
Ghanas 'echte WM' beginnt gegen Kolumbien – nach taktischer Niederlage und Ticketstreit
Nach dem Einzug ins Achtelfinale als Gruppendritter trifft Ghana auf Kolumbien – begleitet von Diskussionen um Ticketvergabe und strategische Niederlagen.
Mit einer 1:2-Niederlage gegen Kroatien schloss Ghana die Gruppenphase der WM 2026 ab, doch der Einzug in die K.-o.-Runde war dem Team von Carlos Queiroz bereits vor dem Anpfiff nicht mehr zu nehmen. Zuvor hatte ein 1:0-Auftaktsieg über Panama und ein torloses Remis gegen England vier Punkte eingebracht, die als einer der besten Gruppendritten zum Weiterkommen reichten. Kroatiens Tore durch Petar Sučić und Nikola Vlašić offenbarten zwar defensive Schwächen, doch Queiroz wertete das Weiterkommen als Kreditkarte: „Die echte Weltmeisterschaft beginnt jetzt“, sagte der portugiesische Trainer und forderte für das Duell mit Kolumbien eine kompaktere Defensive.
Die Black Stars verlegen ihr Quartier am Mittwoch nach Kansas City, wo am 3. Juli (Ortszeit) das Achtelfinale gegen den ungeschlagenen Gruppensieger Kolumbien ansteht. Stürmer Antoine Semenyo, der gegen Kroatien einen Schlag abbekam, ist laut Queiroz fit. Brandon Thomas-Asante betonte die Gefährlichkeit des ghanaischen Umschaltspiels: „Selbst in defensiven Phasen fürchten die Gegner unsere Konter.“ Der Angreifer sprach von einer „neuen Ära“ und dem Willen, im Turnier ein Ausrufezeichen zu setzen.
Aus ghanaischer Sicht wird die Niederlage gegen Kroatien teils als taktisches Manöver gedeutet. Der Musiker Stonebwoy äußerte, Analysten hätten vor dem Spiel errechnet, dass ein dritter Platz den Verbleib in den USA sichere und damit Mittelfeldspieler Thomas Partey einsatzfähig bleibe, dem ein kanadisches Visum fehlt. Parallel dazu endete das staatliche Ticketunterstützungsprogramm nach der Gruppenphase; für die K.-o.-Runde müssen Fans die Eintrittskarten selbst erwerben. Sportminister Kofi Iddie Adams wies Vorwürfe zurück, Abgeordnete oder Minister seien auf Staatskosten zur WM gereist, und versprach finanzielle Stabilität für das Team, inklusive einer Qualifikationsprämie für die nächste Runde.
Aus kolumbianischer Sicht richtet sich der Fokus nach dem torlosen Remis gegen Portugal auf Ghana. Luis Díaz, mit einem Tor und einer Vorlage einer der auffälligsten Spieler der Gruppenphase, sprach von einem „Moment der Erholung“ und der Konzentration auf das Kommende. Auf dem nordamerikanischen Zweitmarkt sind die Ticketpreise für die K.-o.-Spiele zuletzt flächendeckend gefallen – mit Ausnahme der Partie Portugal gegen Kroatien in Toronto, wo weiterhin mehrere tausend Dollar verlangt werden. Der Sieger der Begegnung Ghana–Kolumbien trifft im Achtelfinale auf Algerien oder die Schweiz.
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Ghanas innenpolitische Krisen erfordern Aufmerksamkeit; die Weltmeisterschaft ist ein fernes Anliegen.
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