
US-Justizministerium gibt grünes Licht für Fusion von Paramount und Warner Bros.
Die 110-Milliarden-Dollar-Übernahme schafft einen neuen Hollywood-Riesen, doch Klagen auf Bundesstaatenebene und die Prüfung in Europa könnten das Vorhaben noch ausbremsen.
Die Wettbewerbsabteilung des US-Justizministeriums hat am Freitag die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance ohne Auflagen genehmigt. Nach einer achtmonatigen Prüfung von mehr als zwei Millionen Dokumenten und eidlichen Aussagen kamen die Washingtoner Kartellbeamten zu dem Schluss, die rund 110 Milliarden Dollar schwere Transaktion sei „nicht geeignet, dem Wettbewerb oder amerikanischen Verbrauchern zu schaden“. Bemerkenswert ist die darüber hinausgehende Begründung: Die Fusion werde vielmehr den Wettbewerb im gesamten Medien- und Unterhaltungsökosystem beleben und bringe Vorteile für Konsumenten und Beschäftigte – eine Lesart, die in der amerikanischen Kartellpraxis selten so offensiv vertreten wurde.
Aus politischer Sicht ist der Segen Washingtons kaum überraschend. Paramount-Chef David Ellison ist der Sohn von Larry Ellison, dem Oracle-Gründer und engen Vertrauten von Präsident Donald Trump. Medienberichten zufolge traf der jüngere Ellison vor der Entscheidung persönlich Vertreter der Kartellbehörde. Gegner der Transaktion sehen darin eine politisch motivierte Begünstigung. Für zusätzliche Komplexität sorgen ausländische Geldgeber: Mehrere US-Senatoren haben Bedenken wegen Beteiligungen arabischer Staatsfonds und chinesischer Investoren angemeldet. Die zuständige Regulierungsbehörde FCC prüft diese Auslandsfinanzierungen noch und hat bislang keine Entscheidung getroffen.
Das Ja aus Washington ist indes nur ein erster Schritt. Eine Gruppe von Generalstaatsanwälten unter Führung Kaliforniens bereitet eine Klage vor, um den Zusammenschluss der beiden traditionsreichen Filmstudios noch zu blockieren. Damit droht ein juristischer Schlagabtausch, der sich über Monate hinziehen könnte. Zudem bedarf die Fusion der Zustimmung der europäischen Wettbewerbsbehörden. In Brüssel gilt die Skepsis gegenüber solchen Medienriesen als deutlich ausgeprägter. Für den deutschsprachigen Raum könnte die Zusammenführung von Marken wie CBS, CNN, HBO, Paramount Pictures und Warner Bros. zu einem Nachfragemacht-Schub führen, der Lizenzbedingungen für Sender wie ProSiebenSat.1 oder die RTL-Gruppe spürbar verändert.
Mit der Fusion würde ein Konzern entstehen, der ikonische Serien- und Filmfranchises von „Harry Potter“ über „Game of Thrones“ bis „Mission: Impossible“ unter einem Dach vereint und im Streaming-Geschäft Netflix und Disney Paroli bieten könnte. Ob dieser neue Gigant tatsächlich entsteht, bleibt ungewiss. Die kartellrechtlichen Hürden in den Bundesstaaten und der Europäischen Union sind hoch, und die politischen Begleitumstände könnten sich als zweischneidig erweisen: Was in Washington den Weg ebnete, nämlich die Nähe zur Trump-Administration, könnte in Kalifornien oder vor europäischen Gerichten genau das Gegenteil bewirken. Die nächsten Monate werden zeigen, ob der größte Hollywood-Deal der Dekade am Ende hält, was die Kartellbehörde verspricht – oder an föderalen und transatlantischen Widerständen scheitert.
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Das US-Justizministerium hat die 110-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount ohne Auflagen genehmigt und damit eine große regulatorische Hürde beseitigt. Die Entscheidung ist ein Triumph für Paramount-CEO David Ellison, dessen Angebot größtenteils von seinem Vater Larry Ellison, dem Oracle-Mitgründer, finanziert wurde. Der Zusammenschluss wird eine Hollywood-Supermacht schaffen, auch wenn einige Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten noch versuchen könnten, ihn zu blockieren.
Die Trump-Regierung gab erwartungsgemäß grünes Licht für die Mega-Fusion von Paramount und Warner Bros., doch der Deal stößt noch auf Hürden. Mehrere US-Bundesstaaten bereiten rechtliche Schritte vor, und die europäische Regulierungsgenehmigung steht noch aus. Während das US-Justizministerium erklärt, die Fusion werde den Wettbewerb beleben, befürchten Kritiker eine weitere Medienkonzentration.
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