der Erwachsenen einen Sprung in die Vergangenheit ermöglichen soll, während Kinder, so Coffin, „einfach nur wunderschöne Bilder sehen“.
So stehen im Juli 2026 zwei sehr unterschiedliche Zeitreisen nebeneinander: eine in die Stummfilmära, in der die Minions versehentlich echte Monster auf die Welt loslassen, und eine ins Seattle der Grunge-Ära, in der eine junge Frau lernt, dass Optimismus und eine geteilte Liebe zu Chanel jede Mauer durchdringen können. Am Ende bleibt das Bild einer Industrie, die ihre eigenen Mythen immer wieder neu verpackt – und eines gelben Wesens, das ohne Worte mehr sagt als manches Drehbuch.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Prequel-Serie zu Legally Blonde ist eine unnötige Ergänzung des Franchise, überrascht aber mit Humor und Charme. Nostalgie allein hätte ein Publikum garantiert, doch die Serie verdient sich ihren Platz durch echten Spaß. Kritiker erkennen die Überflüssigkeit an, empfehlen sie aber dennoch als vergnügliche Sommerunterhaltung.
Der neue Minions-Film wird als liebevolle Hommage an das goldene Zeitalter Hollywoods präsentiert, doch der Regisseur nutzt die Gelegenheit, um vor künstlicher Intelligenz zu warnen. Er mahnt, dass KI, als Zukunft gepriesen, alles zerstört, was sie berührt, und die Kreativität bedroht, von der das Kino abhängt. Der Film wird so zum Symbol des Widerstands gegen technologische Übergriffe auf die Kunst.
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