
Währungen in Schwellenländern: Iranischer Rial unter politischem Druck, kolumbianischer Peso auf Zehnjahreshoch
Während geopolitische Spannungen den iranischen Rial belasten und die indonesische Rupiah unter Abwertungsdruck steht, verzeichnet der kolumbianische Peso die stärkste Aufwertung seit einem Jahrzehnt.
Die Devisenmärkte ausgewählter Schwellenländer zeigen zu Beginn der dritten Juliwoche 2026 ein gespaltenes Bild. Im Iran weitete sich die Spanne zwischen offiziellem Wechselkurs und freiem Markt erneut aus. Nach Angaben der Wirtschaftszeitung Donya-e Eqtesad notierte der US-Dollar auf dem freien Markt am Samstag bei 178.790 Toman, nachdem er am Vortag noch bei 176.480 Toman gelegen hatte. Händler in Teheran führen die jüngste Aufwärtsbewegung auf die Eskalation militärischer Spannungen zwischen Iran und den USA in der vergangenen Woche zurück. Die Unsicherheit über den Fortgang der diplomatischen Gespräche hält die Risikoprämie auf dem iranischen Devisenmarkt hoch, während der offizielle Umrechnungskurs für Handelszwecke nahezu unverändert blieb.
In Lateinamerika setzte der kolumbianische Peso seinen Höhenflug fort. Die Tageszeitung La República berichtet, dass der Wechselkurs zum US-Dollar in der zweiten Juliwoche auf 3.248 Pesos fiel – ein Niveau, das zuletzt im Juli 2019 erreicht wurde. Seit Jahresbeginn hat der Peso damit um 16,4 Prozent aufgewertet, in den vergangenen zwölf Monaten sogar um 24,4 Prozent. Analysten aus Bogotá verweisen auf die anhaltend hohen Leitzinsen der kolumbianischen Zentralbank von 12 Prozent, die Carry-Trade-Operationen begünstigen, sowie auf die Erwartung steigender Exporterlöse aus dem Öl- und Kohlesektor. Felipe Campos von Alianza Valores hält bei Umsetzung der angekündigten Fiskalreform einen weiteren Rückgang bis auf 2.800 Pesos für möglich, während Daniel Velandia von Credicorp Capital für die kommenden Monate eher eine Stabilisierung oder partielle Gegenbewegung prognostiziert.
Gegenläufig entwickelte sich die nigerianische Naira. Am offiziellen FX-Fenster der Zentralbank gab die Währung am Freitag leicht auf 1.379,62 Naira je Dollar nach, nachdem sie am Vortag noch bei 1.378,43 notiert hatte. Auf dem Parallelmarkt in Lagos blieb die Spanne mit 1.427 bis 1.435 Naira je Dollar hingegen stabil. In Jakarta schloss die indonesische Rupiah die Handelswoche mit einem Minus von 0,39 Prozent bei 18.065 Rupiah je Dollar. Händler in Südostasien verwiesen auf die Verunsicherung durch einen überraschenden Handelsbilanzdefizit von 1,61 Milliarden US-Dollar im Mai, der eine 72-monatige Überschussserie beendete, sowie auf die Warnung von Fitch Ratings vor einer möglichen Herabstufung der Kreditwürdigkeit Indonesiens.
Für die kommenden Tage richten sich die Blicke der Marktteilnehmer in Teheran auf die weiteren politischen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Risikowahrnehmung. In Bogotá wartet man auf konkrete Schritte der neuen Regierung zur Haushaltskonsolidierung, während in Jakarta die nächsten Handelsbilanzdaten und geldpolitischen Signale der Bank Indonesia im Fokus stehen. Die divergierenden Trends unterstreichen, wie stark länderspezifische Faktoren – von geopolitischen Risiken über Zinsdifferenzen bis hin zu Handelsbilanzsalden – derzeit die Wechselkursentwicklung in den Schwellenländern prägen.
| Iranische & verwandte Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | +0.70 | aligned |
Der Iran leidet unter externer Aggression, die seine Wirtschaft destabilisiert. Das Regime verurteilt amerikanische Sanktionen und Drohungen als Ursache für den Zusammenbruch des Rials.
Die Erzählung schreibt die Abwertung ausschließlich externen Faktoren (US-Angriffen) zu und stellt den Iran als unschuldiges Opfer dar. Sie lässt jeden Hinweis auf die Innenwirtschaftspolitik oder internationale Sanktionen als Folge iranischer Handlungen aus.
Internationale Sanktionen gegen den Iran wegen seines Atomprogramms werden nicht erwähnt, ebenso wenig wie die Innenwirtschaftspolitik, die zur Inflation beigetragen haben könnte.
Kolumbien feiert die Stärkung des Peso als Ergebnis einer umsichtigen Wirtschaftsführung und günstiger Marktbedingungen. Der Ton ist optimistisch und technisch.
Die Erzählung präsentiert die Aufwertung des Peso als reines Marktphänomen, ohne mögliche externe Faktoren wie steigende Rohstoffpreise oder Zentralbankpolitik zu erwähnen. Sie lässt jede Diskussion über potenzielle Überhitzungsrisiken aus.
Es wird weder auf die Situation im Iran noch auf andere Schwellenländerwährungen oder mögliche Ansteckungseffekte Bezug genommen. Die Analyse ist auf den kolumbianischen Kontext beschränkt.
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