
Nach dramatischem Sieg gegen Ägypten: Scaloni weist Begünstigungsvorwürfe zurück
Argentiniens Trainer Lionel Scaloni hat Vorwürfe der Schiedsrichter-Begünstigung nach dem 3:2-Sieg gegen Ägypten zurückgewiesen und nutzt die Kritik als Motivation für das Viertelfinale gegen die Schweiz.
Argentinien hat im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 einen 0:2-Rückstand gegen Ägypten in den Schlussminuten noch in einen 3:2-Sieg gedreht. Cristian Romero, Lionel Messi und Enzo Fernández erzielten die Tore für den Titelverteidiger, nachdem Yasser Ibrahim und Mostafa Ziko die Nordafrikaner in Führung gebracht hatten. Die Partie in Atlanta wurde von zwei Entscheidungen des französischen Schiedsrichters François Letexier überschattet: Ein Treffer Zikos wurde nach VAR-Eingriff wegen eines vorausgegangenen Fouls an Lisandro Martínez aberkannt, ein Strafstoß für Ägypten nach einem Kontakt an Mohamed Salah blieb aus. Der ägyptische Verband legte bei der FIFA formell Beschwerde ein und forderte den dauerhaften Ausschluss des Unparteiischen. Trainer Hossam Hassan sprach von Manipulation zugunsten von Messi.
Lionel Scaloni trat den Vorwürfen vor dem Viertelfinale gegen die Schweiz entgegen. Aus argentinischer Sicht seien Begünstigungsgerüchte nicht neu: „Seit 1986 heißt es, wir würden bevorzugt. Das ist nichts Neues.“ Der Trainer erklärte, die Kritik erreiche die Mannschaft und werde gezielt als „eine Art Rebellion“ genutzt, um die Spieler zu noch besseren Leistungen anzutreiben. Mit Blick auf die strittige Szene betonte Scaloni, der VAR lasse keine Doppelinterpretation zu: „Lisandro wurde auf den Fuß getreten – wenig, viel oder nur ein bisschen, es ist ein Foul.“ Ein begünstigendes Eingreifen der Technologie sei „sehr schwer, sehr schwer“ möglich.
Aus europäischer Perspektive erhielt die Spielleitung Rückendeckung. Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente gratulierte dem Referee, jede Entscheidung sei korrekt gewesen. Frankreichs Didier Deschamps äußerte Vertrauen in die Unparteiischen und wünschte sich für das eigene Viertelfinale eine ebenso gute Leistung wie die von Letexier. Diese Stellungnahmen kontrastieren mit der Empörung aus Ägypten und der in sozialen Netzwerken verbreiteten These, FIFA-Präsident Gianni Infantino schütze Messis Vermächtnis aus Marketinggründen.
Scaloni will das Team als eine Mannschaft in Erinnerung behalten, „die niemals aufgibt“. Der 48-Jährige verwies auf die emotionale Bindung zu den Anhängern und ließ keinen Zweifel daran, dass Messi weiterhin die Elfmeter schießen werde: „Es käme mir nicht in den Sinn, ihm zu sagen, er solle es nicht tun.“ Mit nun elf ungeschlagenen WM-Spielen in Folge trifft Argentinien im Arrowhead Stadium von Kansas City auf die Schweiz, die zuvor Kolumbien ausgeschaltet hat. Scaloni erwartet einen physisch starken, erfahrenen Gegner um Granit Xhaka. Der Sieger dieser Partie begegnet im Halbfinale England oder Norwegen.
| Indische & südasiatische Presse | −0.20 | neutral |
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