
Ölpreise steigen nach Irans Ablehnung direkter Gespräche mit US-Gesandten
Die Weigerung Teherans, in Doha direkt mit amerikanischen Unterhändlern zu verhandeln, dämpft die Hoffnung auf ein dauerhaftes Ende des Nahostkonflikts und lässt die Rohölpreise wieder anziehen.
Die Rohölpreise sind am Mittwoch gestiegen, nachdem Iran direkte Verhandlungen mit den US-Gesandten in Doha abgelehnt hatte. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 73,45 Dollar je Barrel, das US-amerikanische WTI legte um 0,9 Prozent auf 70,13 Dollar zu. Die Absage nährt Zweifel am Bestand der vorläufigen Waffenruhe, die den viermonatigen Krieg zwischen den USA und Iran unterbrochen hatte.
Die Gespräche in Katar, zu denen Jared Kushner und Steve Witkoff angereist waren, fanden lediglich mit dem katarischen Premierminister statt; direkte Kontakte mit iranischen Vertretern blieben aus. Aus Teheraner Sicht sind derzeit keine Verhandlungen mit Washington vorgesehen. Damit bleibt die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, über die ein Fünftel des globalen Ölhandels läuft, unstet und intransparent. Zwar hat der Tankerverkehr wieder eingesetzt, doch liegt er nach Branchenangaben noch immer deutlich unter dem Vorkriegsniveau. US-Vizepräsident JD Vance bekräftigte, dass Iran keine Wegzölle erheben dürfe, und sprach von einer Normalisierung der Ölströme – ohne dies mit Zahlen zu belegen.
Die jüngste Erholung folgt auf einen historischen Preissturz im zweiten Quartal: Brent verbilligte sich zwischen April und Juni um rund 45 Dollar, der stärkste Quartalsverlust seit der Finanzkrise 2008; WTI gab um etwa 31 Dollar nach, so viel wie zuletzt während des Pandemieeinbruchs 2020. Auslöser der Talfahrt waren Fortschritte bei der Beendigung des Nahostkonflikts, die die kriegsbedingten Risikoaufschläge schrumpfen ließen. Nun kehrt die Unsicherheit zurück. Analysten hatten ihre Preisprognosen für 2026 erstmals seit Kriegsbeginn gesenkt, nachdem die schrittweise Öffnung der Wasserstraße die Versorgungsängste gemildert hatte. Gleichzeitig stützen rückläufige US-Lagerbestände die Notierungen: Die Rohölvorräte sanken laut API in der vergangenen Woche um 6,1 Millionen Barrel, die offiziellen EIA-Daten werden am Mittwochnachmittag erwartet.
Parallel dazu erhöht die OPEC+ im Juli ihre Förderquoten um 188.000 Barrel pro Tag, wobei die Gesamtmenge ohne Kompensationskürzungen bei 35,83 Millionen Barrel liegt. Der saudische Aramco-Chef Amin Nasser warnte zuletzt, dass anhaltende Störungen in der Straße von Hormus die Rückkehr zur Stabilität bis 2027 verzögern und wöchentlich fast 100 Millionen Barrel Angebot beeinträchtigen könnten. Die Märkte blicken nun auf die weiteren indirekten Gespräche in Doha und die offiziellen Lagerdaten aus den USA. Sollte sich keine belastbare Friedensperspektive abzeichnen, dürfte die Risikoprämie an den Ölmärkten vorerst erhöht bleiben.
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Die Ölpreise stiegen leicht, nachdem der Iran direkte Gespräche mit US-Gesandten abgelehnt hatte, was die Hoffnungen auf einen schnellen Waffenstillstand dämpfte. Brent legte um 50 Cent auf 73,45 Dollar zu, WTI um 63 Cent auf 70,13 Dollar, doch das Quartal bleibt das schlechteste seit 2008. Die Märkte achten auf Anzeichen neuer Lieferunterbrechungen.
Die Rohölpreise kletterten, nachdem die Weigerung Irans, direkte Gespräche mit US-Vertretern in Katar zu führen, die befristete Waffenruhe in Frage stellte. Der Quartalsrückgang war der stärkste seit 2008, und ein starker Rückgang der US-Rohöllagerbestände schürte Versorgungsängste. Die diplomatische Sackgasse droht die regionale Instabilität zu verlängern.
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