
Khameneis Trauerfeier als Machtdemonstration – Nachfolger Mojtaba bleibt abwesend
Millionen Iraner nehmen Abschied vom getöteten Revolutionsführer, während sein Sohn und designierter Nachfolger aus Sicherheitsgründen nicht erscheint und die Rufe nach Vergeltung die fragile Waffenruhe überschatten.
In Teheran hat am Sonntag die öffentliche Trauerzeremonie für den Ende Februar bei einem amerikanisch-israelischen Luftschlag getöteten früheren Obersten Führer Ali Khamenei begonnen. Hunderttausende strömten zum Großen Mosalla-Komplex, wo die Särge Khameneis und vier mit ihm ums Leben gekommener Familienmitglieder aufgebahrt waren. Drei seiner Söhne – Mostafa, Meysam und Masoud – nahmen an den Gebeten teil, ebenso Präsident Massud Peseschkian und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf. Der neue Oberste Führer, Mojtaba Khamenei, blieb hingegen abwesend. Aus Teheraner Sicherheitskreisen verlautete, der bei demselben Angriff schwer verletzte und entstellte Nachfolger verzichte aus Furcht vor israelischen Attentaten auf einen öffentlichen Auftritt.
Die Zeremonie ist aus Sicht der iranischen Führung eine Demonstration von Geschlossenheit und Durchhaltewillen. Staatliche Medien sprachen vom „Begräbnis des Jahrhunderts“ und erwarteten bis zu 20 Millionen Teilnehmer. In Sprechchören und auf Transparenten wurde der Tod von US-Präsident Donald Trump und des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gefordert. Der Dichter Mohammad Rasouli rief der Menge zu: „Warum lebt der größte Bastard der Welt noch?“ Justizchef Gholam-Hossein Mohseni-Ejei kündigte an, man werde die Verantwortlichen für die Tötung Khameneis international strafrechtlich belangen und auf Vergeltung dringen. Aus Washingtoner Sicht wiederum äußerte Trump in einem Interview mit Axios Verwunderung über die große Trauergemeinde und mutmaßte, es könne sich um „falsche Tränen“ handeln. Er fügte hinzu, die USA hätten die gesamte Führung mit einem Schlag ausschalten können, verzichteten aber darauf, weil sonst niemand für Verhandlungen übrig bliebe.
Die Abwesenheit Mojtaba Khameneis nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und die tatsächlichen Machtverhältnisse. Nach Angaben aus seinem Umfeld erlitt er schwere Beinverletzungen und Gesichtsentstellungen. Dass er seit seiner Ernennung im März weder Bild noch Ton von sich veröffentlichen ließ, wird in Teheran auch mit der Sorge vor gezielten Tötungen erklärt. Die Anwesenheit hochrangiger Kommandeure der Revolutionsgarden, darunter General Ahmad Vahidi, der sich zuvor monatelang verborgen gehalten hatte, signalisiert indes ein gewachsenes Sicherheitsvertrauen nach Inkrafttreten der Waffenruhe.
Die Trauerfeierlichkeiten finden vor dem Hintergrund eines fragilen, unter Vermittlung zustande gekommenen Waffenstillstands statt. Ein im Juni unterzeichnetes Memorandum of Understanding zwischen Washington und Teheran eröffnete ein 60-tägiges Verhandlungsfenster über das iranische Atomprogramm, Sanktionserleichterungen und die Sicherheit der Straße von Hormus. Die nächste Gesprächsrunde ist laut pakistanischen Diplomatenkreisen für den 11. Juli in Islamabad vorgesehen. Nach der Prozession durch Teheran am Montag soll der Leichnam Khameneis über die Stadt Ghom und die irakischen Heiligtümer in Nadschaf und Kerbela am 9. Juli in Maschhad beigesetzt werden.
| Iranische & verwandte Presse | +1.00 | aligned |
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Der Iran trauert um seinen ermordeten Führer und bekräftigt seine Entschlossenheit, sein Blut zu rächen; der neue Führer, obwohl abwesend, führt aus dem Hintergrund mit strategischer Vorsicht.
Durch die Betonung der Massenbeteiligung und der religiösen Symbolik verwandelt die Erzählung eine potenzielle Schwäche in eine Demonstration von Stärke und Kontinuität, wobei Mojtabas Abwesenheit eher auf Sicherheit als auf Unfähigkeit zurückgeführt wird.
Der Block lässt jede Erwähnung interner Dissidenz oder der Tatsache aus, dass viele Iraner nicht an der Trauer teilnehmen, wie von anderen Quellen berichtet.
Der Westen analysiert die Beerdigung als Image-Operation, die die Risse im iranischen System nicht verbergen kann; der abwesende Nachfolger wird zum Symbol der Unsicherheit.
Durch das Zitieren von Experten und anonymen Quellen stellt die Erzählung systematisch die offizielle Version in Frage und verwandelt die Abwesenheit in einen Indikator für eine Führungskrise statt in eine Sicherheitsmaßnahme.
Der Block lässt die echte religiöse Inbrunst und die massive Beteiligung aus und konzentriert sich stattdessen auf politische Manipulation und Verletzlichkeit.
Das iranische Volk fordert Rache und Amerika muss zahlen; der neue Führer, verwundet, bleibt im Schatten, aber die Bewegung geht weiter.
Indem die Menge als Hauptakteur personifiziert und emotionale, symbolische Sprache (rote Fahnen, Slogans) verwendet wird, verknüpft die Erzählung den Tod des Führers direkt mit der Sache des Widerstands und macht die Abwesenheit nebensächlich.
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