
Impfungen entfalten unerwartete Schutzwirkungen – HPV-Vakzin senkt Krebssterblichkeit drastisch
Eine britische Studie belegt, dass die HPV-Impfung die Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs bei jungen Frauen nahezu eliminiert, während ein US-Forscherteam für den Gürtelrose-Impfstoff ein reduziertes Demenzrisiko zeigt.
Die Einführung der HPV-Impfung in England im Jahr 2008 hat die Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs bei Frauen unter 30 Jahren auf nahezu null gesenkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Fachblatt The Lancet veröffentlichte Beobachtungsstudie der Queen Mary University of London, die nationale Krebsregister- und Impfdaten von Frauen im Alter von 20 bis 34 Jahren auswertete. Demnach ist das Risiko, vor dem 30. Lebensjahr an einem Zervixkarzinom zu sterben, für Mädchen, die im Alter von 12 oder 13 Jahren geimpft wurden, faktisch nicht mehr messbar. In der Altersgruppe der 30- bis 34-Jährigen lag die Sterblichkeit um 63 Prozent niedriger als bei Ungeimpften. Die Autoren schätzen, dass das Programm in England bereits knapp 200 Todesfälle verhindert hat.
Parallel dazu verdichten sich Hinweise auf einen neuroprotektiven Effekt des Gürtelrose-Impfstoffs Shingrix. Eine Untersuchung der Brown University mit den Daten von über 500.000 Bewohnern amerikanischer Pflegeeinrichtungen ergab, dass Geimpfte innerhalb von vier Jahren ein um 24 Prozent geringeres Risiko für eine Demenzerkrankung aufwiesen als Ungeimpfte. Die in Hamshahri Online zitierte Studie ist ebenfalls rein beobachtend; einen kausalen Zusammenhang können die Epidemiologen nicht ableiten. Als mögliche Mechanismen gelten die Verhinderung viraler Entzündungsprozesse im Nervensystem sowie eine unspezifische Stimulation des Immunsystems, die der Gehirngesundheit zugutekommen könnte.
Die Befunde fallen in eine Zeit, in der Gesundheitssysteme weltweit die Prävention in den Mittelpunkt rücken. Das Gesundheitsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate hat eine nationale Roadmap zur Eliminierung HPV-bedingter Erkrankungen vorgestellt, die auf Impfausweitung, Früherkennung und Aufklärung setzt. In Indien, wo jährlich rund 1,5 Millionen neue Krebsfälle diagnostiziert werden, bezeichnete die Staatsministerin für Gesundheit, Anupriya Patel, Früherkennung und Prävention als die wirksamsten Instrumente gegen die steigende Krankheitslast. Die Weltgesundheitsorganisation strebt bis 2030 eine HPV-Impfquote von 90 Prozent bei 15-jährigen Mädchen an.
Britische Forscher warnen jedoch, dass sinkende Impfquoten die erzielten Fortschritte gefährden könnten. Für den Demenzschutz durch die Gürtelrose-Impfung sind prospektive Studien erforderlich, um die beobachtete Assoziation zu prüfen. Der nächste belastbare Meilenstein wird die Entwicklung der HPV-Impfraten in den kommenden Jahren sein, an der sich ablesen lässt, ob das Ziel einer weitgehenden Eliminierung des Zervixkarzinoms bis 2040 realistisch bleibt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Gürtelrose-Impfstoff Shingrix bei älteren Erwachsenen mit einer 24-prozentigen Verringerung des Demenzrisikos verbunden ist. Forscher analysierten die medizinischen Daten von über einer halben Million Pflegeheimbewohnern und legen nahe, dass der Impfstoff über seinen Hauptzweck hinaus das Gehirn schützen könnte. Diese Entdeckung eröffnet einen neuen Weg im Kampf gegen Demenz, eine wachsende Herausforderung in alternden Gesellschaften.
Die Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs sind bei jungen Frauen in England dank der HPV-Impfung auf null gesunken – ein Meilenstein für die öffentliche Gesundheit. Forscher schätzen, dass der Impfstoff zwischen 2020 und 2024 mindestens 200 Todesfälle verhindert hat, was die Kraft flächendeckender Impfungen zeigt. Diese Erfolgsgeschichte unterstreicht die Bedeutung von Impfprogrammen zur Ausrottung vermeidbarer Krebserkrankungen.
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