
Rückkehr auf die internationale Bühne: IOC und Verbände heben Sperren gegen Russland auf
Das Internationale Olympische Komitee setzt die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees vorläufig aus, während der Handball-Weltverband und der Eislauf-Verband Athleten wieder zulassen.
Die Entscheidung fiel am 7. Juli: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hob die im Oktober 2023 verhängte Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees vorläufig auf. Aus Moskauer Sicht wurde dies als Bestätigung der eigenen Position gewertet, wonach der Ausschluss nicht länger haltbar sei. Das IOC selbst begründete den Schritt damit, dass die ursprüngliche Ursache – die Eingliederung regionaler Sportorganisationen aus den besetzten ukrainischen Gebieten – entfallen sei. Gleichzeitig betonte ein Sprecher, das Gremium müsse „die komplexen Realitäten und Folgen der gegenwärtigen geopolitischen Lage“ berücksichtigen, um eine wertebasierte, globale Sportplattform zu bewahren.
Unmittelbar nach dem IOC-Beschluss zog der Internationale Handballverband (IHF) nach und verkündete die sofortige Aufhebung der Sperre für russische und belarussische Mannschaften und Offizielle. Damit können beide Nationen wieder an IHF-sanktionierten Wettbewerben teilnehmen, darunter Weltmeisterschaften, sofern sie sich sportlich qualifizieren. Der schwedische Sender SVT wies jedoch darauf hin, dass die Europameisterschaften vom Europäischen Handballverband (EHF) ausgerichtet werden und von der IHF-Entscheidung unberührt bleiben. Aus Stockholmer Sicht rückt damit ein erneutes Aufeinandertreffen mit Russland bei einer WM in den Bereich des Möglichen, während die EM vorerst ohne diese Begegnung bleibt.
Auch im Eiskunstlauf öffnet sich die Tür. Der Internationale Eislaufverband (ISU) erteilte acht russischen Athletinnen und Athleten den neutralen Status, darunter die dreifache russische Meisterin Adelia Petrosjan. Die Sportler dürfen ab der kommenden Saison unter der Bezeichnung „AIN2“ an ISU-Wettbewerben teilnehmen, nicht jedoch an Teamwettbewerben. Russische Medien berichteten, dass weitere prominente Namen wie Alexandra Trussowa und Kamila Walijewa Anträge gestellt hätten und sich auf einer Warteliste befänden. Die Zulassung ist an individuelle Prüfungen geknüpft: Wer aktiven Militärdienst leistet oder die russische Position nach Februar 2022 öffentlich unterstützt hat, bleibt ausgeschlossen.
Gegen diese Öffnung formierte sich umgehend Widerstand. Neun EU-Staaten – darunter Schweden, Polen, die Niederlande und die baltischen Republiken – wandten sich in einem Brief an den EU-Sportkommissar und forderten, Sportorganisationen, die Russen und Belarussen wieder zulassen, von EU-Fördermitteln auszuschließen. Die israelische Zeitung Haaretz zitierte aus dem Schreiben, wonach die Achtung der Menschenrechte und friedliche Beziehungen zwischen Nationen zu den Kernprinzipien des internationalen Sports gehörten und die Trennung von Sport und Politik angesichts der menschlichen Kosten des Krieges nicht aufrechtzuerhalten sei. Das IOC entgegnete, es werde weiterhin keine Veranstaltungen in Russland durchführen und keine russischen Regierungsvertreter einladen; eine Entscheidung über Flagge und Hymne bei künftigen Olympischen Spielen stehe noch aus.
Für die Athleten bedeutet die neue Lage vor allem eines: den Weg zurück in die Qualifikation. Die ISU hat die neutralen Sportler bereits in den Doping-Testpool aufgenommen und ihnen die Teilnahme an den Ausscheidungswettbewerben für die Olympischen Winterspiele 2026 in Italien ermöglicht. Im Handball müssen sich Russland und Belarus über die kontinentalen oder globalen Qualifikationsturniere für die Weltmeisterschaften empfehlen. Die nächste konkrete sportliche Konsequenz wird in den kommenden Monaten sichtbar, wenn die ersten neutralen Eiskunstläufer bei ISU-Wettbewerben antreten und die Handball-WM-Qualifikation ihre Teilnehmerfelder formt.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | +0.60 | aligned |
| Israelische Presse | 0.00 | neutral |
Schweden muss sich nun darauf vorbereiten, im Handball erneut auf Russland zu treffen, eine Folge der Entscheidung des IHF, sie wieder aufzunehmen.
Indem er sich auf die konkrete Möglichkeit eines Schweden-Russland-Spiels konzentriert, verwandelt der Artikel eine abstrakte politische Entscheidung in eine greifbare Bedrohung und lässt die Wiederaufnahme riskant erscheinen.
Es verschweigt die Tatsache, dass Schweden eines der neun Länder ist, die formell gegen die Wiederaufnahme protestiert haben, was seine Besorgnis deutlicher machen würde.
Russische Athleten erhalten endlich den neutralen Status, den sie verdienen, und das IOC widersetzt sich dem europäischen Druck.
Indem die Gewährung des neutralen Status als positiver Schritt hervorgehoben und die Verteidigung des IOC zitiert wird, stellt die Erzählung die Wiederaufnahme als natürlichen und gerechtfertigten Prozess dar.
Es verschweigt die Tatsache, dass viele europäische Länder stark dagegen sind und mit Kürzungen der Finanzierung drohen, was die Erzählung einer reibungslosen Wiedereingliederung untergraben würde.
Das IOC hat recht, der Politisierung des Sports durch eine Minderheit von EU-Ländern zu widerstehen.
Indem er die offizielle Verteidigung des IOC und die Liste der ablehnenden Länder berichtet, stellt der Artikel das IOC als rationalen Akteur dar, der unangemessenem politischem Druck ausgesetzt ist.
Es lässt die Perspektive der russischen Athleten selbst aus, konzentriert sich nur auf den institutionellen Konflikt.
Erweitere deinen Horizont
New Yorker Bürgermeister prüft rechtliche Grundlage für Festnahme Netanjahus
11 Sprachen · 42 Quellen
Aus Economy & MarketsUS-Zölle von 25% auf brasilianische Importe treten am 22. Juli in Kraft
2 Sprachen · 14 Quellen
Aus TechnologyIndiens Privatwirtschaft erreicht den Orbit: Skyroot gelingt historischer Vikram-1-Start
6 Sprachen · 11 Quellen