
Japans Stabilität trifft auf Tunesiens Krisenherd – vor historischer Kulisse
Im 1000. Finalspiel der WM-Geschichte fordert der taumelnde Außenseiter Tunesien mit seinem neuen Trainer Hervé Renard den favorisierten Asienmeister Japan heraus.
Ob Sabri Lamouchi diesen Samstag wohl als Zuschauer verfolgt? Der Franzose ist der erste Trainer in der bald hundertjährigen WM-Historie, der bereits nach einer einzigen Partie entlassen wurde. Das 1:5-Debakel seiner tunesischen Mannschaft gegen Schweden war zu viel für die Verbandsverantwortlichen. Nun soll ausgerechnet ein Landsmann die desaströse Lage kitten: Hervé Renard, der erfahrene Weltenbummler, übernahm am Montag das Ruder – nur drei Tage vor dem wegweisenden Duell mit Japan. Es ist das 1000. Finalspiel einer Weltmeisterschaft, doch für die Nordafrikaner geht es um die nackte sportliche Existenz.
Renard hat in seiner Karriere schon oft bewiesen, dass er Mannschaften in kürzester Zeit formen kann. Der 57-Jährige, der mit Saudi-Arabien 2022 den späteren Weltmeister Argentinien schlug, weiß um die Schwere der Aufgabe. „Ich bin kein Zauberer“, sagte er in Monterrey, „nur harte Arbeit und Einheit können uns retten.“ Die wenigen Trainingseinheiten nutzte er, um das Kollektiv zu stärken: „Disziplin, Strenge und der Wille zur Rache – das ist unsere einzige Stärke.“ Die Spieler seien aufgewühlt und bereit zur Wiedergutmachung. Auch Kapitän Ellyes Skhiri zeigte sich trotzig: „Im Fußball ist alles möglich, auch gegen ein so diszipliniertes Team wie Japan.“ Die Erinnerung an Kap Verdes überraschendes Remis gegen Spanien dient als zusätzlicher Motivationsschub.
Japan dagegen reist mit gänzlich anderer Gefühlslage an. Das 2:2 gegen die Niederlande zum Auftakt war ein Beleg für die taktische Reife und die mentale Stärke der Mannschaft von Hajime Moriyasu. Zweimal glich der Asienmeister einem Rückstand aus und zeigte, dass er mit den physisch robusten Europäern mithalten kann. Die japanischen Medien loben die Kadertiefe: Von 26 Spielern sind 23 bei europäischen Klubs unter Vertrag. Allerdings muss Moriyasu auf den verletzten Offensivmotor Takefusa Kubo verzichten, was die Durchschlagskraft schmälert. Der Trainer warnt dennoch vor dem Gegner: „Ein verwundetes Tunesien wird noch intensiver spielen. Herr Renard wird seine Spieler aufpeitschen.“ Er fordert von seinem Team einen noch stärkeren Siegeswillen als vom Kontrahenten.
Die Vorzeichen sind klar: Opta-Analysen geben Japan eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 61 Prozent, Tunesien nur knapp 16. Ein Sieg würde die „Samurai Blue“ in der Gruppe F in eine komfortable Position für das Achtelfinale bringen, während für Tunesien schon eine Niederlage das vorzeitige Aus bedeuten könnte. Die schwülheißen Bedingungen in Monterrey (bis zu 30 Grad, mögliche Gewitter) könnten zudem zum Faktor werden. Moriyasu betont die gute Vorbereitung im Trainingslager. Der Druck liegt auf beiden Seiten – der eine will den Fehlstart korrigieren, der andere den großen Wurf landen. Das geschichtsträchtige Jubiläumsspiel wird zur Nagelprobe.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Southeast Asian media highlight Japan's strength and favoritism after a draw with the Netherlands, while Tunisia is portrayed as a crisis-hit team. Renard's appointment is viewed with caution, and the analysis is technical and measured, predicting a Japanese win.
Arab Gulf media present Tunisia as underdogs eager to upset, emphasizing the need for a perfect collective performance. The landmark 1000th World Cup match is highlighted, and Renard's call for unity is noted. The tone is realistic, with skepticism about Tunisia's chances.
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