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Gesellschaft & KulturFreitag, 26. Juni 2026

Flan aus der Heißluftfritteuse: Wie einfache Rezepte die Welt erobern

Von argentinischen Buñuelos ohne Zucker bis zu indonesischen Kartoffelchips: Eine globale Welle minimalistischer Kochrezepte verändert den Alltag in den Küchen.

Es war ein kurzer Satz, der in den sozialen Netzwerken Argentiniens für Aufsehen sorgte: „Ich weiß nicht, wer das hören muss, aber man kann Flan in der Heißluftfritteuse machen. Und er gelingt GUT.“ Die Food-Influencerin Paulina Cocina, bekannt für ihre unkomplizierten Rezepte, hatte soeben bewiesen, dass ein klassisches Dessert ohne Wasserbad, ohne Backofen und ohne Zuckerzusatz in nur zehn Minuten gelingen kann. „Ich habe den Ofen nicht angemacht, ich habe nicht mit dem Wasserbad geweint, ich habe mich nicht verbrannt“, kommentierte sie trocken, während der Flan in der Heißluftfritteuse stockte. Das Video verbreitete sich rasch und traf einen Nerv, der weit über Argentinien hinausreicht.

Denn was in Buenos Aires als Flan-Experiment begann, ist Teil einer globalen Bewegung. In Bauru, Brasilien, präsentierte die Köchin Izabella Borges anlässlich der Juni-Feste zwei Rezepte auf Maisbasis – ein herzhaftes Creme und einen süßen Manjar –, die mit wenigen, preiswerten Zutaten auskommen. Aus Jakarta wiederum lieferte eine Hobbyköchin eine Anleitung für „Crispy Potato“, einen knusprigen Kartoffelsnack, der nur aus Kartoffeln, Mehl und Öl besteht. Und in Dubai zeigte der Fitness-Coach Ralston D’Souza, wie man aus Chiasamen, Joghurt und löslichem Kaffee ein Frühstück zubereitet, das über Nacht im Kühlschrank andickt und morgens ohne weiteres Zutun verzehrfertig ist. All diese Rezepte eint ein Versprechen: maximaler Genuss bei minimalem Aufwand.

Die Zutatenlisten lesen sich wie eine Abkehr von der Überkomplexität vergangener Food-Trends. In Argentinien empfiehlt die Zeitung „Los Andes“ ein integrales Brot, das in der Pfanne gebacken wird und nur aus Vollkornmehl, Joghurt und Backpulver besteht – kein Kneten, kein Gehenlassen. Das Portal „TN“ wiederum verbreitet ein Rezept für süße Buñuelos ohne Zucker, bei dem der Teig nach Belieben mit Apfelstückchen oder Nüssen angereichert werden kann. Und die brasilianische Nachrichtenseite „G1“ betont, dass die Maisrezepte von Izabella Borges nicht nur praktisch, sondern auch wirtschaftlich seien: Die Portion koste umgerechnet weniger als zwei Euro. Diese ökonomische Dimension ist kein Zufall. In vielen Regionen der Welt, von Lateinamerika bis Südostasien, steigen die Lebensmittelpreise, und die Menschen suchen nach Wegen, mit einfachen Mitteln satt zu werden, ohne auf Geschmack zu verzichten.

Zugleich spiegeln die Rezepte einen veränderten Umgang mit Gesundheit und Ernährung. Der Verzicht auf Zucker, Weizenmehl oder Milchprodukte ist in vielen der Anleitungen keine lästige Pflicht, sondern ein kreativer Ausgangspunkt. Pancakes aus nur zwei Zutaten – Banane und Ei –, ein Joghurtkuchen, bei dem der leere Becher als Maß dient, oder ein Flan, der mit Süßstoff statt Zucker auskommt: Die Botschaft lautet, dass Genuss und eine bewusste Ernährung sich nicht ausschließen müssen. Die arabische Tageszeitung „Gulf News“ verweist in diesem Zusammenhang auf Studien, wonach ein frühes Frühstück das Risiko für Depressionen senken könne, und bettet das Chia-Joghurt-Rezept so in einen größeren Diskurs über Wohlbefinden ein.

