
Gold erholt sich zum Wochenschluss, bleibt aber unter Druck – Iran-Hoffnung und Zinswende bewegen Märkte
Ein möglicher Friedensdeal zwischen Washington und Teheran sowie die Zinserhöhung der EZB sorgen für volatile Edelmetall- und Devisenmärkte, während Gold die zweite Woche in Folge verliert.
Die Edelmetallmärkte erlebten am Freitag eine kräftige Gegenbewegung, nachdem sie in den vorangegangenen Handelstagen auf Talfahrt gegangen waren. Gold notierte im Spotmarkt kaum verändert bei rund 4.207 Dollar je Feinunze, nachdem es im frühen Handel kurzzeitig auf über 4.267 Dollar gestiegen war. Silber legte sogar um fast fünf Prozent zu und erreichte zeitweise mehr als 68 Dollar. Dennoch steuerten beide Metalle auf einen deutlichen Wochenverlust zu: Gold gab binnen fünf Tagen mehr als zwei Prozent ab und verzeichnete damit die längste Verlustserie seit Monaten. Auch an der Comex in New York schloss der August-Kontrakt mit einem Minus von 2,84 Prozent auf Wochensicht, obwohl er am Freitag um 3,03 Prozent auf 4.238,80 Dollar anzog.
Hinter der Erholung zum Wochenschluss stand vor allem die Aussicht auf eine geopolitische Entspannung. Aus Washingtoner Sicht nährte Präsident Donald Trump die Hoffnung auf ein baldiges Friedensabkommen mit dem Iran, das noch am Wochenende unterzeichnet werden könnte und die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder für den Ölhandel öffnen würde. Sinkende Rohölpreise dämpften daraufhin die Nachfrage nach sicheren Häfen, was dem Dollar Stabilität verlieh und den Euro nach der EZB-Zinserhöhung vom Vortag um 1,158 Dollar pendeln ließ. Der Yen notierte unterdessen nahe der Marke von 160 zum Dollar – ein Niveau, das in Tokio als interventionsrelevant gilt und die Märkte in Alarmbereitschaft hielt.
Die Europäische Zentralbank hatte am Donnerstag erstmals seit Jahren die Leitzinsen angehoben und damit ein Signal für den Kampf gegen die anhaltend hohe Inflation gesetzt. Für Anleger im Euroraum – und damit auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz – verändert dies die Attraktivität des zinslosen Goldes grundlegend. Steigende Renditen festverzinslicher Anlagen machen das Edelmetall als Wertaufbewahrungsmittel weniger interessant, zumal auch die US-Notenbank Fed weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt hat. Der Dollar profitierte von dieser Erwartungshaltung und konnte sich gegenüber einem Korb wichtiger Währungen stabilisieren, während das britische Pfund trotz schwacher Konjunkturdaten kaum reagierte.
Aus Londoner und Frankfurter Sicht bleibt die Unsicherheit hoch. Die Märkte preisen sowohl eine Beschleunigung als auch ein Abflauen der Inflation ein, je nach Fortgang der Iran-Verhandlungen und der Energiepreisentwicklung. Sollte es tatsächlich zu einer raschen Friedenslösung und einer Wiederaufnahme der Öllieferungen kommen, könnte der Inflationsdruck nachlassen und Gold weiter an Glanz verlieren. Bleibt die geopolitische Lage jedoch angespannt und treiben steigende Verbraucherpreise die Notenbanken zu weiteren Zinsschritten, dürfte das Edelmetall seine Rolle als Krisenwährung wieder stärker ausspielen. Die kommenden Wochen versprechen daher wenig Ruhe – weder für Gold noch für die Devisenmärkte.
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Der Goldpreis stabilisierte sich am Freitag, gestützt durch fallende Ölpreise und Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zwischen dem Iran und den USA. Allerdings steuert das Edelmetall auf den zweiten Wochenverlust in Folge zu, da die Märkte weitere Zinserhöhungen von EZB und Fed erwarten. Auch der Dollar fand Halt, während Händler die Aussichten auf eine Waffenruhe im Nahen Osten abwogen.
Gold-Futures schlossen am Freitag mit kräftigen Gewinnen, angetrieben von Anzeichen, dass ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges kurz bevorstehen könnte. Dennoch verzeichnete das Metall einen Wochenverlust, da der Markt die Aussichten für US-Zinsen in den Blick nahm, die die Attraktivität des renditelosen Goldes schmälern.
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