
Tödlichster Ebola-Ausbruch aller Zeiten: Erster Mensch mit experimentellem Impfstoff gegen Bundibugyo-Virus geimpft
In Oxford hat eine Phase-I-Studie mit einem innerhalb von acht Wochen entwickelten Impfstoff gegen den Bundibugyo-Ebolavirus begonnen, während der Ausbruch im Kongo bereits fast 1300 Tote fordert.
Der jüngste Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, ausgelöst durch das Bundibugyo-Virus, hat nach aktualisierten offiziellen Angaben fast 1300 Tote und über 2900 bestätigte Fälle gefordert. Zugleich hat an der Universität Oxford die weltweit erste klinische Prüfung eines spezifisch gegen diesen Virusstamm gerichteten Impfstoffs begonnen; ein erster Proband erhielt die Dosis. Der Ausbruch, von der WHO als gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite eingestuft, erreichte die 1000-Todesfall-Marke in nur etwas mehr als zwei Monaten – dreimal schneller als die verheerende Epidemie von 2014 bis 2016.
Anders als der Zaire-Ebolavirus, gegen den zugelassene Impfstoffe existieren, gibt es für das seltene Bundibugyo-Virus bisher weder eine Impfung noch eine spezifische Therapie. Die Eindämmung wird durch die Sicherheitslage im Osten Kongos massiv erschwert: In der betroffenen Region, vor allem in der Provinz Ituri, verhindern bewaffnete Konflikte, Massenflucht und tiefes Misstrauen in der Bevölkerung vielerorts eine systematische Kontaktverfolgung; nur etwa 77 Prozent der Kontaktpersonen werden überwacht. Mit einer Letalität von rund 40 Prozent breitet sich das Virus in mindestens fünf Provinzen aus und hat bereits Uganda erreicht. Die WHO schätzt das nationale Risiko als sehr hoch, das regionale als hoch, das globale hingegen aufgrund des Übertragungswegs über Körperflüssigkeiten als gering ein.
Der Impfstoffkandidat ChAdOx1 BDBV, entwickelt von der Universität Oxford gemeinsam mit der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) und dem Serum Institute of India, nutzt die gleiche Adenovirus-Vektor-Technologie wie das Oxford/AstraZeneca-COVID-19-Vakzin. In der nun gestarteten Phase-I-Studie an gesunden Erwachsenen wird zunächst die Sicherheit und die Fähigkeit zur Auslösung einer Immunantwort geprüft. Die Entwicklung verlief binnen acht Wochen vom Konzept bis zur klinischen Testung. Das Serum Institute of India hat bereits rund 620.000 Dosen produziert und davon 4.000 für die Studie bereitgestellt, um im Erfolgsfall rasch größere Mengen verfügbar zu machen.
Ergebnisse dieser ersten Prüfung am Menschen werden in einigen Monaten erwartet. Sollten sich Sicherheit und Immunogenität bestätigen, könnten weiterführende Studien in den Ausbruchsgebieten folgen. Gesundheitsexperten verweisen jedoch auf die erheblichen logistischen Herausforderungen einer möglichen Impfkampagne in der Konfliktregion, wo unzureichende Kontaktverfolgung und volatile Sicherheitsbedingungen die Reaktionsfähigkeit einschränken.
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