Was diese kulinarischen Miniaturen zusammenhält, ist ihre Verbreitung über soziale Medien und Nachrichtenportale, die zunehmend als Multiplikatoren für Alltagskultur fungieren. Paulina Cocina postet auf Instagram, Ralston D’Souza auf YouTube, und die Redaktionen von „Jawa Pos“ oder „Radio Mitre“ greifen die Clips auf und übersetzen sie in Textform. So entsteht ein transnationaler Kreislauf, in dem ein Flan aus der Heißluftfritteuse ebenso selbstverständlich zirkuliert wie ein knuspriger Kartoffelsnack aus Indonesien. Am Ende bleibt das Bild einer stillen Revolution in den Küchen der Welt: ein Kühlschrank, in dem über Nacht ein Chia-Pudding fest wird, eine Pfanne, in der ein Vollkornbrot in drei Minuten goldbraun backt, und eine Heißluftfritteuse, die einem klassischen Dessert eine neue, unkomplizierte Form verleiht.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Flan aus der Heißluftfritteuse: Wie einfache Rezepte die Welt erobern

Von argentinischen Buñuelos ohne Zucker bis zu indonesischen Kartoffelchips: Eine globale Welle minimalistischer Kochrezepte verändert den Alltag in den Küchen.

Es war ein kurzer Satz, der in den sozialen Netzwerken Argentiniens für Aufsehen sorgte: „Ich weiß nicht, wer das hören muss, aber man kann Flan in der Heißluftfritteuse machen. Und er gelingt GUT.“ Die Food-Influencerin Paulina Cocina, bekannt für ihre unkomplizierten Rezepte, hatte soeben bewiesen, dass ein klassisches Dessert ohne Wasserbad, ohne Backofen und ohne Zuckerzusatz in nur zehn Minuten gelingen kann. „Ich habe den Ofen nicht angemacht, ich habe nicht mit dem Wasserbad geweint, ich habe mich nicht verbrannt“, kommentierte sie trocken, während der Flan in der Heißluftfritteuse stockte. Das Video verbreitete sich rasch und traf einen Nerv, der weit über Argentinien hinausreicht.

Denn was in Buenos Aires als Flan-Experiment begann, ist Teil einer globalen Bewegung. In Bauru, Brasilien, präsentierte die Köchin Izabella Borges anlässlich der Juni-Feste zwei Rezepte auf Maisbasis – ein herzhaftes Creme und einen süßen Manjar –, die mit wenigen, preiswerten Zutaten auskommen. Aus Jakarta wiederum lieferte eine Hobbyköchin eine Anleitung für „Crispy Potato“, einen knusprigen Kartoffelsnack, der nur aus Kartoffeln, Mehl und Öl besteht. Und in Dubai zeigte der Fitness-Coach Ralston D’Souza, wie man aus Chiasamen, Joghurt und löslichem Kaffee ein Frühstück zubereitet, das über Nacht im Kühlschrank andickt und morgens ohne weiteres Zutun verzehrfertig ist. All diese Rezepte eint ein Versprechen: maximaler Genuss bei minimalem Aufwand.

Die Zutatenlisten lesen sich wie eine Abkehr von der Überkomplexität vergangener Food-Trends. In Argentinien empfiehlt die Zeitung „Los Andes“ ein integrales Brot, das in der Pfanne gebacken wird und nur aus Vollkornmehl, Joghurt und Backpulver besteht – kein Kneten, kein Gehenlassen. Das Portal „TN“ wiederum verbreitet ein Rezept für süße Buñuelos ohne Zucker, bei dem der Teig nach Belieben mit Apfelstückchen oder Nüssen angereichert werden kann. Und die brasilianische Nachrichtenseite „G1“ betont, dass die Maisrezepte von Izabella Borges nicht nur praktisch, sondern auch wirtschaftlich seien: Die Portion koste umgerechnet weniger als zwei Euro. Diese ökonomische Dimension ist kein Zufall. In vielen Regionen der Welt, von Lateinamerika bis Südostasien, steigen die Lebensmittelpreise, und die Menschen suchen nach Wegen, mit einfachen Mitteln satt zu werden, ohne auf Geschmack zu verzichten.

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Was diese kulinarischen Miniaturen zusammenhält, ist ihre Verbreitung über soziale Medien und Nachrichtenportale, die zunehmend als Multiplikatoren für Alltagskultur fungieren. Paulina Cocina postet auf Instagram, Ralston D’Souza auf YouTube, und die Redaktionen von „Jawa Pos“ oder „Radio Mitre“ greifen die Clips auf und übersetzen sie in Textform. So entsteht ein transnationaler Kreislauf, in dem ein Flan aus der Heißluftfritteuse ebenso selbstverständlich zirkuliert wie ein knuspriger Kartoffelsnack aus Indonesien. Am Ende bleibt das Bild einer stillen Revolution in den Küchen der Welt: ein Kühlschrank, in dem über Nacht ein Chia-Pudding fest wird, eine Pfanne, in der ein Vollkornbrot in drei Minuten goldbraun backt, und eine Heißluftfritteuse, die einem klassischen Dessert eine neue, unkomplizierte Form verleiht.

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