
Festnahmen auf drei Kontinenten nach Vorwürfen von Kindesmissbrauch und politischer Gewalt
Lokale Behörden in Indonesien, Brasilien, Bangladesch und Kanada haben mutmaßliche Täter sexueller Gewalt und anderer Straftaten in Gewahrsam genommen; die Ermittlungen dauern an.
In mehreren Ländern Asiens, Südamerikas und Nordamerikas haben Sicherheitskräfte in den vergangenen Tagen eine Reihe von Tatverdächtigen festgenommen, denen Sexualdelikte an Minderjährigen sowie politisch motivierte Gewalttaten zur Last gelegt werden. Die über soziale Medien verbreiteten Fälle lösten teils heftige Reaktionen der Öffentlichkeit aus und führten zu raschen Ermittlungsschritten.
Besondere Empörung rief in Indonesien der Fall eines Lehrerehepaars in Tanjungbalai (Sumatra) hervor. Nach Polizeiangaben soll eine Grundschullehrerin einen elfjährigen Waisenjungen zu sich nach Hause gelockt haben, wo ihr Ehemann das Kind sexuell missbrauchte. Aufgebrachte Anwohner stürmten daraufhin das Haus des Paares; der Ehemann wurde festgenommen und wegen schweren sexuellen Missbrauchs angeklagt. Die Ehefrau, ebenfalls Lehrerin im öffentlichen Dienst, gilt zunächst als Zeugin. Ein Abgeordneter des nationalen Parlaments kündigte an, den Fall persönlich zu begleiten. Ebenfalls in Indonesien nahm die Polizei in Tangerang einen Nachhilfelehrer fest, der gestanden haben soll, 29 Jungen im Alter von 11 bis 15 Jahren missbraucht zu haben.
In Brasilien verhafteten die Behörden binnen einer Woche mehrere Verdächtige. In Salto (São Paulo) wurde ein Großvater festgenommen, nachdem seine Ehefrau ihn mit der 13-jährigen Enkelin in einer mutmaßlich kompromittierenden Situation entdeckt hatte. In São José do Rio Preto nahm die Bundespolizei im Rahmen der "Operação Cassiel" einen Grundschullehrer fest, der Videos mit sexuellem Missbrauch von Kindern besessen und gehandelt haben soll. Im Bundesstaat Ceará sitzt eine Frau in Untersuchungshaft, die einen 13-Jährigen vergewaltigt und die Tat gefilmt haben soll; drei weitere Erwachsene wurden wegen der Weitergabe des Videos angeklagt. In Ribamar Fiquene fanden Ermittler bei einem des Missbrauchs einer Elfjährigen verdächtigen Mann zudem illegale Schusswaffen.
Auch in Südasien überschneiden sich politische Konflikte und schwere Straftaten. In Dhaka wurde ein Lokalpolitiker der BNP von einem Angreifer, der kurz zuvor gegen Kaution aus der Haft entlassen worden war, mit einem Messer schwer verletzt – mutmaßlich als Rache für eine vorangegangene Vermittlung in einem lokalen Streit. Derweil ermittelt die Polizei gegen einen Abgeordneten der Jamaat-e-Islami, der nach dem Auftauchen intimer Videos aus seiner Partei ausgeschlossen wurde und nun mit dem Vorwurf der versuchten Tötung konfrontiert ist, weil er einen Mitarbeiter angegriffen haben soll.
In Kanada nahm die Polizei in Markham einen Musiklehrer wegen sexueller Übergriffe auf eine Jugendliche fest; die Beziehung soll begonnen haben, als das Opfer 15 Jahre alt war. Die Ermittler gehen von weiteren möglichen Geschädigten aus. In allen Ländern dauern die Untersuchungen an. Zahlreiche Beschuldigte befinden sich in Haft, während die Behörden prüfen, ob es zusätzliche Tatverdächtige oder bislang unbekannte Opfer gibt.
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