
Eskalation im Roten Meer: Saudi-Arabien greift Huthi-Stellungen an, Huthi drohen mit Vergeltung
Die saudisch-geführte Koalition bombardierte militärische Ziele der Huthi in Jemen, nachdem die Rebellen eine Seeblockade gegen das Königreich verhängt hatten; die Huthi kündigten Vergeltung an und meldeten einen Raketenangriff auf Dschisan.
Am 24. Juli 2026 griff die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition Stellungen der Huthi-Rebellen in der jemenitischen Hafenstadt Hodeida und auf der Insel Kamaran an. Nach Angaben der Huthis wurden dabei mindestens zwei Zivilisten verletzt. Die Huthi-nahen Medien sprachen von einer „gefährlichen Eskalation“ und kündigten Vergeltung an. Am frühen Morgen des 25. Juli meldeten sie einen Raketenangriff auf die saudische Stadt Dschisan, der Brände verursacht habe. Riad bestätigte dies zunächst nicht; Warnungen des Zivilschutzes wurden kurz darauf aufgehoben.
Die saudische Koalition erklärte, die Luftangriffe seien eine Reaktion auf Huthi-Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer. Koalitionssprecher Turki al-Maliki betonte, die Ziele seien militärische Einrichtungen gewesen, die den Schiffsverkehr bedrohten, und wies Berichte über Angriffe auf zivile Häfen zurück. Die Huthis hingegen beschuldigten Saudi-Arabien, zivile Infrastruktur wie ein Telekommunikationsgebäude sowie einen Marinestützpunkt und ein Militärlager getroffen zu haben. Zuvor hatten die Huthis eine maritime Blockade gegen Saudi-Arabien verhängt und erklärt, Schiffe unter saudischer Flagge anzugreifen; tatsächlich waren zwei saudische Schiffe beschädigt worden.
Die Eskalation ist Teil eines größeren Konflikts: Seit den US-amerikanisch-israelischen Luftangriffen auf den Iran im Februar 2026 blockiert Teheran die Straße von Hormus. Für Saudi-Arabien wurde das Rote Meer damit zur entscheidenden Exportroute für Erdöl – im Juni 2026 verließen 92 Prozent der saudischen Rohölexporte den Hafen Yanbu. Die Huthi-Blockade gefährdet diesen Korridor. Der seit 2022 geltende und brüchige Waffenstillstand im Jemen-Krieg, der Hunderttausende Tote forderte, ist akut bedroht.
Parallel griff die US-Marine einen Tanker im Golf von Oman an und setzte ihn außer Gefecht, nachdem er mehrfach die amerikanische Blockade gegen iranische Häfen missachtet hatte. US-Präsident Donald Trump sprach von laufenden Verhandlungen mit Iran, drohte jedoch zugleich mit weiteren Militärschlägen. Teheran erklärte über Außenminister Abbas Araghtschi, man werde dem amerikanischen Druck nicht nachgeben, und verwies auf Gespräche mit China und Russland. Oman vermittelt in der Hormus-Krise; für kommende Woche ist in London eine Konferenz zur Sicherheit der Meerenge geplant, an der US-Verteidigungsminister und der Generalstabschef teilnehmen. Unterdessen wird der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Washington erwartet. Der Ölpreis, der zeitweise über 100 Dollar gestiegen war, fiel nach der Passage zweier chinesischer Supertanker durch die Bab al-Mandab-Straße wieder.
Erweitere deinen Horizont
Nach Anschlag: Trump kehrt zur Gala der Korrespondenten zurück – mit Spott und Seitenhieben
9 Sprachen · 32 Quellen
Aus Economy & MarketsEskalation im Luftkrieg: Kiew attackiert Wildberries-Logistik, Russland trifft Rüstungsmesse
8 Sprachen · 15 Quellen
Aus TechnologyElon Musk zieht Bilanz: Politische Reue und ungebremster Techno-Optimismus
3 Sprachen · 5 Quellen