
Marco Rubios Statthalterschaft: US-Kontrolle über Venezuela und der Druck auf Kuba
Laut einem Bericht der New York Times kontrolliert Marco Rubio de facto Venezuelas Staatsfinanzen und Außenpolitik – ein Modell, das nun auch auf Kuba Druck ausübt und dort interne Debatten auslöst.
Nach einem Enthüllungsbericht der New York Times übt US-Außenminister Marco Rubio eine faktische Kontrolle über Venezuela aus, die weit über traditionelle diplomatische Einflussnahme hinausgeht. Demnach werden die Erlöse aus dem venezolanischen Ölexport – vermittelt über die Rohstoffhändler Trafigura und Vitol – vom US-Finanzministerium vereinnahmt und nur unter den von Rubio diktierten Bedingungen an die Regierung in Caracas ausgezahlt. Die seit der Festnahme von Nicolás Maduro durch US-Kommandokräfte im Januar amtierende Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez stimmt nach Angaben des Blattes sogar ihre öffentlichen Auftritte und die Besetzung von Ministerposten mit Rubio ab; ein Tweet des Außenministers, der einen US-Militärschlag gegen Iran verurteilte, wurde auf Druck Washingtons gelöscht. Präsident Trump selbst lobte Rodríguez öffentlich für ihre „ausgezeichnete Arbeit“, während Kritiker in den USA monieren, die Regierung stütze ein autoritäres Regime und halte die meisten Gefolgsleute Maduros im Amt.
Parallel dazu erhöht Rubio den Druck auf Kuba. Er forderte Havanna auf, von Washington angestrebte Reformen zu akzeptieren, „bevor es zu spät ist“, und warf der Regierung vor, feindliche militärische Aktivitäten Chinas und Russlands zu beherbergen – ohne dafür Belege vorzulegen. Gleichzeitig verhängte das Außenministerium neue Visasperren gegen Präsident Miguel Díaz-Canel und weitere Offizielle wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen bei den Protesten von 2021. Díaz-Canel wies die Vorwürfe zurück und machte die von ihm als „völkermörderisch“ bezeichnete US-Energieblockade für die sich verschärfende Stromkrise verantwortlich.
In Havanna sorgt indessen eine ungewöhnliche Figur für innenpolitische Spannungen: Raúl Guillermo Rodríguez Castro, ein Enkel von Raúl Castro und als „El Cangrejo“ bekannt, erklärte in einem Interview mit USA Today seine Bereitschaft, mit jedem von den USA benannten Vertreter zu verhandeln – einschließlich Trump. Seine luxuriöse Lebensweise rechtfertigte er mit der Unterstützung wohlhabender Freunde, was ihm von regimetreuen Journalisten und Künstlern den Vorwurf des Nepotismus und der Aushöhlung der Institutionen eintrug. Ministerpräsident Manuel Marrero bestätigte jedoch erstmals öffentlich, dass der Castro-Enkel von Armee und Präsident mandatiert sei, an den Gesprächen mit Washington mitzuwirken.
Aus Washingtoner Sicht erfüllen sowohl Rodríguez als auch der Castro-Enkel eine ähnliche Funktion: Sie sollen wirtschaftliche Öffnungen vorantreiben und US-Unternehmen den Zugang erleichtern. Rubios Venezuela-Plan sieht drei Phasen vor – wirtschaftliche Wiederbelebung, Stabilisierung und schließlich einen demokratischen Übergang –, doch Erdbeben im vergangenen Monat haben den Zeitplan durcheinandergebracht, und ein Termin für Wahlen bleibt offen. In der Kuba-Frage kombinieren die USA maximalen Druck mit der Suche nach verlässlichen Ansprechpartnern innerhalb der Elite, während die Energiekrise und der innere Widerspruch zwischen Reformnotwendigkeit und Souveränitätsbehauptung den Spielraum Havannas begrenzen. Der Fortgang der Dossiers hängt maßgeblich von Rubios Kurs ab – in Caracas faktisch als „Vizekönig“, in Havanna als Taktgeber einer neuen Interventionslogik.
| Israelische Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.90 | critical |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.40 | critical |
Critical Israeli press exposes American hypocrisy: a Secretary of State acting as viceroy, while America preaches democracy.
It amplifies the gap between official discourse and reality, using Trump's joke as evidence that Venezuela's subjugation was planned.
It omits the link to Cuba and the strategic dimension of this control as a template for further pressure.
Latin America denounces the new form of colonialism: Rubio controls every aspect of Venezuelan life, humiliating national sovereignty.
It personifies interference in a single individual (Rubio) and portrays him as a viceroy, evoking historical memories of colonialism to mobilize indignation.
It omits the context of Trump's joke and the possibility that some Venezuelans support the intervention.
The Arab world acknowledges American control over Venezuela, without emotional emphasis but with implicit criticism of imperialism.
It presents facts as routine power politics, but the choice to reproduce the NYT report without additions signals critical distance.
It does not mention Cuba or historical dimensions of control, limiting itself to the immediate financial aspect.
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