
Aufrufe zur Tötung Trumps bei Khameneis Staatsbegräbnis unterstreichen doppelgleisige Strategie Teherans
Ein Redner forderte bei der Trauerfeier in Teheran unverhohlen den Tod des US-Präsidenten; die Rhetorik fällt in eine Phase laufender Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.
Beim Staatsbegräbnis für den verstorbenen iranischen Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei in Teheran hat ein Redner öffentlich zur Ermordung von US-Präsident Donald Trump aufgerufen. Der Dichter Mohammad Rasouli fragte am Sonntag vor Hunderttausenden Trauernden, warum „der bastardhafteste Mann der Welt“ noch am Leben sei, und löste damit Sprechchöre wie „Tod den USA!“ und „Tod Israel!“ aus. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press handelte es sich um die erste direkte Aufforderung eines Zeremonienmeisters, Trump zu töten, während bei der Veranstaltung ohnehin zahlreiche Plakate und Graffiti die Liquidierung Trumps und des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu forderten. Zeitgleich pries Trump in Washington zum 250. Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten die Erfolge des US-Militärs und erklärte mit Blick auf den Iran: „Wir haben sie ausgelöscht, ihr Militär ausgelöscht.“
Aus Washingtoner Sicht reiht sich die Drohkulisse in eine Serie iranischer Gefährdungen ein, die seit der gezielten Tötung des Quds-Kommandeurs Qassem Soleimani durch eine US-Drohne im Jahr 2020 bestehen. US-Behörden beobachten nach eigenen Angaben entsprechende Bedrohungen gegen amtierende und ehemalige Regierungsmitglieder. Teheran hingegen hat wiederholt bestritten, Attentatspläne zu verfolgen. Beobachter in der Region deuten die scharfe Rhetorik bei der Trauerfeier als Instrument der inneriranischen Legitimationsbeschaffung für das Regime und den neuen Obersten Führer Ajatollah Mojtaba Khamenei, der dem Begräbnis fernblieb und sich Berichten zufolge verwundet im Untergrund aufhält. Parallel führt die Islamische Republik laut übereinstimmenden Meldungen Verhandlungen mit Washington über eine dauerhafte Beendigung des jüngsten Krieges, der die globalen Energiemärkte erschütterte.
Die Inszenierung öffentlicher Todeswünsche gegenüber dem amerikanischen Präsidenten bei gleichzeitigen Geheimgesprächen zeigt aus Sicht europäischer Diplomaten die Taktik Teherans, innenpolitische Mobilisierung und außenpolitische Konzessionsbereitschaft zu verbinden. Irans Chefunterhändler Kazem Gharibabadi warnte während der Zeremonie Frankreich und Großbritannien vor gemeinsamen Patrouillen in der Straße von Hormus, über die in Friedenszeiten ein Fünftel des globalen Öl- und Gashandels läuft – ein Hinweis auf die strategische Bedeutung der Wasserstraße für die laufenden Verhandlungen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist die Sicherheit dieser Energieversorgungsroute von unmittelbarem wirtschaftlichem Interesse. Zugleich verdeutlichte die Anwesenheit internationaler Delegationen aus Indien, Pakistan und der Taliban-Regierung Afghanistans die regionalpolitischen Dimensionen des Konflikts.
Die Kombination aus martialischen Trauerritualen, die das Andenken des am 28. Februar bei einem Luftschlag getöteten Khamenei für die Festigung der Macht seines Sohnes nutzen soll, und der parallel geführten Diplomatie prägt die gegenwärtige Dynamik. Aus Teheraner Perspektive dienen die öffentlichen Drohgebärden auch als Druckmittel in den stockenden Gesprächen, für die noch kein konkreter Zeitplan bekannt ist. Die Verhandlungen über ein dauerhaftes Kriegsende bleiben bis auf Weiteres ausgesetzt; Beobachter gehen davon aus, dass die nächsten Schritte wesentlich von der Reaktion Washingtons auf die feindselige Symbolik und von der Fähigkeit des neuen Führungszirkels in Teheran abhängen, die fragile innere Lage zu stabilisieren.
| Indische & südasiatische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Chinesische Presse | 0.00 | neutral |
| Israelische Presse | −0.70 | critical |
India and South Asia view Iran's double standard with skepticism: while negotiating, it incites murder.
Juxtaposing the funeral rhetoric with ongoing negotiations makes Iran appear hypocritical and unreliable.
Latin America records the facts without taking sides: the poet spoke, the crowd cheered.
By avoiding any contextualization or judgment, the report normalizes the event as just another news item.
It omits the context of ongoing negotiations between Iran and the United States, which would highlight the contradiction.
China reports cautiously, using circumlocution to dampen the provocative charge.
Through euphemistic paraphrasing, the tone is lowered and direct confrontation is avoided.
It omits the more explicit chants like 'Death to America' and 'Death to Israel', softening the verbal violence.
Israel warns that Iran has turned mourning into a platform of hatred: the call to kill Trump is a direct threat to global security.
By highlighting the explicit appeal and the crowd's enthusiasm, an image of Iran as an irrational aggressor is constructed, justifying a hardline response.
It does not mention that Khamenei was killed in a US airstrike, an omission that would have provided context for Iranian reactions.
Erweitere deinen Horizont
Samsungs Gewinnsprung um 1.800 Prozent kann Abverkauf nicht stoppen
5 Sprachen · 11 Quellen
Aus TechnologyOhne US-Chips an die Weltspitze: Chinas Effizienz-Strategie treibt KI-Wettbewerb
2 Sprachen · 4 Quellen
Aus Science & HealthChronischer Stress, Darmflora und das Herz: Was der Körper über die Psyche verrät
5 Sprachen · 11 Quellen