
Peking und Hongkong bündeln Finanzmarktreformen: Yuan-Fazilität, Bond Connect und Gold-Clearing ausgeweitet
Mit einem Maßnahmenpaket aus erweiterter Yuan-Liquidität, höheren Anleihequoten und einem neuen Gold-Clearing-System forciert China den Ausbau Hongkongs zum führenden Offshore-Yuan-Zentrum.
Die Behörden in Peking und Hongkong haben am Dienstag ein Bündel an Maßnahmen vorgestellt, das die Stellung der Sonderverwaltungszone als globalen Handelsplatz für Yuan, Anleihen und Gold festigen soll. Kernstück ist die Aufstockung der Yuan-Liquiditätsfazilität der Hong Kong Monetary Authority von 200 Milliarden auf 500 Milliarden Yuan (rund 68 Milliarden Euro). Gleichzeitig wird die Südquote des Bond-Connect-Programms, das Festlandinvestoren den Erwerb von Anleihen in Hongkong erleichtert, von 500 Milliarden auf 800 Milliarden Yuan angehoben. Flankiert werden diese Schritte von der Inbetriebnahme eines zentralen Clearing-Systems für Gold sowie der Wiederaufnahme von Dollar-Gold-Futures; die Einführung von Yuan-denominierten Gold-Futures wird geprüft.
Die Eingriffe zielen darauf ab, die Tiefe des Offshore-Yuan-Marktes strukturell zu vergrößern. Die aufgestockte Liquiditätsfazilität, deren maximale Laufzeit von einem auf zwei bis drei Jahre verlängert wird, soll Banken günstige und stabile Yuan-Mittel für die Kreditvergabe an internationale Kunden bereitstellen. Nach Angaben der Hongkonger Zentralbank war das bisherige Kontingent von 200 Milliarden Yuan ausgeschöpft; Banken meldeten Nachfrage aus zwölf Jurisdiktionen, darunter ASEAN-Staaten, der Nahe Osten und Europa. Parallel dazu entwickeln das China Foreign Exchange Trade System und die Börsenbetreiberin HKEX eine elektronische Handelsplattform für festverzinsliche Wertpapiere und Devisen, für die die Securities and Futures Commission (SFC) derzeit einen Lizenzantrag prüft. SFC-Chefin Julia Leung erklärte, die Plattform werde den Sekundärmarkthandel stärken und Hongkongs Brückenfunktion zwischen Onshore- und Offshore-Märkten ausbauen.
Aus Pekinger Perspektive unterstrich Zentralbankgouverneur Pan Gongsheng auf einer Investorenkonferenz in Hongkong, dass die globale Nachfrage nach dem Renminbi längst über die Handelsabwicklung hinausgehe und zunehmend Investitionen, Finanzierungen, Preisbildung und Währungsreserven umfasse. Chinesische Anleihen böten aufgrund ihrer relativen Stabilität und geringen Volatilität deutliche Diversifikationsvorteile. Hongkong positioniert sich damit auch im Wettbewerb mit Singapur um die Rolle als führender asiatischer Goldmarkt. Die Lagerkapazität für Gold soll bis 2030 auf über 2.000 Tonnen steigen – mehr als eine Verzehnfachung. Steuerliche Anreize für Goldhandel und -abwicklung sollen das Ökosystem ergänzen.
Für europäische und insbesondere deutschsprachige Investoren erweitert das Paket die Möglichkeiten, Yuan-Anlagen und physisches Gold außerhalb des chinesischen Festlands zu handeln und abzusichern. Die SFC meldete für das zweite Quartal einen Anstieg der Kontrakte auf der Swap-Connect-Plattform um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was auf robuste Nachfrage nach Absicherungsinstrumenten hindeutet. Als nächster konkreter Schritt steht die Lizenzierung der elektronischen FIC-Plattform durch die SFC an; zudem dürfte die Entscheidung über Yuan-Gold-Futures den Entwicklungspfad des Goldmarkts bestimmen.
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Peking feiert die Ausweitung als Sieg der Yuan-Internationalisierungsstrategie und spricht im Namen des chinesischen Finanzsystems.
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