
Indien hebt Gasnotstand nach Wiedereröffnung der Hormuz-Passage auf
Die indische Regierung zieht die im März verhängten Beschränkungen für Gaslieferungen zurück, da LNG-Transporte durch die Straße von Hormuz nach einer Waffenruhe wieder aufgenommen wurden – parallel forciert Neu-Delhi die heimische Ölförderung.
Am Samstag hob das indische Ministerium für Erdöl und Erdgas die wesentlichen Bestimmungen der im März 2026 in Kraft gesetzten Notverordnung zur Gasversorgung auf. Auslöser war die Wiederaufnahme von Flüssigerdgas-Lieferungen (LNG) durch die Straße von Hormuz, nachdem eine Waffenruhe die Kampfhandlungen zwischen den USA und Iran vorläufig beendet hat. Die Lockerung betrifft insbesondere die zuvor strikte Zuteilung von Erdgas an priorisierte Verbraucher und stellt die marktbasierte Allokation weitgehend wieder her.
Hintergrund der Notstandsmaßnahmen war die faktische Blockade der für den globalen Energietransport zentralen Meerenge infolge der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran Ende Februar und der iranischen Vergeltungsschläge. Indien bezieht rund die Hälfte seines Erdgasbedarfs aus Importen, wovon vor der Krise etwa 60 Prozent die Straße von Hormuz passierten; bei Rohöl liegt der Anteil der Einfuhren über diese Route bei 40 bis 45 Prozent. Die Versorgungsengpässe zwangen Lieferanten, Berufung auf höhere Gewalt einzulegen und Ladungen umzuleiten, was Neu-Delhi zum Eingreifen unter dem Essential Commodities Act veranlasste.
Die Notverordnung vom 9. März ermächtigte die Regierung, Gaslieferungen sektorspezifisch umzuverteilen. Haushalte mit Pipelinenetzanschluss, CNG-Tankstellen, die LPG-Produktion und der Pipelinebetrieb erhielten volle Zuteilung ihrer Durchschnittsverbräuche, Düngemittelhersteller 70 Prozent und Industriekunden 80 Prozent. Raffinerien und Petrochemieanlagen mussten dagegen Einschnitte hinnehmen. Zwei weitere Notmaßnahmen – die Maximierung der LPG-Ausbeute durch veränderte Rohstoffströme in Raffinerien sowie die Beschränkung von Diesellieferungen an Großabnehmer – waren bereits zuvor zurückgenommen worden.
Aus New Delhi verlautet, die Versorgungskrise habe den Druck auf eine Ausweitung der heimischen Öl- und Gasexploration verstärkt. Energieminister Hardeep Singh Puri kündigte an, in Kürze Explorationsrechte für eine Fläche von 250.000 Quadratkilometern auszuschreiben – vor allem vor den Andamanen und Nikobaren, die als geologische Fortsetzung südostasiatischer Kohlenwasserstoffbecken gelten. Mit der Tiefwassermission „Samudra Manthan“ will Indien seine derzeit geringe Eigenproduktion von nur rund zehn Prozent des Rohölbedarfs steigern und arbeitet dabei mit internationalen Partnern wie Petrobras, Shell und TotalEnergies zusammen.
Für die kurzfristige Versorgungslage bleibt entscheidend, ob die Waffenruhe Bestand hat und die Schifffahrt durch Hormuz nachhaltig reibungslos verläuft. Die Einhaltung der vorläufigen Vereinbarung zwischen Washington und Teheran wird daher nicht nur von den indischen Energiemärkten genau beobachtet.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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The Indian government lifted emergency gas supply restrictions after shipments via the Strait of Hormuz resumed. The decision is framed as a return to normalcy, highlighting the effectiveness of temporary measures.
China emphasizes the consequences of the US-Iran war for India's energy supply, and how India is seeking to expand oil exploration to reduce import dependence. The crisis is seen as a catalyst for a long-term strategy.
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