
Japans „Honebuto-Schock“: Renditesprung auf 30-Jahres-Hoch erschüttert Anleihemarkt
Ein Entwurf der Regierungsleitlinien ohne Bekenntnis zur Haushaltskonsolidierung und der Nahostkonflikt treiben die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen auf fast 2,9 Prozent.
Die Rendite der zehnjährigen japanischen Staatsanleihe kletterte am Donnerstag im Interbankenhandel kurzzeitig auf 2,885 beziehungsweise 2,9 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit November 1996. Binnen weniger Tage weitete sich der Zinsaufschlag um mehrere Basispunkte aus, nachdem ein als „Honebuto“ bekannter Entwurf der jährlichen wirtschafts- und fiskalpolitischen Leitlinien der Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi publik geworden war. Marktteilnehmer reagierten auf die darin fehlende Verpflichtung zur Haushaltskonsolidierung und die Formulierung, eine „angemessene Geldpolitik“ der Bank of Japan sei für eine starke Wirtschaft „äußerst wichtig“, mit massiven Verkäufen von Staatsanleihen – der sogenannte Honebuto-Schock war geboren.
Aus Tokioter Sicht wurde der Passus als Aufforderung an die Notenbank interpretiert, weitere Zinserhöhungen aufzuschieben, während gleichzeitig expansive Fiskalpolitik signalisiert wurde. Diese Mischung nährte unter Investoren die Sorge vor einer weiteren Verschlechterung der Staatsfinanzen, einer Aufweichung der geldpolitischen Normalisierung und langfristig höherer Inflation. Der Wirtschafts- und Fiskalpolitikminister Minoru Kiuchi bemühte sich zwar um Schadensbegrenzung und betonte, der Markt habe die Absicht falsch verstanden, und legte am Dienstag eine überarbeitete Fassung vor, die nun auch einen Beitrag zu stabilen Preisanstiegen erwähnt. Dennoch bleibt das Misstrauen gegenüber der politischen Einflussnahme auf die Notenbank bestehen.
Verschärft wird die Dynamik durch den Nahostkonflikt. Steigende Rohölpreise infolge der US-amerikanisch-iranischen Spannungen und zusätzlicher Angriffe auf Handelsschiffe trieben die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben, was die japanischen Papiere mit sich zog. Die Bank of Japan selbst rechnet laut ihrem vierteljährlichen Bericht damit, dass der Konflikt über höhere Energie- und Rohstoffkosten zu weiteren Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs führt und dass Unternehmen diese Kosten schneller an die Verbraucher weitergeben als in der Vergangenheit.
Der Yen profitiert von den höheren Renditen kaum; er notierte zuletzt mit rund 162 Yen zum Dollar nahe seinem tiefsten Stand seit 1986. Hedgefonds haben ihre Wetten gegen die japanische Währung auf das höchste Niveau seit 2007 ausgebaut. Beobachter in London verweisen auf die Entkopplung von Rendite- und Währungsbewegungen, ein aus Schwellenländern bekanntes Warnsignal. Takahide Kiuchi, Chefvolkswirt am Nomura Research Institute, mahnte, die Regierung müsse die Warnsignale des Marktes ernst nehmen und eine Finanzpolitik betreiben, die Vertrauen schaffe. Die endgültige Leitlinienfassung und die nächste Zinsentscheidung der Bank of Japan in den kommenden Wochen werden zeigen, ob Tokio die Glaubwürdigkeit am Anleihemarkt zurückgewinnen kann.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.30 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
Japan's high yields create opportunities for emerging markets like Indonesia, drawing global inflows.
The narrative highlights positive external market reactions, omitting Japan's internal fiscal concerns and BOJ policy debates.
It omits Japan's internal fiscal deterioration concerns and the BOJ behind-the-curve debate.
The Middle East conflict is driving inflation in Japan, and the Bank of Japan expects further price rises.
It establishes a direct causal link between geopolitical tensions and rising yields, ignoring other factors such as US yield influence or domestic policies.
It omits the role of US Treasury yields and Japan's domestic fiscal policy as contributing factors.
The Japanese government's expansionary fiscal policy, the so-called 'Honebuto', is causing a surge in yields and concerns about fiscal deterioration.
It blames a specific policy draft, personalizing responsibility on the government and downplaying global factors.
It omits the impact on Japanese consumers (holiday budgets) and the debate about the BOJ being behind the curve.
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