
Glühende Stadien: Eine Hitzekuppel legt sich über die K.-o.-Runde der WM
Extreme Temperaturen von bis zu 46 Grad Celsius zwingen die FIFA zu verpflichtenden Trinkpausen, während mehrere Austragungsorte Notfallpläne aktivieren.
Der Pfiff des Schiedsrichters verhallte, doch die eigentliche Herausforderung begann erst nach dem Anpfiff. Über den Stadien der K.-o.-Runde wölbt sich eine massive Hitzekuppel, ein Hochdruckgebiet, das seit Tagen die zentralen und östlichen Regionen der Vereinigten Staaten sowie Teile Kanadas fest im Griff hat. Der Nationale Wetterdienst der USA warnte vor gefühlten Temperaturen von 40 bis 46 Grad Celsius, die selbst nach Sonnenuntergang kaum absinken. In Städten wie Philadelphia, Kansas City und East Rutherford, wo an diesem Wochenende Achtel- und Viertelfinalspiele ausgetragen werden, stiegen die Thermometer auf Werte, die zuletzt vor über einem Jahrzehnt gemessen wurden.
Die FIFA reagierte mit einer bereits vor Turnierbeginn festgelegten Maßnahme: In jeder Halbzeit aller Partien sind nun dreiminütige Trinkpausen vorgeschrieben. Aus Sicht des Weltverbands dient dies dem Schutz der Athleten vor Dehydrierung und hitzebedingten Leistungseinbrüchen. Kritiker bemängeln hingegen, die Unterbrechungen störten den Spielfluss. Die Spielergewerkschaft FIFPRO hatte bereits während der Klub-WM im Vorjahr auf die Gefahren hingewiesen und sprach von einem dringenden Warnsignal. Mediziner des Hackensack University Medical Center in New Jersey appellierten an die Zuschauer, Schatten aufzusuchen und auf Schwindel als erstes Anzeichen eines Hitzschlags zu achten.
Drei der betroffenen Spielorte – Atlanta, Dallas und Houston – verfügen über schließbare Dächer und Klimaanlagen, was eine spürbare Entlastung verspricht. Doch der Weg dorthin gleicht für die Fans einem Gang über glühenden Asphalt, denn die texanischen Metropolen sind aus Beton und für den Autoverkehr gebaut. Die kanadische Regierung rief für Toronto, wo Portugal auf Kroatien trifft, eine Hitzewarnung aus und setzte eine städtische Strategie zur Hitzeminderung in Kraft. In Miami, wo Argentinien gegen Kap Verde antritt, bleibt die Lage mit prognostizierten 32 Grad und Gewitterneigung weniger dramatisch, doch auch dort raten Experten der University of Miami zu vorausschauender Flüssigkeitsaufnahme.
Meteorologen von AccuWeather sehen in der langanhaltenden Hitze ein seltenes Ereignis, das durch den menschengemachten Klimawandel 150-mal wahrscheinlicher geworden sei. Ein sich entwickelndes El-Niño-Muster verstärke die Gefahr zusätzlich. In den USA sterben jährlich rund 2.000 Menschen an den Folgen extremer Hitze – mehr als durch Hurrikane, Überflutungen und Tornados zusammen. Die Behörden mehrerer Bundesstaaten stuften das Risiko auf die höchste Warnstufe herauf und riefen die Bevölkerung dazu auf, körperliche Aktivitäten im Freien einzuschränken.
Für die kommenden Tage erwarten die Wetterdienste eine Verlagerung der Hitzekuppel in Richtung der Hauptstadt Washington, D.C., wo am Unabhängigkeitswochenende weitere WM-Partien und die Feierlichkeiten zum 250. Jubiläum der Staatsgründung auf dem Spielplan stehen. Die örtlichen Organisatoren prüfen zusätzliche Schattenflächen und Wasserversorgung, während die FIFA an ihrer Linie festhält: Die Trinkpausen bleiben, solange die Temperaturen nicht nachhaltig sinken.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine gefährliche Hitzekuppel bedroht 250 Millionen Amerikaner am Wochenende des 4. Juli mit Temperaturen über 38°C und drückender Schwüle. Der vom Menschen verursachte Klimawandel hat solche Ereignisse 150-mal wahrscheinlicher gemacht. Die Fußball-WM ist nur eine von vielen Veranstaltungen, die von dieser Rekordhitzewelle betroffen sind.
Eine extreme Hitzewelle trifft die WM, mit Temperaturen von bis zu 46°C unter der 'Hitzekuppel', die die USA bedeckt. Der Zeitpunkt am Unabhängigkeitswochenende verleiht dem Ganzen eine ironische Note und erinnert an die Kritik an Katar wegen der Hitze bei der WM 2022. Fans und Spieler ertragen erdrückende Bedingungen, während die FIFA Trinkpausen vorschreibt.
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