
Brasiliens bitteres WM-Aus: Ancelotti spricht von Neuanfang, Kritik an Taktik und Elfmeterwahl
Nach dem 1:2 gegen Norwegen im Achtelfinale der WM 2026 bekräftigt Carlo Ancelotti seinen Verbleib, während brasilianische Medien die niedrigste Ballbesitzquote der Seleção-Historie anprangern.
Zwei späte Tore von Erling Haaland stürzten Brasilien im MetLife Stadium von New Jersey in eine tiefe Krise. Der norwegische Stürmer traf per Kopf und mit links und drehte eine Partie, in der die Seleção lange die Kontrolle zu haben schien. Neymars verwandelter Strafstoß in der Nachspielzeit war nur noch Ergebniskosmetik. Zuvor hatte Bruno Guimarães in der ersten Halbzeit einen Elfmeter vergeben – eine Entscheidung, die sofort hitzige Debatten auslöste. Ancelotti erklärte, man habe auf Basis einer einjährigen Statistik die Schützen gereiht: Raphinha und Neymar standen nicht auf dem Feld, daher fiel die Wahl auf Guimarães, den man für die beste verfügbare Option hielt.
Die Zahlen untermauern das Ausmaß der brasilianischen Enttäuschung. Laut Opta verzeichnete Brasilien nur 34 Prozent Ballbesitz – der niedrigste Wert, der je für die Seleção bei einer WM gemessen wurde. Zuvor war man nie unter 40 Prozent gefallen. Auch die Passbilanz sprach mit 329 zu 680 Zuspielen klar für Norwegen. Brasilianische Medien wie O Globo sprachen von eklatanten Fehlentscheidungen des Trainers und warfen Ancelotti vor, die Kontrolle über das Spiel verloren zu haben. In Europa wurde derweil vor allem die historische Dimension betont: Es ist das früheste Ausscheiden Brasiliens seit 1990, als man ebenfalls im Achtelfinale an Argentinien scheiterte.
Trotz der harschen Kritik steht der italienische Coach nicht zur Disposition. Ancelotti selbst erklärte, dies sei „nicht das Ende, sondern der Beginn eines neuen Zyklus“. Er wolle die Niederlage als „Treibstoff“ nutzen und kündigte einen Umbruch im Mittelfeld an, wo nach dem angekündigten Rücktritt Neymars und dem erwarteten Abgang von Casemiro und Fabinho junge Talente integriert werden sollen. Der brasilianische Verband (CBF) stärkte ihm umgehend den Rücken: Nationalmannschaftskoordinator Rodrigo Caetano betonte, man wolle den Weg mit Ancelotti bis zur WM 2030 fortsetzen, und verwies auf die schwierigen Umstände – der Trainer habe das Team erst im Mai 2025 übernommen und mit vielen Verletzten arbeiten müssen.
Unterstützung kam auch von der Ikone Cafu. Der Weltmeister von 2002 sagte, Ancelotti habe „ein Schiff übernommen, das bereits in Fahrt war“ und nun die Chance, es von Grund auf richtig auszurichten. Er forderte zugleich Reformen in der Nachwuchsarbeit, wo Kinder zu sehr zu Konkurrenten und zu wenig zu kreativen Spielern erzogen würden. Während in Brasilien die Debatte über Struktur und Spielphilosophie neu entfacht ist, richtet sich der Blick bereits auf die kommenden vier Jahre. Die nächste konkrete sportliche Konsequenz: Norwegen trifft im Viertelfinale in Miami auf England oder Mexiko, während Brasilien eine schmerzhafte, aber als notwendig erachtete Erneuerung einleiten muss.
| Lateinamerikanische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Subsaharisch-afrikanische Presse | +0.20 | neutral |
Ancelotti has let Brazil down, and his apologies are not enough to silence the critics.
The focus is on the coach's personal responsibility, ignoring the match context and player performances.
Ancelotti's contract extension is not mentioned, nor his intention to continue.
Ancelotti looks ahead, confident that Brazil will bounce back and that this defeat is just the start of a new cycle.
The defeat is projected into a narrative of future growth, minimizing the severity of the elimination.
The criticism from fans and Ancelotti's absence from the post-match interview are omitted.
Erweitere deinen Horizont
Millionen bei Trauerzug für Khamenei – Nachfolger bleibt abwesend
6 Sprachen · 17 Quellen
Aus Economy & MarketsSamsung-Rekordgewinn löst globalen Tech-Ausverkauf aus
9 Sprachen · 18 Quellen
Aus TechnologyKI-Kompetenz bringt bis zu 92 Prozent mehr Lohn – und verändert das Denken
3 Sprachen · 5 Quellen