
Lehrer gegen Schüler: De la Fuente und Scaloni im WM-Finale 2026
Spaniens Trainer Luis de la Fuente trifft im Endspiel auf seinen ehemaligen Schüler Lionel Scaloni – eine persönliche Note im Duell der Kontinentalmeister.
Das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 lautet Spanien gegen Argentinien. Die Iberer setzten sich im Halbfinale mit 2:0 gegen Frankreich durch, Tore von Mikel Oyarzabal und Pedro Porro sicherten den Einzug ins Finale. Argentinien folgte einen Tag später nach einem 2:1-Sieg über England, bei dem Enzo Fernández und Lautaro Martínez einen Rückstand durch Anthony Gordon in der Schlussphase drehten. Damit treffen in New Jersey der amtierende Europameister und der Titelverteidiger aus Südamerika aufeinander – die beiden bestplatzierten Nationen der FIFA-Weltrangliste.
Über das sportliche Kräftemessen hinaus erhält die Partie eine persönliche Dimension. Luis de la Fuente, 65-jähriger spanischer Nationaltrainer, war 2017 in der Akademie des spanischen Verbands in Las Rozas Tutor von Lionel Scaloni, als dieser nach seinem Karriereende die Trainerlizenz erwarb. Aus spanischer Sicht wird die Beziehung als eine von gegenseitiger Wertschätzung beschrieben: De la Fuente äußerte nach dem Halbfinale seine „große Vorfreude“ auf ein Duell mit Argentinien, während Scaloni ihn als „großartigen Menschen“ bezeichnete, der ihm und anderen Kursteilnehmern „enorm geholfen“ habe. Scaloni, dessen Ehefrau Spanierin ist und der selbst für Deportivo La Coruña, Racing Santander und Mallorca spielte, betonte zudem seine familiäre Verbundenheit mit dem Land.
Beide Trainer eint ein ungewöhnlicher Karriereweg. De la Fuente begann 2013 mit einem befristeten Vertrag bei der spanischen U19 und formte über fast ein Jahrzehnt die Nachwuchsteams, ehe er 2022 die A-Nationalmannschaft übernahm. Scaloni wiederum arbeitete nach Stationen im Jugendbereich des RCD Mallorca und als Analyst unter Jorge Sampaoli zunächst mit der argentinischen U20, bevor ihn der Verband 2018 in einer finanziellen Notlage zum Cheftrainer beförderte. In Argentinien wird Scaloni seither als „accidental hero“ charakterisiert, der mit dem Gewinn der Copa América 2019 und des Weltmeistertitels 2022 alle Erwartungen übertraf.
Das Finale wird am 20. Juli 2026 im MetLife Stadium in East Rutherford ausgetragen. Für Spanien geht es um den zweiten WM-Titel nach 2010, für Argentinien um die erste erfolgreiche Titelverteidigung seit Brasilien 1962. Die Partie ist zugleich das erste Aufeinandertreffen der beiden Trainer in einem Pflichtspiel – und die Fortsetzung einer Begegnung, die einst in einem Klassenzimmer begann.
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