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Geopolitik & PolitikSonntag, 21. Juni 2026

Iran verkündet erneut Sperrung der Straße von Hormus – Trump droht mit Gebühren

Nach neuen israelischen Angriffen im Libanon schließt Teheran die wichtige Ölroute; Washington spricht von ungehindertem Transit und stellt Bedingungen für künftige Friedensgespräche.

Am Samstag hat die iranische Militärführung die erneute Schließung der Straße von Hormus verkündet und diese mit israelischen Verstößen gegen die Waffenruhe im Südlibanon begründet. Laut einer von der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA verbreiteten Erklärung des Zentralkommandos Khatam-al Anbiya handele es sich um eine erste Antwort auf die „Nichteinhaltung von Zusagen“ durch die Vereinigten Staaten und Israel. Das US-Zentralkommando (Centcom) widersprach umgehend: Am Samstag hätten 55 Handelsschiffe mit über 17 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge passiert; die Schifffahrt sei nicht unterbrochen. Präsident Donald Trump erklärte auf Truth Social, es werde während der 60-tägigen Waffenruhe keine Mautgebühren geben – und auch danach nicht, es sei denn, die USA verhängten solche Abgaben für ihre Rolle als „Schutzengel“ der Region.

Aus Teheraner Sicht stellt die Sperrung eine Reaktion auf die anhaltenden israelischen Luftangriffe im Südlibanon dar, die nach iranischer Lesart gegen die erste Klausel des am Mittwoch unterzeichneten Memorandums of Understanding verstoßen. Die Führung in Washington wird beschuldigt, ihren Einfluss auf Israel nicht geltend gemacht zu haben. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums betonte, man sei nach dem Grundsatz „Zusage gegen Zusage“ verfahren und werde in den geplanten Verhandlungen auf der vollständigen Umsetzung der Vereinbarung bestehen. Israel wiederum rechtfertigte seine Militäraktionen mit Raketenangriffen der Hisbollah, die einen israelischen Soldaten getötet hätten, und betonte, man bleibe dem Waffenstillstand grundsätzlich verpflichtet.

Die neuerliche Eskalation gefährdet das zentrale Element der vorläufigen Übereinkunft: die ungehinderte Passage durch die Meerenge, durch die rund ein Fünftel des globalen Ölhandels fließt. Bereits vor einer Woche hatten beide Seiten eine Öffnung der Route vereinbart, nachdem Teheran sie seit Kriegsbeginn im Februar blockiert und Washington seinerseits ein Seeembargo gegen Iran verhängt hatte. Die Aussicht auf eine Normalisierung hatte die Rohölpreise zeitweise unter Druck gesetzt; mit der jüngsten Entwicklung ist diese Tendenz jedoch fragil. Beobachter an den Rohstoffmärkten verweisen auf eine anhaltende Unsicherheit, die kurzfristig preistreibend wirken könnte.

Ungeachtet der Spannungen reisten am Samstag iranische und amerikanische Delegationen nach Bürgenstock in der Schweiz, wo am Sonntag unter Vermittlung Pakistans und Katars technische Gespräche beginnen sollen. Für Teheran nehmen Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf, Außenminister Abbas Araghchi sowie Vertreter der Zentralbank und des Ölsektors teil; aufseiten Washingtons werden Vizepräsident JD Vance, Sondergesandter Steve Witkoff und Jared Kushner erwartet. Die Gespräche sollen insbesondere das iranische Atomprogramm, die Freigabe eingefrorener Guthaben und die Stabilisierung der Waffenruhe im Libanon behandeln. Diplomaten in europäischen Hauptstädten sehen in dem Treffen eine entscheidende Bewährungsprobe für die auf 60 Tage angelegte Friedensinitiative.

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Sonntag, 21. Juni 2026

Iran verkündet erneut Sperrung der Straße von Hormus – Trump droht mit Gebühren

Nach neuen israelischen Angriffen im Libanon schließt Teheran die wichtige Ölroute; Washington spricht von ungehindertem Transit und stellt Bedingungen für künftige Friedensgespräche.

Am Samstag hat die iranische Militärführung die erneute Schließung der Straße von Hormus verkündet und diese mit israelischen Verstößen gegen die Waffenruhe im Südlibanon begründet. Laut einer von der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA verbreiteten Erklärung des Zentralkommandos Khatam-al Anbiya handele es sich um eine erste Antwort auf die „Nichteinhaltung von Zusagen“ durch die Vereinigten Staaten und Israel. Das US-Zentralkommando (Centcom) widersprach umgehend: Am Samstag hätten 55 Handelsschiffe mit über 17 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge passiert; die Schifffahrt sei nicht unterbrochen. Präsident Donald Trump erklärte auf Truth Social, es werde während der 60-tägigen Waffenruhe keine Mautgebühren geben – und auch danach nicht, es sei denn, die USA verhängten solche Abgaben für ihre Rolle als „Schutzengel“ der Region.

Aus Teheraner Sicht stellt die Sperrung eine Reaktion auf die anhaltenden israelischen Luftangriffe im Südlibanon dar, die nach iranischer Lesart gegen die erste Klausel des am Mittwoch unterzeichneten Memorandums of Understanding verstoßen. Die Führung in Washington wird beschuldigt, ihren Einfluss auf Israel nicht geltend gemacht zu haben. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums betonte, man sei nach dem Grundsatz „Zusage gegen Zusage“ verfahren und werde in den geplanten Verhandlungen auf der vollständigen Umsetzung der Vereinbarung bestehen. Israel wiederum rechtfertigte seine Militäraktionen mit Raketenangriffen der Hisbollah, die einen israelischen Soldaten getötet hätten, und betonte, man bleibe dem Waffenstillstand grundsätzlich verpflichtet.

Die neuerliche Eskalation gefährdet das zentrale Element der vorläufigen Übereinkunft: die ungehinderte Passage durch die Meerenge, durch die rund ein Fünftel des globalen Ölhandels fließt. Bereits vor einer Woche hatten beide Seiten eine Öffnung der Route vereinbart, nachdem Teheran sie seit Kriegsbeginn im Februar blockiert und Washington seinerseits ein Seeembargo gegen Iran verhängt hatte. Die Aussicht auf eine Normalisierung hatte die Rohölpreise zeitweise unter Druck gesetzt; mit der jüngsten Entwicklung ist diese Tendenz jedoch fragil. Beobachter an den Rohstoffmärkten verweisen auf eine anhaltende Unsicherheit, die kurzfristig preistreibend wirken könnte.

Ungeachtet der Spannungen reisten am Samstag iranische und amerikanische Delegationen nach Bürgenstock in der Schweiz, wo am Sonntag unter Vermittlung Pakistans und Katars technische Gespräche beginnen sollen. Für Teheran nehmen Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf, Außenminister Abbas Araghchi sowie Vertreter der Zentralbank und des Ölsektors teil; aufseiten Washingtons werden Vizepräsident JD Vance, Sondergesandter Steve Witkoff und Jared Kushner erwartet. Die Gespräche sollen insbesondere das iranische Atomprogramm, die Freigabe eingefrorener Guthaben und die Stabilisierung der Waffenruhe im Libanon behandeln. Diplomaten in europäischen Hauptstädten sehen in dem Treffen eine entscheidende Bewährungsprobe für die auf 60 Tage angelegte Friedensinitiative.

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