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Ausgabe von 20:00 CETSonntag, 12. Juli 2026
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Energie & KlimaSonntag, 12. Juli 2026

81-Prozent-Risiko für Super-El-Niño: Weltweite Nahrungsmittelpreise vor starkem Anstieg

NOAA und WMO warnen vor einem der stärksten El-Niño-Zyklen seit 1950; Goldman Sachs prognostiziert einen Preisanstieg bei Lebensmitteln um 15,8 Prozent.

Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) hat die Wahrscheinlichkeit für einen „sehr starken“ El-Niño im Zeitraum Oktober bis Dezember auf 81 Prozent heraufgesetzt. Bereits jetzt liegen die Wassertemperaturen im tropischen Pazifik mehr als 2 Grad über dem langjährigen Mittel, und die Weltwetterorganisation (WMO) erwartet eine Intensivierung, die das Ereignis zu einem der stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen machen könnte. In einer Analyse warnt die Investmentbank Goldman Sachs davor, dass die globalen Preise für Nahrungsmittelrohstoffe infolge des Klimaphänomens um bis zu 15,8 Prozent steigen könnten, wobei sich die vollen Effekte erst in der zweiten Jahreshälfte 2028 materialisieren dürften. Für die Eurozone wird eine zusätzliche Teuerung bei Lebensmitteln von bis zu 1,3 Prozentpunkten erwartet.

In Brasilien, einem der weltweit größten Agrarexporteure, sind die Preise für Grundnahrungsmittel bereits stark gestiegen: Tomaten verteuerten sich binnen eines Jahres um 104 Prozent, Karotten um 103 Prozent und Kartoffeln um 100 Prozent. Die Aussaat von Soja und Mais, den wichtigsten Exportgütern, droht sich durch unregelmäßige Niederschläge zu verzögern, was den Spielraum für die anschließende zweite Maisernte (Safrinha) verringern würde. Die Kaffeeproduktion bereitet besondere Sorge: An den Terminbörsen in New York und London stiegen die Preise für Arabica und Robusta binnen eines Monats um bis zu 30 Prozent, getrieben von der Furcht vor Ertragseinbußen und bereits reduzierten Vorräten. Gleichzeitig gerät das überwiegend wasserkraftbasierte Stromsystem des Landes unter Druck; Analysten von GlobalData TS Lombard rechnen mit einem Anstieg der Inflation um bis zu zwei Prozentpunkte bis 2027.

Auch in Kolumbien spitzt sich die Lage im Energiesektor zu. Der Netzbetreiber XM meldet ein Defizit an gesicherter Leistung für den Zeitraum 2026/27 von jährlich 3.906 Gigawattstunden, während gleichzeitig die beiden zentralen Wasserkraftwerke Chivor und Guavio wegen Wartungsarbeiten teilweise oder ganz vom Netz gehen müssen. Ohne diese Kapazitäten, so XM, könnte die Nachfrage im östlichen Landesteil, zu dem die Hauptstadt Bogotá gehört, nicht mehr gedeckt werden und ein programmiertes Rationierungsszenario notwendig werden. Die Wasserspeicher liegen bereits unter dem historischen Mittel, und die thermischen Ersatzkraftwerke laufen ungewöhnlich lange auf hoher Last, was die fiskalischen Kosten in die Höhe treibt.

Ein internationales Forscherteam der Scripps Institution of Oceanography veröffentlichte derweil eine Modellstudie, die das theoretische Potenzial von marinem Wolkenaufhellen zur Abschwächung eines El-Niño-Ereignisses untersucht. Die in Science Advances erschienene Simulation zeigt, dass das Einbringen von Salzwasserpartikeln in die untere Atmosphäre über dem Pazifik die Meeresoberflächentemperaturen senken und so die Intensität reduzieren könnte. Die Methode befindet sich jedoch im Stadium reiner Klimamodellrechnungen und ist ohne reale Erprobung; eine praktische Umsetzung ist auf absehbare Zeit nicht möglich.

In den kommenden Monaten wird die Niederschlagsentwicklung in Südamerika und Südostasien sowie die Ernteberichte der großen Produzentenländer die Preisentwicklung an den Rohstoffbörsen bestimmen. Für die Inflationsprognosen der Notenbanken in Frankfurt und Washington stellt das Klimaphänomen einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor dar, dessen Ausmaß erst mit den Ernteergebnissen im ersten Quartal 2027 greifbar wird.

