
Mojtaba Khamenei bleibt nach Beisetzung des Vaters abwesend – Irans Führung im Verborgenen
Die Abwesenheit des neuen Obersten Führers Mojtaba Khamenei bei den Trauerfeierlichkeiten für seinen Vater Ali Khamenei deutet auf eine Verschiebung der Machtverhältnisse hin und nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand.
Mit der Beisetzung des früheren Obersten Führers Ali Khamenei in der heiligen Stadt Maschhad endete am Donnerstag eine einwöchige Trauerprozession, an der nach offiziellen Angaben Millionen Menschen im Iran und im Irak teilnahmen. Der neue Oberste Führer, sein Sohn Mojtaba Khamenei, blieb den Zeremonien jedoch vollständig fern – weder erschien er persönlich, noch wurde eine schriftliche Botschaft verlesen. Aus Teheraner Regierungskreisen verlautete, der 56-Jährige sei bei dem US-amerikanisch-israelischen Luftschlag am 28. Februar, der seinen Vater tötete, selbst schwer verletzt und im Gesicht entstellt worden. Präsident Massud Peseschkian hatte im Mai mitgeteilt, der Gesundheitszustand des Führers bessere sich; seither gab es keine offizielle Stellungnahme.
Aus Sicht von Analysten des Genfer Hochschulinstituts für internationale Studien und der in Washington ansässigen Denkfabrik United Against Nuclear Iran ist die Abwesenheit nicht allein gesundheitlich oder sicherheitspolitisch begründet. Sie verweise vielmehr auf eine grundlegende Veränderung der Rolle des Obersten Führers. Farzan Sabet, Forscher in Genf, erklärte gegenüber AFP, Mojtaba Khamenei werde seine Macht „weiter den Revolutionsgarden unterordnen“. Jason Brodsky von United Against Nuclear Iran ergänzte, das Kräfteverhältnis zwischen dem Büro des Obersten Führers und den Garden habe sich verschoben; der neue Führer sei von der Truppe abhängiger als sein Vater. In Teheraner Machtzirkeln wird zudem eine mögliche Rivalität mit Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf nicht ausgeschlossen, der während des Krieges zur sichtbarsten politischen Figur aufstieg.
Die Unsichtbarkeit des Nachfolgers fällt in eine Zeit, in der das Regime nach außen Stärke demonstrieren will. Die Trauerfeiern wurden von der Führung als Beleg für den Fortbestand des theokratischen Systems inszeniert; an der Beisetzung nahmen die Spitzen von Judikative und Legislative teil. Doch aus der Bevölkerung mehren sich Stimmen der Verunsicherung. Ein Lehrer aus Teheran sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Abwesenheit des Obersten Führers werde „zu wachsender Ungewissheit und Unordnung führen“. Beobachter in europäischen Hauptstädten verweisen darauf, dass die erbliche Nachfolge im Widerspruch zum revolutionären Gründungsmythos von 1979 steht und die Legitimität des Amtes schwächen könnte.
Die Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund eines fragilen Waffenstillstands mit den USA, der in dieser Woche durch neue Feindseligkeiten im Persischen Golf und amerikanische Bombardements von rund 170 Zielen im Iran erschüttert wurde. Washington und Teheran haben nach Vermittlung Katars erneut Gespräche signalisiert, doch Präsident Donald Trump erklärte zugleich, der Waffenstillstand sei „vorbei“. Für Freitag ist eine Trauerzeremonie angesetzt, bei der Ali Khomeini, ein Enkel des Revolutionsgründers, im Namen Mojtaba Khameneis sprechen soll. Ob und wann der neue Oberste Führer selbst öffentlich auftritt, bleibt ungewiss.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
| Chinesische Presse | 0.00 | neutral |
Der Westen beobachtet mit Besorgnis das Machtvakuum in Teheran und stellt die Widerstandsfähigkeit des Regimes in Frage.
Durch die Betonung des Fehlens von Lebenszeichen und offizieller Kommunikation wird eine Erzählung einer bevorstehenden Krise aufgebaut.
Es lässt die Möglichkeit außer Acht, dass Mojtaba sich einfach erholt und sein Auftritt unmittelbar bevorsteht, wie von anderen Quellen berichtet.
Südostasien berichtet zuversichtlich über den bevorstehenden öffentlichen Auftritt des neuen Führers, ein Zeichen der Stabilität.
Es stützt sich auf lokale Quellen und offizielle Aussagen, um ein beruhigendes Bild zu vermitteln und Unsicherheiten zu minimieren.
Es erörtert weder die Gründe für die lange Abwesenheit noch die Spekulationen über interne Konflikte, sondern konzentriert sich nur auf das positive Ereignis.
China analysiert mit Distanz die Auswirkungen der Abwesenheit, ohne Alarmismus, und hebt mögliche Veränderungen in der Rolle des Führers hervor.
Es nimmt einen ausgewogenen Ton an, der sowohl gesundheitliche Bedenken als auch strategische Überlegungen anführt, um eine objektive Analyse zu präsentieren.
Es betont weder das Machtvakuum noch die Fragilität des Regimes, anders als die atlantische Presse.
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