
Iran setzt Abkommen mit USA aus – Konflikt um die Straße von Hormus eskaliert
Teheran erklärt das von Pakistan vermittelte Memorandum für gescheitert, nachdem Washington seine Verpflichtungen verletzt habe; die Kämpfe fordern weitere Opfer.
Iran hat die Umsetzung des Islamabad-Memorandums mit den Vereinigten Staaten ausgesetzt. Der stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte am Samstag, Washington habe sämtliche Verpflichtungen aus der Vereinbarung verletzt, weshalb sich Teheran nun auf die entschlossene Verteidigung des Landes konzentriere. Die Aussetzung erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump das Abkommen bereits in der vergangenen Woche als faktisch beendet bezeichnet hatte.
Aus Teheraner Sicht hat Washington den Waffenstillstand gebrochen, indem es die Seeblockade wieder aufnahm und militärische Angriffe flog. Revolutionsführer Mojtaba Khamenei nannte die Unterschrift Trumps in einer schriftlichen Erklärung „wertlos“ und warf den USA „Tyrannel und Barbarei“ vor. Washington hingegen begründet die Wiederaufnahme der Angriffe mit iranischen Attacken auf Handelsschiffe im Persischen Golf. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) betonte, die Operationen dienten dem Schutz der kommerziellen Schifffahrt. Trump erklärte, das Abkommen sei „vorbei“, und Verhandlungen mit Teheran seien „reine Zeitverschwendung“.
Seit Anfang Juli kommt es zu gegenseitigen Angriffen. US-Streitkräfte bombardieren nach eigenen Angaben militärische Infrastruktur im Süden Irans, darunter Brücken, Entsalzungsanlagen und unterirdische Waffenlager. Iranische Vergeltungsschläge mit Raketen und Drohnen treffen US-Stützpunkte in Kuwait, Bahrain und Jordanien. Dabei wurden nach CENTCOM-Angaben zwei US-Soldaten in Jordanien getötet; die Gesamtzahl der gefallenen US-Militärs steigt damit auf 16. Das iranische Gesundheitsministerium meldete 50 Tote und mehr als 500 Verletzte durch US-Angriffe seit Ende Juni. In Kuwait wurde ein Ölterminal getroffen, der internationale Flughafen musste zeitweise den Betrieb einstellen.
Das Memorandum war am 18. Juni unter pakistanischer Vermittlung unterzeichnet worden, um den seit Februar andauernden Krieg zu beenden und die strategisch wichtige Straße von Hormus für den Schiffsverkehr zu öffnen. Strittig ist insbesondere Artikel 5, der Iran die Verantwortung für die sichere Passage übertrug. Aus Washingtoner Sicht sollte dies den freien Transit gewährleisten; Teheran interpretierte den Passus als Mandat zur Kontrolle der Wasserstraße und erhob Durchfahrtsgebühren. Beide Seiten werfen sich vor, die Vereinbarung von Beginn an unterlaufen zu haben. Der Konflikt um die Meerenge, durch die ein Fünftel des globalen Öltransports verläuft, hat sich damit zum zentralen Eskalationstreiber entwickelt.
Direkte Verhandlungen sind ausgesetzt. Iran schließt Gespräche unter Drohungen und Sanktionen aus und verweist auf die Vermittlung über Drittstaaten. Das US-Außenministerium gab eine weltweite Reisewarnung heraus und warnt vor unvorhersehbaren Eskalationen. Beobachter in der Region sehen keine Anzeichen für eine Deeskalation; die Kämpfe konzentrieren sich weiter auf die Straße von Hormus und angrenzende Gebiete.
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Der Iran spricht mit der Stimme des Regimes: Die USA sind der Angreifer, Teheran ist das Opfer, das sich verteidigt.
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