
Weißes Haus dementiert Bericht über exklusiven Zugang Trumps zu Eli-Lilly-Medikament
Nach einem STAT-Bericht über eine „Compassionate Use“-Genehmigung für einen 79-jährigen Mann dementiert das Weiße Haus, dass es sich um den Präsidenten handelte – die klinischen Daten des Wirkstoffs Retatrutid zeigen indes eine Gewichtsreduktion nahe bariatrischer Chirurgie.
Das auf Gesundheitsthemen spezialisierte Nachrichtenportal STAT hatte berichtet, der Pharmakonzern Eli Lilly und die US-Arzneimittelbehörde FDA hätten einem 79-jährigen Mann über das „Compassionate Use“-Programm Zugang zum experimentellen Adipositas-Medikament Retatrutid gewährt. Der im April von einem Kliniker der National Institutes of Health gestellte Antrag listete refraktäre Adipositas, obstruktive Schlafapnoe und eine lebensbedrohliche pulmonale Hypertonie. Unbenannte Quellen sagten STAT, der Vorgang habe die Aufmerksamkeit hoher Gesundheitsbeamter erregt, was auf einen gut vernetzten Patienten hindeute. Auf die Frage, ob es sich um den inzwischen 80-jährigen Präsidenten Donald Trump handele, erhielt STAT zunächst keine direkte Antwort. Stunden nach Veröffentlichung wies der Sprecher des Weißen Hauses, Kush Desai, die Anfrage auf der Plattform X scharf zurück: Der Antrag sei nicht für den Präsidenten gestellt worden. Das Weiße Haus verwies auf Trumps jüngste medizinische Untersuchung, die weder Schlafapnoe noch pulmonale Hypertonie erwähnt.
Retatrutid befindet sich in der klinischen Phase-3-Entwicklung und wirkt als dreifacher Rezeptoragonist (GLP-1, GIP, Glucagon). In der TRIUMPH-1-Studie mit 2.339 Erwachsenen ohne Diabetes, die an Adipositas oder Übergewicht mit Begleiterkrankungen litten, betrug der durchschnittliche Gewichtsverlust nach 80 Wochen bis zu 28,3 Prozent des Körpergewichts; 45,3 Prozent der Teilnehmer verloren mehr als 30 Prozent. Diese Ergebnisse nähern sich den Effekten bariatrischer Chirurgie an. Die Nebenwirkungen waren überwiegend gastrointestinal, etwa 11 Prozent der Probanden brachen die Behandlung ab. Eine Marktzulassung steht noch aus; die regulatorischen Prüfverfahren dauern an.
Trumps Gewicht wurde bei der letzten Untersuchung mit 238 Pfund (rund 108 Kilogramm) angegeben, eine Zunahme von 14 Pfund gegenüber April 2025 und nahe der Schwelle zur klinischen Adipositas. Öffentlich hatte er Interesse an GLP-1-Präparaten bekundet. Während seiner ersten Amtszeit erhielt er frühzeitig Zugang zur experimentellen Antikörpertherapie von Regeneron gegen COVID-19. Die aktuelle Spekulation fällt in eine Phase sichtbarer gesundheitlicher Auffälligkeiten wie geschwollener Knöchel und Handprellungen. Aus europäischer Perspektive ist die Preisstrategie von Eli Lilly von Trumps „Most Favored Nation“-Politik betroffen, die US-Preise an ausländische Niveaus koppeln soll. Konzernmanager Patrik Jonsson erklärte, Lilly plane die Markteinführung des Adipositas-Medikaments in Europa und Großbritannien für die zweite Jahreshälfte 2026 oder Anfang 2027, vorrangig über Direktzahlermärkte, bemühe sich aber weiterhin um öffentliche Erstattung, soweit dies mit der NMF-Politik vereinbar sei.
Die Identität des Patienten bleibt unbestätigt; STATs Quellen äußerten sich aus Furcht vor Repressalien anonym. Achtzehn von STAT befragte Bioethiker, Adipositas-Kliniker und ehemalige Regierungsbeamte bezeichneten den Antrag als ungewöhnlich, da Compassionate-Use-Programme üblicherweise für größere Patientengruppen aufgelegt werden. Die nächsten sachlichen Meilensteine sind der Abschluss der Zulassungsprüfung für Retatrutid sowie die erwartete Markteinführung in Europa ab Ende 2026. Für Trump dürfte die nächste planmäßige medizinische Untersuchung erhöhte Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
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Ein Bundesrichter stoppte die von der Trump-Regierung angestrebten SNAP-Beschränkungen für Limonade und Süßigkeiten, doch das Weiße Haus betont, dies sei nicht das letzte Wort. Die Regierung beansprucht ein Mandat für ein gesünderes Amerika und dementiert energisch Spekulationen über einen exklusiven Zugang des Präsidenten zu einem experimentellen Abnehmmittel.
Eli Lilly plant, seine Abnehmpille bis Ende 2026 oder Anfang 2027 in Europa auf den Markt zu bringen und zielt auf den Direktzahlermarkt ab. Das Unternehmen beabsichtigt weiterhin, öffentliche Erstattung von europäischen Regierungen zu beantragen, obwohl Trumps Arzneimittelpreispolitik die Verhandlungen erschweren könnte.
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