
Goldpreis unter 4.000 Dollar: Zinserwartungen, Dollarstärke und geopolitische Liquiditätseffekte belasten
Der Goldpreis ist auf den tiefsten Stand seit November gefallen – hawkishe Fed-Signale, ein fester Dollar und eine tektonische Nachfrageverschiebung von West nach Ost prägen das Bild.
Der Goldpreis notierte am Mittwoch unter 4.000 US-Dollar je Feinunze und erreichte mit 3.979 Dollar den niedrigsten Stand seit November. In Dubai fiel der Preis für 24-Karat-Gold auf 481,50 Dirham pro Gramm, den tiefsten Wert seit Anfang Juni. Gegenüber dem Rekordhoch von über 5.400 Dollar im Januar bedeutet dies einen Rückgang von mehr als einem Viertel. Das zweite Quartal schloss mit einem Minus von 14 Prozent – der stärkste Quartalsverlust seit 2013.
Auslöser des Abwärtsdrucks sind nach Angaben von Händlern und Analysten mehrere Faktoren. Die Präsidentin der Cleveland-Fed, Beth Hammack, erklärte, sie sehe kaum Anzeichen für eine bremsende Wirkung der Zinsen und könne für weitere Erhöhungen plädieren. Terminmärkte preisen eine Wahrscheinlichkeit von rund 67 Prozent für eine Zinsanhebung im September ein. Parallel stiegen die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen und der Dollar legte zu, was Gold für Anleger außerhalb des Dollarraums verteuert. Technische Indikatoren verstärken den Trend: Der gleitende 200-Tage-Durchschnitt fiel unter den 50-Tage-Durchschnitt – ein als „Death Cross“ bezeichnetes Muster, das einige Investoren als Signal für eine längerfristige Abwärtsbewegung werten.
Geopolitisch zeigt sich ein differenziertes Bild. Der Iran-Konflikt und die Blockade der Straße von Hormus ließen die Ölpreise steigen und erhöhten den Liquiditätsbedarf in den Golfstaaten. Arabische Ölexporteure mussten Reserven anzapfen, statt überschüssige Einnahmen in Gold anzulegen. In Indien, einem der größten Goldabnehmer, drosselte die Regierung gezielt die Importe, um Devisenreserven zu schonen. Gleichzeitig verschob sich das Nachfragezentrum: Laut World Gold Council trieben asiatische Handelsstunden die Preiserholungen im ersten Halbjahr, während Rückgänge überwiegend in US-Handelszeiten stattfanden. In China, Indien und Japan stützten lokale Faktoren wie Währungsschwäche und geopolitische Risiken die ETF-Nachfrage. Zentralbanken setzten ihre Goldkäufe fort.
Der World Gold Council erwartet in seinem Halbjahresausblick, dass der Goldpreis bei Fortdauer der aktuellen Bedingungen – eine Fed-Zinserhöhung 2026, parallele Straffung durch EZB, Bank of England und Bank of Japan sowie ein Inflationshöchststand von etwa 3,9 Prozent im zweiten Quartal – um 4.100 Dollar je Unze pendeln könnte. Ein Anstieg über 4.500 Dollar würde deutliche Signale einer globalen Abschwächung voraussetzen. Kurzfristig richten sich die Blicke auf die US-Arbeitsmarktdaten, die weitere Hinweise auf den Zinspfad der Fed geben dürften.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Rückgang des Goldpreises ist mit den schwindenden Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran und den Erwartungen einer strafferen Geldpolitik der Fed verbunden. Das Gespenst eines größeren Konflikts, bei dem Trump über Kriegsoptionen informiert wurde, schürt die Nervosität der Märkte und Inflationsängste und treibt die Anleger vom Gold weg. Die Region beobachtet nervös, wie geopolitische Spannungen und die US-Geldpolitik zusammen das Metall belasten.
Die Goldrally ist vorerst vorbei, wie eine Party, die mit einem Kater endet. Nachdem der Preis im Januar Rekordhöhen von über 5400 Dollar erreicht hatte, ist er unter 4000 abgestürzt und hat die Anleger desillusioniert zurückgelassen. Dennoch sehen einige Gründe für einen anhaltenden Boom und verweisen auf die Nachfrage aus Asien, insbesondere China, die den Schwerpunkt des Marktes verschieben könnte.
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