Divergenz — wer erzählt sie wie
Achse: Responsabilità geopolitica vs. focalizzazione locale
16%Niedrig
4 Blöcke · Positionen von −0.60 bis −0.20
Accusatori verso l'OccidenteOsservatori neutrali
ALMLATIRNRUS
Abweichung zwischen Presseblöcken
Arabische Levante-Maghreb-Presse−0.20neutral
Lateinamerikanische Presse−0.30critical
Iranische & verwandte Presse−0.60critical
Russische & GUS-Presse−0.50critical
Arabische Levante-Maghreb-Presse−0.20
Stimme

The world must prepare for a food price surge caused by the super El Niño. The data is clear: the phenomenon will be the strongest ever seen.

Mechanismusautorità scientifica

Authoritative citations (NOAA, WMO) and numerical data present the phenomenon as a scientific certainty, without questioning causes or political responsibilities.

Auslassung

It omits the geopolitical causes of current food inflation, present in Iranian and Russian blocs, which could downplay the climate-centric explanation.

AlarmPragmatismus
Lateinamerikanische Presse−0.30
Stimme

Colombia and Brazil are on the front line: the Colombian power system has never consumed so much, and Brazilian crops are at risk. XM data and international exchanges confirm this.

Mechanismuslocalizzazione del rischio

Use of technical and local data (XM, demand records) to localize the impact, making the problem concrete and immediate for the national audience.

Auslassung

It does not include the global context of war and sanctions that other blocs say worsen the food crisis.

AlarmDringlichkeitPragmatismus
Iranische & verwandte Presse−0.60
Stimme

The war against Iran and the super El Niño together will cause an unprecedented food catastrophe. Prices will rise until 2028, and it is the West's fault.

Mechanismusvittimizzazione e colpevolizzazione

Direct association between climatic events and geopolitical conflicts, presenting Iran as a victim of an unjust war that amplifies natural disasters.

Auslassung

It omits that El Niño is an independent natural phenomenon and does not mention possible mitigation measures.

AlarmRevanchismusOpferrolle
Russische & GUS-Presse−0.50
Stimme

Western sanctions and super El Niño are about to cause a global food shock that will last until 2028. Foreign policies are exacerbating an already severe climate problem.

Mechanismusescalation simmetrica

Merging two threats (climate and sanctions) into a single narrative of a crisis caused by the West, similar to the Iranian one but less victimized.

Auslassung

It does not acknowledge that sanctions may be a response to prior actions, or that El Niño also affects sanction-imposing countries.

AlarmRevanchismus

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Sonntag, 12. Juli 2026

81-Prozent-Risiko für Super-El-Niño: Weltweite Nahrungsmittelpreise vor starkem Anstieg

NOAA und WMO warnen vor einem der stärksten El-Niño-Zyklen seit 1950; Goldman Sachs prognostiziert einen Preisanstieg bei Lebensmitteln um 15,8 Prozent.

Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) hat die Wahrscheinlichkeit für einen „sehr starken“ El-Niño im Zeitraum Oktober bis Dezember auf 81 Prozent heraufgesetzt. Bereits jetzt liegen die Wassertemperaturen im tropischen Pazifik mehr als 2 Grad über dem langjährigen Mittel, und die Weltwetterorganisation (WMO) erwartet eine Intensivierung, die das Ereignis zu einem der stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen machen könnte. In einer Analyse warnt die Investmentbank Goldman Sachs davor, dass die globalen Preise für Nahrungsmittelrohstoffe infolge des Klimaphänomens um bis zu 15,8 Prozent steigen könnten, wobei sich die vollen Effekte erst in der zweiten Jahreshälfte 2028 materialisieren dürften. Für die Eurozone wird eine zusätzliche Teuerung bei Lebensmitteln von bis zu 1,3 Prozentpunkten erwartet.

In Brasilien, einem der weltweit größten Agrarexporteure, sind die Preise für Grundnahrungsmittel bereits stark gestiegen: Tomaten verteuerten sich binnen eines Jahres um 104 Prozent, Karotten um 103 Prozent und Kartoffeln um 100 Prozent. Die Aussaat von Soja und Mais, den wichtigsten Exportgütern, droht sich durch unregelmäßige Niederschläge zu verzögern, was den Spielraum für die anschließende zweite Maisernte (Safrinha) verringern würde. Die Kaffeeproduktion bereitet besondere Sorge: An den Terminbörsen in New York und London stiegen die Preise für Arabica und Robusta binnen eines Monats um bis zu 30 Prozent, getrieben von der Furcht vor Ertragseinbußen und bereits reduzierten Vorräten. Gleichzeitig gerät das überwiegend wasserkraftbasierte Stromsystem des Landes unter Druck; Analysten von GlobalData TS Lombard rechnen mit einem Anstieg der Inflation um bis zu zwei Prozentpunkte bis 2027.

