
Iran und Oman bilden Arbeitsgruppe zur Verwaltung der Straße von Hormus
Die beiden Anrainerstaaten wollen künftige Navigationsregeln und maritime Dienstleistungskosten aushandeln, während Washington mit Sanktionen und Militärgewalt droht.
Iran und Oman haben am Dienstag in Maskat die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe ihrer Außenministerien vereinbart, die über die künftige Verwaltung der Schifffahrt in der Straße von Hormus beraten soll. Gegenstand der Gespräche sind nach Angaben beider Seiten die zu erbringenden maritimen Dienstleistungen und die damit verbundenen Kosten, die „in Übereinstimmung mit internationalen Standards“ festgelegt werden sollen. Die Arbeitsgruppe soll zudem den Dialog mit weiteren Anrainerstaaten des Persischen Golfs und anderen betroffenen Parteien aufnehmen.
Aus Teheraner Sicht handelt es sich um die Ausübung souveräner Rechte über die eigenen Hoheitsgewässer. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf bekräftigte, dass nach einer im Memorandum of Understanding mit den USA festgeschriebenen 60-tägigen gebührenfreien Periode maritime Dienstleistungsgebühren – ausdrücklich keine Transitmaut – erhoben werden sollen. Oman hingegen betonte über seinen Außenminister Badr Albusaidi die Verpflichtung auf internationales Recht und einen „mautfreien sicheren Durchgang“. Maskat bewegt sich damit in einer Doppelrolle: Einerseits kooperiert es mit Teheran bei der Ausgestaltung der Meerengen-Verwaltung, andererseits versucht es, die offene Konfrontation mit Washington zu vermeiden.
Die US-Regierung lehnt jegliche Form von Gebühren für die Passage der Meerenge ab. Präsident Donald Trump drohte Oman für den Fall einer gemeinsamen Kontrolle der Wasserstraße mit Iran mit militärischer Gewalt, Finanzminister Scott Bessent stellte Sanktionen gegen Maskat in Aussicht, sollte es ein Gebührensystem unterstützen. Aus Washingtoner Sicht gefährdet jede Einschränkung der freien Durchfahrt die globale Energieversorgung, da rund ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssigerdgases die Straße von Hormus passiert. Die Drohungen stehen im Kontext des im Februar begonnenen US-israelischen Militärschlags gegen Iran, in dessen Folge Teheran die Meerenge blockierte und die USA ihrerseits iranische Häfen abriegelten.
Die nun vereinbarte Arbeitsgruppe ist ein erster operativer Schritt zur Umsetzung des unter pakistanischer und katarischer Vermittlung zustande gekommenen Memorandums zwischen Iran und den USA. Dieses beendete die Kampfhandlungen, sieht die Wiedereröffnung der Straße von Hormus sowie perspektivisch die Aufhebung aller Sanktionen vor und legt fest, dass Iran mit Oman und anderen Golfstaaten über die künftige Verwaltung der Schifffahrt berät. Die diplomatische Dynamik wird von Riad und Doha ausdrücklich unterstützt; beide Hauptstädte bekräftigten in den vergangenen Tagen ihre Zustimmung zu dem Abkommen und zum Verhandlungsprozess. Die Arbeitsgruppe soll nun in den kommenden Wochen ihre Beratungen aufnehmen, während die 60-Tage-Frist ohne Gebühren bereits läuft und die Kontaktstelle für sichere kommerzielle Durchfahrt ihre Arbeit aufnimmt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Nach der Einigung mit Washington entsandte der Iran seinen Chefunterhändler nach Maskat, um einen neuen Governance-Rahmen für die Straße von Hormus zu erörtern. Die Gespräche mit Oman zielen darauf ab, eine sichere und kostenfreie Schifffahrt in einem für den globalen Energiehandel lebenswichtigen Korridor zu gewährleisten. Die Entwicklung markiert eine neue Phase der regionalen Seediplomatie.
Iran und Oman gestalten gemeinsam ein neues Governance-Modell für die Straße von Hormus, aufbauend auf der jüngsten Einigung mit den Vereinigten Staaten. Die iranische Delegation unter Leitung von Parlamentspräsident Ghalibaf führt hochrangige Gespräche, um die Wasserstraße im Geiste guter Nachbarschaft zu verwalten. Diese diplomatische Initiative unterstreicht die konstruktive Rolle Irans für die regionale Stabilität.
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