
Goldman Sachs revidiert Yen-Prognose auf 165: Währung verharrt nahe Vierzigjahrestief
Die US-Investmentbank erwartet eine weitere Abwertung des Yen, während die japanische Währung mit 162,3 je Dollar notiert und die Sorge vor Interventionen wächst.
Goldman Sachs hat seine Prognose für den Yen gesenkt und erwartet nun einen Kurs von 165 Yen je US-Dollar binnen eines Jahres. Das geht aus einer Analyse hervor, die Bloomberg vorliegt. Zuvor war die Bank von 155 ausgegangen. Der Yen notierte am Montag bei 162,3 und damit nur knapp über dem in der Vorwoche erreichten Stand von 162,84 – dem schwächsten Niveau seit 1986. Aus New Yorker Sicht ist die japanische Währung damit zwar „extrem unterbewertet“, doch fundamentale Faktoren sprächen gegen eine rasche Erholung.
Als treibende Kräfte nennt die Goldman-Strategin Karen Reichgott Fishman die anhaltend hohen Renditen amerikanischer Staatsanleihen, die fiskalischen Probleme Japans sowie die nur zögerlichen Zinsschritte der Bank of Japan. Diese hatte im Juni den Leitzins auf 1 Prozent angehoben – den höchsten Stand seit 1995 –, während die Federal Reserve ihren Schlüsselsatz in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent hält. Die daraus resultierende Zinsdifferenz setzt den Yen strukturell unter Druck. Auch die gesunkene Ölpreisdynamik und ein schwächerer US-Arbeitsmarktbericht für Juni haben die Erwartungen an eine baldige Fed-Zinserhöhung gedämpft, was dem Dollar insgesamt Gegenwind bescherte, den Yen aber kaum stützt.
In Tokio wächst unterdessen die Nervosität. Ein plötzlicher Kaufschub hatte den Yen am Donnerstag kurzzeitig steigen lassen, was Marktteilnehmer als verdeckte Intervention deuteten. Japanische Währungshüter haben zuletzt darauf verzichtet, ihre Absichten offen zu telegraphieren, und setzen stattdessen auf eine gezieltere Strategie, um Spekulanten unter Druck zu setzen. Strategen in Singapur (OCBC) und Vermögensverwalter in London (L&G) bezweifeln jedoch, dass Interventionen ohne eine grundlegende Änderung der makroökonomischen Rahmenbedingungen eine nachhaltige Trendwende bewirken können. Hedgefonds haben ihre Short-Positionen im Yen zuletzt auf den höchsten Stand seit 2017 ausgebaut, und Optionshändler sehen eine 76-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs bis Juni 2027 auf 165 fällt.
Der breite Dollar-Index, der die US-Währung zu sechs wichtigen Gegenwährungen misst, notierte zu Wochenbeginn nahe einem Zwei-Wochen-Tief, nachdem er in der Vorwoche noch ein 13-Monats-Hoch erreicht hatte. Der Euro hielt sich bei 1,142 Dollar, das Pfund bei 1,334. Der südkoreanische Won gab am ersten Tag des rund um die Uhr geöffneten Spot-Handels leicht nach. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die am Mittwoch anstehenden Protokolle der Juni-Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed. Sie könnten Aufschluss darüber geben, wie die Notenbanker die jüngste Abkühlung der Inflation und die Abschwächung am Arbeitsmarkt bewerten – und ob der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh, der bislang wenig preisgegeben hat, eine klare Richtung vorgibt.
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Goldman Sachs erklärt, der Yen sei historisch unterbewertet und prognostiziert eine weitere Abwertung.
Durch die Berufung auf die Autorität des Analysten und den historischen Vergleich wirkt die Prognose objektiv und glaubwürdig.
Der atlantica-Block lässt jede Erwähnung von Interventionsrisiken oder Marktnervosität aus und konzentriert sich ausschließlich auf die Expertenprognose der Bank.
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