
Hitzerekord in Kalifornien, Regenmassen in Moskau: Die Wetterkontraste des Juli 2026
Während Südkalifornien unter einer Hitzewelle ächzt und in Teheran 40 Grad erreicht werden, bereitet sich Moskau auf eine Regenflut von Monatsausmaß vor.
Am Flughafen Santa Barbara zeigte das Thermometer am Mittwoch 95 Grad Fahrenheit – ein neuer Tagesrekord, der den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2016 übertraf. Die Schwüle der Nacht hatte den Bewohnern zuvor kaum Abkühlung gebracht; die Behörden warnten vor erhöhter Hitzebelastung. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer Serie von Hitzewellen, die den Westen der USA heimsuchen und die Landschaft ausdörren. Seit Wochenbeginn sind in Kalifornien allein elf neue Waldbrände ausgebrochen, meldete die Forst- und Brandschutzbehörde Cal Fire. An den Stränden von Los Angeles herrscht zudem Warnung vor gefährlichen Strömungen – selbst das kühlende Nass spendet keine reine Erholung.
Während die einen schwitzen, trotzen andere den Wassermassen. In Moskau kündigte Jewgeni Tischkowez vom Wetterdienst Fobos für die letzte Juliwoche bis zu 88 Millimeter Niederschlag an – so viel wie sonst im gesamten Monat. Meteorologen der Region erwarten intensive Gewitter, stellenweise sintflutartig, und doch bleibt die Temperatur mit 21 bis 29 Grad Celsius im Rahmen des Klimamittels. „Nichts Außergewöhnliches, normales Moskauer Wetter“, kommentierte Alexander Iljin vom Zentrum Meteo, der zugleich die Befürchtungen zerstreute, eine aus Europa heranziehende anomale Hitze könne die russische Hauptstadt erreichen. Nördlicher, in Schweden, hingegen hofft man nach einem verregneten Wochenende auf die Rückkehr des Sommers: Bis zu 25 Grad im Süden, beim Wandern in den Fjällen sei dennoch eine Regenjacke ratsam, ließ der Wetterdienst SMHI verlauten.
In Teheran steigt das Quecksilber derweil auf 40 Grad. „Eine neue Hitzewelle kommt auf die Provinz zu“, erklärte Hamidresa Chorschidi, der Leiter des meteorologischen Amtes, örtlichen Medien. Von Samstag bis Montag müsse mit starkem Wind, Staubstürmen und erhöhter Brandgefahr gerechnet werden. Ähnlich gespannt ist die Lage in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo das nationale Zentrum für Meteorologie für die kommenden Tage Temperaturen bis 48 Grad – etwa in der Region Al Sila – prognostiziert, bei nächtlicher Feuchte und Nebelbildung an der Küste. In Jakarta rät die indonesische Meteorologiebehörde zu Gelassenheit: Heiter bis bewölkt, 34 Grad maximal, ein typischer tropischer Tag.
Die Gleichzeitigkeit dieser Wetterlagen illustriert, wie sehr der Juli 2026 die Menschen auf gegensätzliche Weise prüft. In Paraná, Brasilien, ziehen am Freitag noch isolierte Gewitter über den Bundesstaat, doch schon für Montag erwartet das meteorologische Institut Simepar Sonne und Hitze von über 30 Grad – ein rascher Szenenwechsel. Solche dynamischen Muster sind keine Seltenheit in der Atmosphäre, doch die Häufung der Hitzerekorde und Starkregenereignisse veranlasst Forscher zu neuerlichen Hinweisen auf den menschengemachten Klimawandel. In Kalifornien etwa konstatierte der Wetterdienst, dass die globale Erwärmung Hitzewellen im Westen häufiger, länger und feuchter mache. Ein Befund, der über den Pazifik hinweg hallt, während in Moskau die ersten Tropfen fallen.
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