
Iran knüpft Öffnung der Straße von Hormus an eigene Bedingungen
Nach gegenseitigen Militärschlägen erklärt Teheran, die strategische Wasserstraße werde nur nach iranischen Modalitäten wieder freigegeben – Washington droht mit massiver Vergeltung.
Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, hat die Vereinigten Staaten vor weiteren Militäraktionen gewarnt und die Kontrolle über die Straße von Hormus zu einer rein iranischen Angelegenheit erklärt. „Die Meerenge wird nur nach iranischen Modalitäten geöffnet, nicht unter amerikanischen Drohungen“, schrieb Ghalibaf auf der Plattform X. Zugleich drohte er: „Wenn ihr zuschlagt, werdet ihr getroffen.“ Die Erklärung folgte auf eine neue Welle US-amerikanischer Luftangriffe auf Ziele im Iran, die nach Angaben des Zentralkommandos der USA (CENTCOM) darauf abzielten, Teherans Fähigkeit zur Störung der Handelsschifffahrt zu verringern.
Aus Teheraner Sicht handelt es sich bei den amerikanischen Angriffen um die umfangreichste direkte Militäraktion gegen iranisches Territorium seit dem Abschluss eines bilateralen Memorandums of Understanding. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) bestätigten ihrerseits Vergeltungsschläge gegen US-Einrichtungen in Kuwait und Bahrain, darunter das Camp Arifjan, den Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem sowie die Stützpunkte Juffair und Sheikh Isa. Die iranische Führung kündigte an, bei weiterer amerikanischer Aggression die Angriffe auf andere US-Stützpunkte in der Region auszuweiten. In Kuwait und Bahrain wurden nach den Attacken Luftalarme und Explosionen gemeldet.
Washington begründet die Militäroperationen mit dem Schutz der internationalen Schifffahrtsfreiheit. Präsident Donald Trump erklärte das im Juni geschlossene Waffenstillstandsabkommen für „beendet“ und autorisierte zusätzliche Schläge. Auf Truth Social drohte er, jede weitere iranische Attacke werde eine noch härtere Reaktion nach sich ziehen. Gegenüber Reportern an Bord der Air Force One sagte Trump, der Iran habe um Verhandlungen gebeten, doch er bezweifle die Ernsthaftigkeit Teherans. Das CENTCOM bezifferte die Ziele der ersten Angriffswelle auf mehr als 80 militärische Anlagen, darunter Luftabwehrsysteme, Kommandozentralen, Küstenradar und über 60 Schnellboote der IRGC. Eine zweite Welle habe rund 90 weitere Ziele getroffen.
Die Eskalation hat unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg um mehr als sieben Prozent auf über 79 Dollar pro Barrel, da Marktteilnehmer eine längerfristige Blockade der Straße von Hormus befürchten, durch die täglich etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggasverkehrs läuft. An den Börsen in Europa und Asien kam es zu Verlusten; der deutsche Leitindex gab ebenso nach wie die Börse in São Paulo. Für die energieimportabhängigen Volkswirtschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz signalisieren die Preisausschläge ein erhöhtes Risiko für Konjunktur und Inflation.
Die militärische Konfrontation überschattet die Trauerzeremonien für das iranische Staatsoberhaupt Ali Khamenei, dessen Beisetzung sich aufgrund der großen Menschenansammlungen im Irak verzögerte. Der Konflikt um die Straße von Hormus hatte bereits im Februar zum Ausbruch offener Feindseligkeiten geführt. Das im Juni unterzeichnete Memorandum of Understanding, das eine Freigabe der Meerenge vorsah, ist nach beiderseitigen Schuldzuweisungen faktisch gescheitert. Diplomatische Kanäle sind derzeit nicht erkennbar; Beobachter in der Region verweisen auf die unversöhnlichen Positionen beider Seiten. Die nächsten Schritte bleiben ungewiss, während die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben ihre Operationen fortsetzen.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
Der iranische Chefunterhändler warnt die USA eindringlich, dass die Straße von Hormus nur zu iranischen Bedingungen wieder geöffnet wird und jeder US-Angriff sofort vergolten wird. Der Ton ist trotzig, Iran wird als Kontrolleur und die USA als Aggressor dargestellt, der die Konsequenzen tragen wird.
Die indische Presse nimmt eine neutrale Beobachterhaltung ein und berichtet über die Aussagen sowohl Irans als auch der USA, ohne Partei zu ergreifen. Die Stimme ist die eines distanzierten Journalisten.
Indem sie Zitate beider Seiten präsentiert und sich auf die globalen Auswirkungen konzentriert, universalisiert die Presse den Konflikt und macht ihn zu einer Angelegenheit von internationalem Interesse statt zu einem bilateralen Streit.
Der iranische Chefunterhändler spricht als Verteidiger der nationalen Souveränität, lehnt US-Drohungen ab und beansprucht die Kontrolle. Die Stimme ist die des Iran, aber als Opfer der US-Aggression dargestellt.
Durch die Betonung des Satzes 'nicht mit US-Drohungen' und die Hervorhebung der US-Militärschläge konstruiert die Presse eine Opfererzählung, die den iranischen Trotz gerechtfertigt erscheinen lässt.
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