
Trump ordnet Untersuchung gegen Ölkonzerne an – Benzinpreise hinken Rohölverfall hinterher
Der US-Präsident beschuldigt große Ölunternehmen der „Abzocke“, weil die Zapfsäulenpreise trotz des jüngsten Rohölverfalls nicht schnell genug sinken, und weist das Justizministerium zur Prüfung an.
Präsident Donald Trump hat das US-Justizministerium angewiesen, eine Untersuchung gegen große Ölkonzerne einzuleiten. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social warf er den Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch vor, die gesunkenen Rohölpreise nicht in angemessenem Umfang an die Verbraucher weiterzugeben. Während der durchschnittliche Benzinpreis in den Vereinigten Staaten laut Daten von GasBuddy am Mittwoch bei 3,906 Dollar pro Gallone lag – ein Rückgang von 14 Prozent gegenüber dem Mai-Höchststand –, sind die Rohölpreise im selben Zeitraum um 23 Prozent gefallen. Gegenüber dem März-Peak beträgt der Rückgang bei US-Rohöl sogar rund 40 Prozent. Trump sprach von „Abzocke“ der Kunden und forderte, die Preise müssten „viel schneller“ sinken. Das Weiße Haus und das Justizministerium äußerten sich zunächst nicht zu einer möglichen formellen Untersuchung.
Aus Washingtoner Sicht steht der Vorstoß in einem politisch heiklen Moment. Die Sorge der Verbraucher über hohe Treibstoffkosten bleibt wenige Monate vor den Kongresswahlen im November hoch, bei denen die Republikaner ihre knappen Mehrheiten verteidigen müssen. Zwar sind die Benzinpreise seit sechs Wochen rückläufig, doch liegen sie noch immer deutlich über dem Niveau von Januar (2,764 Dollar). Energiemarktanalysten in den USA verweisen darauf, dass die Weitergabe gesunkener Rohölkosten an die Zapfsäule durch Faktoren wie Raffineriemargen, Transportkosten, Steuern und regionale Marktbedingungen verzögert wird. Patrick De Haan, Leiter der Petroleum-Analyse bei GasBuddy, hatte bereits im Vormonat erklärt, die Preise würden nach einer Öffnung der Straße von Hormuz zwar binnen Tagen fallen, aber „viele Monate“ nicht auf das Vorkriegsniveau zurückkehren. Marktbeobachter wie der Bloomberg-Kolumnist Javier Blas werteten Trumps Ankündigung als „politisches Theater“, das die Raffinerie- und Vermarktungsmarge in den Fokus rücke.
Der jüngste Rohölverfall ist geopolitisch bedingt. Nach der vorläufigen Friedensvereinbarung zwischen den USA und Iran sowie der Wiedereröffnung der Straße von Hormuz – einer Route, über die vor dem Konflikt ein Fünftel der globalen Ölversorgung lief – entspannten sich die Märkte. In Teheran wird der Vorgang indes anders eingeordnet: Die iranische Wirtschaftszeitung Donya-e Eqtesad bezeichnete Trumps „Wut“ als Folge seiner eigenen „illegalen Aggression“ gegen Iran, die den Preissprung überhaupt erst ausgelöst habe. Auch in europäischen Hauptstädten wird die Stabilisierung der Energierouten mit Erleichterung aufgenommen, da sie die Versorgungssicherheit stärkt und den Inflationsdruck mindert. Allerdings bleibt die vollständige Normalisierung der Tankstellenpreise ein schleppender Prozess, der von den komplexen Kalkulationsketten der Mineralölwirtschaft abhängt.
Ob das Justizministerium tatsächlich ein formelles Verfahren einleitet, ist offen. Trump nannte keine konkreten Unternehmen, und die Behörde hat bislang keine Ermittlungen bestätigt. Der Fall illustriert das Spannungsfeld zwischen politischer Preiserwartung und den betriebswirtschaftlichen Realitäten des Energiesektors. Die nächsten faktischen Schritte hängen von einer möglichen Reaktion des DOJ ab, während die Zapfsäulenpreise in den kommenden Wochen voraussichtlich weiter moderat nachgeben dürften.
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Präsident Trump hat eine bundesweite Untersuchung der Benzinpreise angeordnet und wirft den großen Ölkonzernen vor, den Rückgang der Rohölkosten nicht an die Verbraucher weiterzugeben. Die Ankündigung erfolgte in den sozialen Medien, ohne bestimmte Firmen zu nennen.
Wütend ordnet Trump eine dringende Untersuchung der Benzinpreise an, nachdem seine eigene illegale Spannungspolitik gegen den Iran die Energiekosten in die Höhe getrieben hat. Nun wirft er den Konzernen Abzocke vor, doch der Schaden für die amerikanischen Verbraucher ist das Ergebnis seiner eigenen Provokationen.
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