
FIFA-Schiedsrichterchef Collina verteidigt die Aberkennung des deutschen Siegtores gegen Paraguay
Während Bundestrainer Nagelsmann von einem „Voll-Skandal“ spricht, erklärt Pierluigi Collina die VAR-Intervention beim vermeintlichen 2:1 für regelkonform.
Deutschland ist im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 an Paraguay gescheitert. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden, im Elfmeterschießen unterlagen die Deutschen mit 3:4. Die entscheidende Szene ereignete sich in der 102. Minute: Jonathan Tah köpfte eine Ecke von Nathaniel Brown zum vermeintlichen 2:1 ein, doch der marokkanische Schiedsrichter Jalal Jayed erkannte den Treffer nach Intervention des Video-Assistenten ab.
Der VAR hatte eine minimale Berührung zwischen dem deutschen Verteidiger Waldemar Anton und dem paraguayischen Torhüter Orlando Gill moniert. Anton hatte Gill beim Hochsteigen leicht behindert, woraufhin der Keeper zu Fall kam. Jayed schaute sich die Szene am Bildschirm an und entschied auf Offensivfoul. In einer bis dahin ausgeglichenen Partie hatte Tahs Kopfball die deutsche Bank bereits jubeln lassen, ehe der Unparteiische das Tor zurücknahm.
Bundestrainer Julian Nagelsmann reagierte mit scharfer Kritik. „Das ist nicht nur ein Skandal, das ist ein Voll-Skandal“, sagte er und bestritt jedes Foulspiel. Auch der frühere FIFA-Schiedsrichter Manuel Gräfe nannte die Entscheidung „einen Witz“ und „eine Farce“. Der deutsche TV-Experte Thorsten Kinhöfer bemängelte, der Schiedsrichter habe nicht den Mut gehabt, dem VAR zu widersprechen. In der Schweiz berichtete der Tages-Anzeiger sachlich über die Kontroverse und zitierte den englischen Ex-Referee Mark Clattenburg, der die Aberkennung als „klares Foul“ einstufte.
FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina verteidigte die Entscheidung in einem offiziellen Beitrag des Weltverbands. Er verwies auf eine Empfehlung an die Unparteiischen, bei taktischen Behinderungen von Verteidigern durch Angreifer ohne Ballinteresse genau hinzusehen. „Wenn ein angreifender Spieler sich – selbst nur geringfügig – bewusst mit der klaren Absicht bewegt, die Laufbewegung eines Gegenspielers zu behindern und ihn dadurch am Verteidigen zu hindern, sollten die Schiedsrichter und der VAR eingreifen“, erklärte Collina. Dies gelte besonders, wenn der Torhüter am wirksamen Verteidigen gehindert werde. Der Italiener illustrierte seine Ausführungen mit einem Großfoto der strittigen Szene und betonte, Trainer und Spieler seien vorab informiert worden.
Aus marokkanischer Sicht wurde die Leistung des eigenen Schiedsrichters hervorgehoben. Die arabischsprachige Zeitung Hespress berichtete, Collina habe angedeutet, dass Jayed die richtige Entscheidung getroffen habe. Deutschland scheidet damit früh aus, Paraguay zieht ins Viertelfinale ein. Die Debatte um die Auslegung der Regel wird indes weitergehen.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | +1.00 | aligned |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.80 | critical |
Paraguay celebrates the victory as a triumph of national identity, with the president signing the holiday decree wearing the national team shirt.
The narrative relies on personification of the state: the president as fan and symbol of the nation, making the victory a collective and indisputable fact.
It omits the controversy over the disallowed goal and German protests, presenting the victory as clear and deserved.
Deutschland wurde bestohlen: ein gültiges Tor aberkannt und eine ungerechte Eliminierung. Die deutschen Medien verurteilen die Schiedsrichter und das Pech, während Kommentatoren die Mannschaft angreifen.
Die Rhetorik des 'gestohlenen Tores' schafft einen Rahmen der Ungerechtigkeit, der die Verantwortung von der Leistung der Mannschaft auf den Schiedsrichter verlagert und den Groll schürt.
Sie verschweigt die freudige Reaktion Paraguays und die Möglichkeit, dass die Niederlage verdient war, und konzentriert sich nur auf den Schiedsrichterfehler.
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