
Gesundheitsrisiken nach Erdbeben in Venezuela: PAHO warnt vor beengten Unterkünften und Impflücken
Nach den verheerenden Beben vom 24. Juni mit Tausenden Toten drohen nun Seuchenausbrüche, warnt die Panamerikanische Gesundheitsorganisation.
Die beiden schweren Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5, die am 24. Juni innerhalb von 39 Sekunden die Nordküste Venezuelas erschütterten, haben nach offiziellen Angaben Tausende Menschenleben gefordert. Die venezolanischen Behörden beziffern die Zahl der Toten auf 3.811, während andere Quellen von 3.889 Todesopfern berichten; die Zahl der Verletzten wird mit 16.740 angegeben. Besonders betroffen ist der Bundesstaat La Guaira, wo die meisten Todesfälle verzeichnet wurden und rund 18.000 Menschen obdachlos geworden sind.
Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) mit Sitz in Washington warnte am Donnerstag vor den mittelbaren Gesundheitsgefahren. „In den kommenden Wochen könnten die größten Risiken nicht nur von den Verletzungen durch die Beben herrühren, sondern auch von Unterbrechungen der Gesundheitsdienste, beengten Unterkünften, mangelhafter Wasserversorgung und Sanitärversorgung sowie einem eingeschränkten Zugang zu Impfungen und Routineversorgung“, sagte PAHO-Direktor Jarbas Barbosa. Besonders in den mehr als 80 Notunterkünften, in denen Vertriebene auf engstem Raum zusammenleben, drohten Ausbrüche von Atemwegs- und Durchfallerkrankungen.
Die ohnehin angeschlagene Gesundheitsinfrastruktur Venezuelas – geschwächt durch jahrelange Wirtschaftskrise und die Abwanderung zehntausender Fachkräfte – wurde durch die Beben zusätzlich getroffen. Nach Angaben der PAHO erlitten drei Krankenhäuser strukturelle Schäden und mussten evakuiert werden, 24 weitere waren vorübergehend in ihrer Funktion beeinträchtigt. In La Guaira sei die Hälfte des Gesundheitspersonals direkt betroffen, einige seien ums Leben gekommen oder würden vermisst, erklärte der PAHO-Vertreter in Venezuela, Armando Denegri. Die Organisation arbeitet nach eigenen Angaben eng mit dem venezolanischen Gesundheitsministerium zusammen, um ein Frühwarnsystem für Seuchenausbrüche zu betreiben, das Feldlazarette und Notunterkünfte einbezieht.
Die PAHO beziffert den finanziellen Bedarf zur Deckung der dringendsten Gesundheitsbedürfnisse bis zum Jahresende auf 24 Millionen US-Dollar. Internationale Hilfe, darunter der Einsatz von Feldlazaretten und die Entsendung von Personal aus anderen Landesteilen, habe die medizinische Versorgung inzwischen verbessert, so die Organisation. Die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez verteidigte das Krisenmanagement der Regierung gegen Kritik, wonach zivile Helfer und internationale Rettungsteams einen Großteil der Bergungsarbeiten übernommen hätten. Die Opferzahlen gelten als vorläufig; die Behörden setzen die Erfassung fort.
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Chinesische Presse | 0.00 | neutral |
Die PAHO und die lateinamerikanischen Regierungen schlagen Alarm: Die Naturkatastrophe hat die Schwächen des venezolanischen Gesundheitssystems offengelegt.
Durch die Auflistung konkreter Bedrohungen (fehlende Impfstoffe, Wasser, Überbelegung) wird ein Gefühl der Dringlichkeit erzeugt und zu sofortigem Handeln gedrängt.
Erwähnt nicht die Eröffnung von über 80 Notunterkünften durch die venezolanische Regierung, die die Risiken mindern könnte.
Die chinesische Nachrichtenagentur informiert sachlich über die Situation und berichtet über die Aussagen der PAHO, ohne Kritik hinzuzufügen.
Die offiziellen Aussagen der internationalen Organisation als autoritative Quelle zu melden und dabei einen neutralen und sachlichen Ton beizubehalten.
Erwähnt nicht die bereits bestehende niedrige Impfstoffabdeckung, die die Krise kontextualisiert.
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