
Mbappé vergibt Elfmeter – Bounou pariert und hält Marokko im Viertelfinale am Leben
Nach einem von Yassine Bounou gehaltenen Strafstoß von Kylian Mbappé ging das WM-Viertelfinale zwischen Frankreich und Marokko torlos in die Pause, obwohl die Franzosen die erste Hälfte klar beherrschten.
Mit einem Fehlschuss vom Punkt hat Frankreichs Kapitän Kylian Mbappé die frühe Führung im ersten Viertelfinale der Weltmeisterschaft 2026 vergeben. Im Gillette Stadium von Boston, wo sich beide Teams am Donnerstagabend gegenüberstanden, endete die erste Halbzeit torlos, nachdem der marokkanische Torhüter Yassine Bounou den von Mbappé schwach platzierten Elfmeter in der 28. Minute parierte. Zuvor war der Stürmer nach einem Foul von Noussair Mazraoui im Strafraum zu Fall gekommen; Schiedsrichter Facundo Tello aus Argentinien entschied nach kurzer VAR-Prüfung auf Strafstoß. Mbappé, der in diesem Turnier bereits sieben Treffer erzielt hatte, scheiterte mit seinem Schuss halbhoch auf die rechte Torwartseite an Bounou, der den Ball sicher festhielt.
Die Szene war der Höhepunkt einer ersten Hälfte, die Frankreich dominierte, ohne daraus Kapital zu schlagen. Bereits in der vierten Minute hatte Bounou einen Distanzschuss Mbappés zur Ecke gelenkt, wenig später wehrte er einen Kopfball von Dayot Upamecano ab. Auch gegen Désiré Doué blieb der 35-jährige Schlussmann in der 36. Minute Sieger, und in der Nachspielzeit traf Lucas Digne nur den Pfosten. Marokko hingegen gelang in den ersten 45 Minuten kein einziger Torschuss auf das Gehäuse von Mike Maignan. Die von Didier Deschamps betreuten Franzosen, die mit einem 1:0 gegen Paraguay ins Viertelfinale eingezogen waren, fanden gegen tief stehende Marokkaner zwar Räume, doch die letzte Präzision fehlte.
Für Bounou, der in Montreal geboren wurde und beim saudi-arabischen Klub Al-Hilal unter Vertrag steht, war es bereits der sechste gehaltene Elfmeter bei einer Weltmeisterschaft – nach zwei Paraden gegen Spanien 2022 und einer weiteren gegen die Niederlande in diesem Turnier. Insgesamt hat der Torhüter in seiner Karriere 17 Strafstöße abgewehrt. Mbappé hingegen verschoss erstmals bei einer WM vom Punkt; mit 19 Treffern liegt er in der ewigen Torschützenliste nur noch zwei Tore hinter Lionel Messi. Die Partie war eine Neuauflage des Halbfinals von 2022, das Frankreich mit 2:0 für sich entschieden hatte. In sechs Aufeinandertreffen blieb Marokko gegen die Équipe Tricolore sieglos.
In Frankreich wurde die vergebene Chance als Rückschlag gewertet, während in Marokko Bounous Parade als Heldentat gefeiert wurde. In südamerikanischen Medien und sozialen Netzwerken wiederum fand der Fehlschuss des französischen Stars breite Zustimmung – eine Reaktion, die Beobachter auch auf die Rivalität zwischen Argentinien und Frankreich zurückführten. Die französischen Behörden hatten die Begegnung als Risikospiel eingestuft und die Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land erhöht.
Der Sieger des Duells trifft im Halbfinale auf den Gewinner der Partie zwischen Spanien und Belgien, die am Freitag im SoFi Stadium von Los Angeles ausgetragen wird. Für Frankreich und Marokko bleibt die zweite Halbzeit die Gelegenheit, den Einzug in die Runde der letzten Vier aus eigener Kraft zu erzwingen.
| Lateinamerikanische Presse | −0.40 | critical |
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Mbappé hat den Elfmeter verschossen, Bounou hat gehalten. Das Netz feiert, und wir auch. Das ist der Fehler der Weltmeisterschaft.
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