
Klimatisierte Hallen und digitale Welten: Der globale Wettlauf um die Talente von morgen
Von Abu Dhabi über Brasília bis Delhi setzen Regierungen und Institutionen auf Sommerprogramme, um Jugendliche für Künstliche Intelligenz, Sprachen und Verwaltung zu qualifizieren.
In der Region Al Wathba, am Rande von Abu Dhabi, flüchten Kinder und Jugendliche in diesen Tagen nicht vor der Sommerhitze, sondern in sie hinein – genauer: in voll klimatisierte Hallen, in denen sie Drohnen bauen, mit künstlicher Intelligenz experimentieren und auf einer überdachten Eisfläche Schlittschuh laufen. Das Mithal Festival, das unter der Schirmherrschaft von Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan steht, öffnet für sieben Wochen seine Tore und versammelt über achtzig Programme, die von vierzehn nationalen und akademischen Einrichtungen getragen werden. Die Teilnehmer, zwischen sechs und achtzehn Jahre alt, bewegen sich in einer Lernumgebung, die Robotik, Cybersicherheit und digitale Kunst ebenso umfasst wie Reitstunden, Kamelmärsche und die Zubereitung arabischen Kaffees.
Der emiratische Ansatz, technologische Frühförderung mit der Pflege lokaler Traditionen zu verbinden, findet seine Entsprechung in einer Reihe von Initiativen, die in diesen Wochen weltweit anlaufen. In Brasilien schreibt das Projekt High Tech Course tausend kostenlose Plätze für Online-Kurse aus – von Spieleentwicklung bis zu digitalem Unternehmertum, zugänglich bereits ab zwölf Jahren. Die Hauptstadtregion Brasília wiederum öffnet die Einschreibung für Sprachkurse an den Centros Interescolares de Línguas, wo Schüler öffentlicher Schulen Englisch, Spanisch, Französisch oder Japanisch lernen können. In Jakarta sucht die indonesische Behörde für die Verwaltung des Haddsch-Fonds (BPKH) über ein offenes Rekrutierungsverfahren nach Nachwuchskräften für Positionen wie Risikomanagement und strategische Kommunikation, während die Universität Delhi in Indien die erste Phase ihres zentralen Zulassungsportals für grundständige Studiengänge freigeschaltet hat – Voraussetzung ist der nationale Eingangstest CUET.
Aus der Vogelperspektive zeigt sich ein Muster, das weit über isolierte Bildungsangebote hinausweist. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird die Verknüpfung von KI-Kompetenz und nationaler Identität gezielt vorangetrieben: Die Mohammed-bin-Zayed-Universität für Künstliche Intelligenz steuert Fachprogramme bei, während das Abu Dhabi Sports Council für das physische Training sorgt und die Emirates Foundation die Vermittlung von „Sanaa“ – dem emiratischen Ehrenkodex – übernimmt. In Brasilien wiederum setzt die Partnerschaft zwischen dem Instituto Superar e Ilustrar Mestrias und dem Wissenschaftsministerium des Bundesdistrikts auf niedrigschwellige Digitalisierung, die Jugendliche aus der Peripherie erreichen soll. In Indonesien und Indien stehen dagegen der Aufbau leistungsfähiger Verwaltungen und die Regulierung des Hochschulzugangs im Vordergrund – beides Antworten auf wachsende Bevölkerungszahlen und den Druck, staatliche Dienstleistungen zu professionalisieren.
Die Adressaten dieser Offerten sind so unterschiedlich wie die Programme selbst: emiratische Familien, die ihren Kindern eine Mischung aus Zukunftstechnologien und Wüstentradition bieten wollen; brasilianische Jugendliche, die über ein Online-Formular den Einstieg in die Programmierwelt suchen; indische Schulabgänger, deren gesamter Universitätszugang von einem einzigen Test abhängt. Gemeinsam ist ihnen die Erfahrung, dass Lernen nicht mehr an den klassischen Schulkalender gebunden ist, sondern in verdichteten Sommern stattfindet, in denen sich die Wissensbestände der nächsten Jahrzehnte ankündigen. In Al Wathba endet der Tag für viele Teilnehmer mit dem Blick auf eine Eisbahn, die mitten in der Wüste liegt – ein Bild, das weniger für technische Machbarkeit steht als für die Bereitschaft, gewohnte Koordinaten von Zeit und Raum im Namen der Ausbildung außer Kraft zu setzen.
| Südostasiatische Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
Die WM 2026 bleibt trotz Neutralitätsbekundungen in politische und diplomatische Spiele verstrickt. Indonesiens Erfahrung beweist, dass politische Entscheidungen einer Nation die Ausrichterrechte entziehen können, und dieselben Kräfte sind weltweit am Werk.
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