Auch in Kolumbien spitzt sich die Lage im Energiesektor zu. Der Netzbetreiber XM meldet ein Defizit an gesicherter Leistung für den Zeitraum 2026/27 von jährlich 3.906 Gigawattstunden, während gleichzeitig die beiden zentralen Wasserkraftwerke Chivor und Guavio wegen Wartungsarbeiten teilweise oder ganz vom Netz gehen müssen. Ohne diese Kapazitäten, so XM, könnte die Nachfrage im östlichen Landesteil, zu dem die Hauptstadt Bogotá gehört, nicht mehr gedeckt werden und ein programmiertes Rationierungsszenario notwendig werden. Die Wasserspeicher liegen bereits unter dem historischen Mittel, und die thermischen Ersatzkraftwerke laufen ungewöhnlich lange auf hoher Last, was die fiskalischen Kosten in die Höhe treibt.

Ein internationales Forscherteam der Scripps Institution of Oceanography veröffentlichte derweil eine Modellstudie, die das theoretische Potenzial von marinem Wolkenaufhellen zur Abschwächung eines El-Niño-Ereignisses untersucht. Die in Science Advances erschienene Simulation zeigt, dass das Einbringen von Salzwasserpartikeln in die untere Atmosphäre über dem Pazifik die Meeresoberflächentemperaturen senken und so die Intensität reduzieren könnte. Die Methode befindet sich jedoch im Stadium reiner Klimamodellrechnungen und ist ohne reale Erprobung; eine praktische Umsetzung ist auf absehbare Zeit nicht möglich.

In den kommenden Monaten wird die Niederschlagsentwicklung in Südamerika und Südostasien sowie die Ernteberichte der großen Produzentenländer die Preisentwicklung an den Rohstoffbörsen bestimmen. Für die Inflationsprognosen der Notenbanken in Frankfurt und Washington stellt das Klimaphänomen einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor dar, dessen Ausmaß erst mit den Ernteergebnissen im ersten Quartal 2027 greifbar wird.

Divergenz — wer erzählt sie wie
Achse: Responsabilità geopolitica vs. focalizzazione locale
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Lateinamerikanische Presse−0.30critical
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Russische & GUS-Presse−0.50critical
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The world must prepare for a food price surge caused by the super El Niño. The data is clear: the phenomenon will be the strongest ever seen.

Mechanismusautorità scientifica

Authoritative citations (NOAA, WMO) and numerical data present the phenomenon as a scientific certainty, without questioning causes or political responsibilities.

Auslassung

It omits the geopolitical causes of current food inflation, present in Iranian and Russian blocs, which could downplay the climate-centric explanation.

AlarmPragmatismus
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Colombia and Brazil are on the front line: the Colombian power system has never consumed so much, and Brazilian crops are at risk. XM data and international exchanges confirm this.

Mechanismuslocalizzazione del rischio

Use of technical and local data (XM, demand records) to localize the impact, making the problem concrete and immediate for the national audience.

Auslassung

It does not include the global context of war and sanctions that other blocs say worsen the food crisis.

AlarmDringlichkeitPragmatismus
Iranische & verwandte Presse−0.60
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The war against Iran and the super El Niño together will cause an unprecedented food catastrophe. Prices will rise until 2028, and it is the West's fault.

Mechanismusvittimizzazione e colpevolizzazione

Direct association between climatic events and geopolitical conflicts, presenting Iran as a victim of an unjust war that amplifies natural disasters.

Auslassung

It omits that El Niño is an independent natural phenomenon and does not mention possible mitigation measures.

AlarmRevanchismusOpferrolle
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Western sanctions and super El Niño are about to cause a global food shock that will last until 2028. Foreign policies are exacerbating an already severe climate problem.

Mechanismusescalation simmetrica

Merging two threats (climate and sanctions) into a single narrative of a crisis caused by the West, similar to the Iranian one but less victimized.

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